Mit Volldampf geht es nun dem Ende zu
20.10.2026 MellingenMellingen: Die Sanierung und Aufwertung der Hauptgasse ist fast beendet. Kleinere Anpassungen stehen noch an
Die Hauptgasse wird seit anfangs Jahr saniert und aufgewertet. Die Geduld der Anwohnenden, Restaurants und Gewerbetreibenden wurde in dieser Zeit durch Staub und Lärm ...
Mellingen: Die Sanierung und Aufwertung der Hauptgasse ist fast beendet. Kleinere Anpassungen stehen noch an
Die Hauptgasse wird seit anfangs Jahr saniert und aufgewertet. Die Geduld der Anwohnenden, Restaurants und Gewerbetreibenden wurde in dieser Zeit durch Staub und Lärm auf eine harte Probe gestellt. Trotz zweimonatiger Bauverzögerung naht das Ende.
Die Erleichterung ist bei den Gewerbetreibenden, Restaurants und Anwohnern gross. Die zweimonatige Bauverzögerung hielten einige fast nicht mehr aus – die Kundschaft blieb wegen des Lärms und Staubs teilweise aus. Das führte zu Einbussen. Am vergangenen Donnerstag und Freitag fand der langersehnte Abschluss der Bauarbeiten statt, der dreischichtige Belag für die Fahrbahn wurde zwischen den abgesetzten Luserna-Gneisplatte eingebaut. Dafür wurde nochmals grosses Geschütz aufgefahren. Auf engstem Raum waren ein grosser und mittlerer Asphaltfertiger und eine Strassenwalze im Einsatz. Lkw um Lkw karrte 180 Grad warmen Asphalt heran. Dafür mussten die Chauffeure rückwärts durch das Zeitturmtor in die Hauptgasse fahren. «Es war Millimeterarbeit gefragt, damit der Lkw durch das Tor passte», sagte Otto Müller, Lkw-Chauffeur bei der Hubschmid AG aus Nesselnbach. Zuvor hatte er 22 Tonnen Asphalt in Mülligen geladen.
Asphalt punktgenau eingebraucht
Per Knopfdruck entlud Otto Müller in Etappen seine dampfende Teerladung. Je nach zu asphaltierendem Abschnitt befüllte er den kleinen oder der grossen Asphaltfertiger (Strassenteermaschine). Bei Schächten musste sogar Muskelkraft herhalten – der Asphalt wurde dort per Schubkarre von einem Strassenbauarbeiter punktgenau eingebracht. Den Einbau des Belags verfolgten einige und äusserten sich zur Sanierung der Hauptgasse. «In der Altstadt können die Bauarbeiten, vor allem Erschütterungen und Lärm sehr gut gehört werden. Ich bin gespannt, ob am Schluss alles so aussieht, wie es die Visualisierung versprach», sagt Jan Knecht, Projekte und Strategien bei der Frohsinn Treuhand. «Für mich hätte die Hauptgasse mehr begrünt werden können. Geplant sind nur Bäume in Pflanzgefässen». Das sei aber wohl den engen Platzverhältnissen geschuldet. Das Bau-Team habe insgesamt eine gute Arbeit geleistet – dafür offerierte Frohsinn Treuhand dem Bauteam oft einen Kaffee als Motivationsspritze. Musa Akara, Pächter und Wirt vom Restaurant Scharf Eck sagt: «Der Schmutz und die Vibrationen während den Bauarbeiten waren extrem. Vor allem über den Mittag blieben die Gäste fast komplett weg. Ich hoffe sehr, dass bis Ende Oktober die Arbeiten nun beendet sind und die Gäste wieder zurückkehren.»
Gutes Wetter für Belagsarbeiten
Das Wetter für die Belagsarbeiten war dem Strassenbau-Team hold. Am Donnerstagmorgen zogen am Morgen nur Nebelschwaden durch die Hauptgasse. Diese vermischten sich schon bald mit dem Dampf des heissen Asphalts. Bis am Abend waren beide Tragdeckschichten eingebaut – am Freitag folgte der Deckbelag. Bereits am Samstag war die Einfahrt in die Hauptgasse über das Zeitturmtor für den Verkehr wieder offen. Noch sind kleinere Arbeiten nicht beendet. Diese betreffen vor allem das Lenzburgertor. Diese stehen im Zusammenhang mit der Lieferverzögerung der Luserna-Gneisplatten aus Italien. «Die Platten im Lenzburgertor werden bis in zwei Wochen fertig verlegt sein und der Belag wird noch vom Tor zum Kreisel der Belag angepasst», führt Polier Kriste Nikola aus. Bei einem Augenschein des «Reussbote» am Montagmorgen, erhielt der Polier von Passanten viel Lob – viele flanierten über den neuen Belag. Lisa Robertson sagt: «Es ist sehr schön geworden und die Männer vom Bauteam sind Helden. Sie mussten bei extremer Hitze im Sommer arbeiten.» Stadtpräsidentin Györgyi Schaeffer sagt: «Es ist spannend jetzt live zu sehen, was vor Jahren mit Visualisierungen geplant wurde.» Und die Bäume in Pflanzgefässen sollen bis zum Frühjahr aufgestellt sein. Sie würden nicht nur für eine Begrünung sorgen, sondern auch der Sicherheit dienen. Die Pflanzgefässe sind auch als Aufprallschutz für die geplanten Terrassen der Restaurants gedacht.
Debora Gattlen
