«Möchte ich länger schnuppern, mehr erfahren?»
29.09.2026 MellingenMellingen: Im Unterrichtsfach «Berufliche Orientierung» besuchten 86 Schülerinnen und Schüler der Bezirksschule je zwei von 17 Betrieben
Ein paar Stunden lang erfahren, wie der Alltag im Alterszentrum, in einer Carrosserie, in einer Papeterie oder im Stadthaus ...
Mellingen: Im Unterrichtsfach «Berufliche Orientierung» besuchten 86 Schülerinnen und Schüler der Bezirksschule je zwei von 17 Betrieben
Ein paar Stunden lang erfahren, wie der Alltag im Alterszentrum, in einer Carrosserie, in einer Papeterie oder im Stadthaus aussieht – darum geht es beim Berufsinformationstag.
Sie besuchen die zweite Klasse der Bezirksschule Mellingen und beschäftigten sich in dieser letzten Schulwoche vor den Herbstferien mit ihrer beruflichen Zukunft. 86 Schülerinnen und Schüler durften einen Tag lang insgesamt 17 Betriebe in Mellingen und in benachbarten Gemeinden besuchen. Sie erhielten damit auch die Möglichkeit, eine reiche Vielfalt an unterschiedlichen Berufsfeldern zu erleben – von der Augenoptikerin über den Elektroinstallateur, die Metallbauerin oder den Kaufmann Bank bis zur Arbeit in der Öffentlichen Verwaltung im Mellinger Stadthaus. Aus diesen 17 Berufsfeldern wählten sie ihre Favoriten und konnten am Donnerstagmorgen und -nachmittag jeweils einen Betrieb besuchen.
Ein Sehtest und die Brillen-Wahl
Zum Beispiel das Geschäft Hoch Optik in Fislisbach. Acht Jugendliche erhielten bei André Krauer und Yven Camenisch einen Einblick in die Arbeit des Augenoptikers. Sie erlebten einen Seh-Schnelltest und prüften die Sehstärke ihrer eigenen Augen. Im Laden standen sie neben einer riesigen Auswahl an unterschiedlichen Brillen-Modellen, die aus kunstvoll gepressten Platten gestanzt wurden oder aus PET, das aus dem Meer gefischt worden war. Camenisch erklärte ihnen, worauf er bei der Brillenauswahl achtet. «Gesichtsform, Augen- und Haarfarbe, das alles hat einen Einfluss auf die Wahl des Modells», erklärte er. Zur Auswahl stehen markante Gestelle, strengwirkende oder transparente. «Die Brille», meinte er, «soll zur Persönlichkeit des Trägers oder der Trägerin passen.» Er liess die Jugendlichen unterschiedliche Modelle probieren, breitrandig oder in Schmetterlingsform. Ungewohnt war das und amüsant. Sie kicherten, posierten und wollten mehr wissen. Nach diesem Vormittag wissen sie aber noch nicht, ob sie Optikerin oder Optiker werden wollen. Auch wenn es alle «interessant und spannend» fanden im Optikgeschäft. Camenisch hörte das gerne und sagte: «Es geht hier um einen ersten Kontakt mit unserem Beruf. Gefällt mir diese Arbeit? Möchte ich mehr erfahren, vielleicht länger schnuppern?»
Die vier Jugendlichen, die am Morgen dem Optiker über die Schulter schauten, besuchten am Nachmittag einen Metallbau-Betrieb und eine Bank. Zwei weitere wollten mehr erfahren über den Beruf einer Fachfrau oder eines Fachmanns Gesundheit.
Sie mag Menschen und die Pflege
Wie die Arbeit einer Fachfrau Gesundheit aussieht, erläuterte am Nachmittag Birsena Murina vor insgesamt zehn Schülerinnen und Schülern im Mellinger Alterszentrum Im Grüt.
Die Verantwortliche für den Bereich «Bildung in der Pflege», nahm die Jugendlichen auf einen Rundgang durch das ganze Haus mit. Im Parterre ging es vorbei an Küche und Lagerräumen zum Aktivierungsraum, wo die Bewohnerinnen und Bewohner turnen, singen und gestalten können. Im ersten und im zweiten Stock des Hauptgebäudes liegen die Zimmer der Bewohnerinnen und Bewohner und ein grosses Esszimmer, das den Blick auf die Reuss freigibt. «Diesen Blick auf den Fluss schätzen die Bewohnenden sehr», erklärte Murina.
Nach dem Rundgang beantwortete Jana Martinovic, Fachfrau Gesundheit im dritten Lehrjahr, zahlreiche Fragen der Schülerinnen und Schüler. Sie erklärte, dass sie diesen Beruf gewählt habe, weil sie Medizin schon als Kind interessierte. Die Ausbildung sei zu Beginn sehr anstrengend gewesen, weil alles neu war: «Man muss die Abläufe kennenlernen.» Heute schätzt sie besonders die Pflege und den Umgang mit den Menschen. Sie setze auch gerne Spritzen, fügte sie an. Die Schichtarbeit und die Arbeit an Wochenenden, erklärte sie in grosser Offenheit, daran müsse man sich als junger Mensch allerdings gewöhnen.
Heidi Hess


