Marianne Stänz ist Gemeindeammann in Birmenstorf. Die Projektleiterin (lic. oec. publ.) ist Vorstandsmitglied der Frauenzentrale Aargau, Präsidentin des ref. Kirchenchores Birmenstorf und Vorstandsmitglied der Mitte Birmenstorf.
Begonnen hat meine Schweiz-Durchquerung ...
Marianne Stänz ist Gemeindeammann in Birmenstorf. Die Projektleiterin (lic. oec. publ.) ist Vorstandsmitglied der Frauenzentrale Aargau, Präsidentin des ref. Kirchenchores Birmenstorf und Vorstandsmitglied der Mitte Birmenstorf.
Begonnen hat meine Schweiz-Durchquerung auf dem Jakobsweg im Sommer 2023 in Rorschach am Bodensee. Diesen Sommer bin ich die vierte und letzte Wegstrecke von Fribourg am Röstigraben bis nach Genf gewandert. Ich bin stolz auf mich, dass ich dieses Projekt nun erfolgreich abgeschlossen habe. Es tut gut, dem Körper mal wieder eine Leistung abzuverlangen und im Durchschnitt 20 km am Tag zu gehen. Natürlich tat immer mal etwas weh. Vor allem die Füsse müssen viel Ungewohntes leisten, habe ich doch über 30 000 Schritte pro Tag absolviert. Druckstellen an den Schuhen und Blasen, rebellierende Mittelfussknochen oder ein Nacken, der plötzlich schmerzhaft sticht, musste ich wegstecken und trotzdem weitergehen. An einzelnen Tagen ging mir buchstäblich der Treibstoff aus, weil ich mich nicht gut verpflegt hatte. Der schlimmste Gegner war aber der Kopf. Zeitweise hat mir jedes Bänkli laut zugerufen: «Setz Dich doch hin bei mir!» Dem galt es zu widerstehen, denn mit Pausen kommt man nicht ans Ziel.
Eine Wanderung ist auch immer eine langsame Reise durch neu zu entdeckende Regionen. Die Westschweiz hat mich bezaubert! Sie ist kulturell und landschaftlich eine wunderschöne Region. Ich habe mir eine Gegend erarbeitet, die ich viel zu wenig kannte. Ich gebe zu: Ich hatte Vorurteile wie, die Leute seien arrogant oder halbe Franzosen. Beides ist falsch. Die Menschen sind sehr freundlich, habe ich doch sicher mehr als Hundert Mal «Bonjour» gesagt. Und so viele Schweizer Fahnen wie in der Genferseeregion sieht man in der Deutschschweiz nicht! Wie bei den meisten Deutschschweizerinnen und -schweizern ist mein Französisch mangelhaft. Ich habe aber gestaunt, welche Wörter mein Unterbewusstsein hervorgekramt hat. Mit der Zeit hat mein Hirn beim Gehen ständig Sätze ins Französische übersetzt. Eigentlich ist doch Französisch zu sprechen genauso wie das Leben an sich: Es bedeutet, Vertrauen in sich selbst zu haben und sich Fehler zu verzeihen.
Wieso habe ich den Titel «Moi aussi» gewählt? Auf meinem Weg kam mir eine Frau mit Hund entgegen. Der mittelgrosse Hund trug einen langen, schweren Ast in der Schnauze und versperrte den Weg. Die Frau meinte entschuldigend: «Il est fier! Er ist stolz!». Ich wollte schon antworten: «Moi aussi!» Ja, ich bin auch stolz auf mich, dass ich den ganzen Jakobsweg von Rorschach bis Genf geschafft habe.