Die Gründungsversammlung der Genossenschaft Optimasolar Aargau fand auf dem Nüeltschehof statt
Letzte Woche wurde die Genossenschaft Optimasolar Aargau in Wohlenschwil gegründet. Mit der Gründung soll ein Beitrag geleistet werden, die Energiewende 2050 doch noch ...
Die Gründungsversammlung der Genossenschaft Optimasolar Aargau fand auf dem Nüeltschehof statt
Letzte Woche wurde die Genossenschaft Optimasolar Aargau in Wohlenschwil gegründet. Mit der Gründung soll ein Beitrag geleistet werden, die Energiewende 2050 doch noch zu erreichen.
Ziel der neu gegründeten Genossenschaft Optimasolar Aargau ist, Solaranlagen auf grossen Dächern (ab 300 Quadratmetern) im Kanton Aargau zu finanzieren, zu bauen und zu betreuen. Genutzt werden Dächer von Landwirtschafts- und Gewerbebetrieben, öffentlichen Bauten und Privathäusern. «Unsere Anlagen im Aargau produzieren Solarstrom transparent und nachhaltig», führt Elisabeth Stettler, Präsidentin der Genossenschaft Optimasolar Aargau aus.
Die Gründungsversammlung fand bei Initiant Alex Füglistaller auf dem Nüeltschehof in Wohlenschwil statt. Beglaubigt wurde die Gründung durch die Mellinger Notarin Daniela Müller. Die 13 Gründungsmitglieder sind alles solarbegeisterte Privatpersonen. Aus der Politik Grossrätin Mirjam Kosch (Fraktionspräsidentin Grüne), Grossrat Gian von Planta (Grünliberale), Grossrat Jonas Fricker (Grüne) und Nationalrätin Gabriella Suter (SP). Eine Genossenschaft getragen vom Volk, über Gemeinde- und Parteigrenzen hinaus. Elisabeth Stettler sagt: «Wir wollen mit der Gründung der Genossenschaft die Solarflächen im Aargau steigern. Die Politik macht nur langsam vorwärts.» Tatsache sei, um die Energiewende 2050 zu erreichen, müssten bis dann 70 Prozent der Dachflächen im Kanton mit Photovoltaikanlagen bestückt werden. Bis anhin sind es nur zehn Prozent. «Das Potenzial ist riesig», so Stettler.
Unterstützung bei der Umsetzung
Die Umsetzung von grossen Solaranlagen stellt viele Privatpersonen vor grosse Herausforderungen. Vorschriften, Gesetze, der Ausbau von Trafostationen und Zuleitungen sind Stolpersteine und bremsen Projekte aus. Und oft fehlt auch das benötigte Kapital für die Umsetzung – Subventionen wurden vom Bund stark gekürzt. Die Genossenschaft Optimasolar Aargau springt da in die Bresche. «Wir mieten die Dachfläche und der Strom kann von uns für Eigenbedarf oder von Nachbarn bezogen werden», so Stettler. «Wir finden Lösungen und setzen grosse Photovoltaikanlagen um.» Interessant sei, dass Optimasolar Aargau den Strompreis tiefer anbieten könne.
Für Gründung erhielt er eine Anfrage
Das Pionierprojekt der neu gegründeten Genossenschaft wird auf dem Nüeltschehof, auf dem Dach der Fahrzeug- und Gerätehalle, sowie auf dem Hofladen, realisiert. Der Grossteil des produzierten Stroms wird für den Eigenverbrauch verwendet. Das Landwirteehepaar Alex Füglistaller und Judith Füglistaller hat auf seinem Hof bereits Photovoltaikanlagen auf dem Stallgebäude, bei der Balkonverkleidung und bei einem Tisch installiert. Dieser Strom wird aber direkt ins Netz eingespeist. Doch wie kam Alex Füglistaller dazu die Solargenossenschaft zu gründen? «Eine Gruppe war bei mir auf dem Hof, um sich über künftige Möglichkeiten von Langzeitspeicherung von Strom auszutauschen», führt Füglistaller aus. Oliver Franz, Präsident von Optimasolar Zürich Unterland und Mitglied der Verwaltung Optimasolar Schweiz, habe die Solargenossenschaft vorgestellt. Der Verbund ist seit 2013 in Solothurn, Zürich, Freiburg und Waadt erfolgreich tätig. Und so musste Füglistaller nicht lange überlegen, als er für die Gründung der Genossenschaft Optimasolar Aargau angefragt wurde. Umgehend ging er auf die Suche nach Gründungsmitgliedern, die Zusagen erfolgten prompt.
Die Genossenschaft Optimasolar wird von Genossenschafterinnen und Genossenschaftern (private und juristische Personen) getragen. Anteilscheines sind à 1000 Franken erhältlich. Mit diesem Kapital werden Anlagen finanziert. «Erwirtschaftete Gewinne fliessen in neue Anlagen oder werden als Dividende ausgeschüttet», so Elisabeth Stettler. Die Verwaltungsmitglieder arbeiten alle ehrenamtlich.
Debora Gattlen
Die Gründung von Optimasolar Aargau wird am Samstag, 14. März, von 11 bis 15 Uhr, mit der Bevölkerung auf dem Nüeltschehof gefeiert. Bei Wurst, Raclette und Getränken gibt es Zeit für Austausch und individuelle Fragen.