Dopingkontrollen im Velorennsport, das war einmal! Jedenfalls bei den Frauen. Da wird offenbar mit den Sport-BHs mehr geschummelt als mit Doping. Velorennfahrerinnen mit grosser Oberweite haben einen natürlichen Vorteil gegenüber den schmalbrüstigen Konkurrentinnen. Studien zeigen ...
Dopingkontrollen im Velorennsport, das war einmal! Jedenfalls bei den Frauen. Da wird offenbar mit den Sport-BHs mehr geschummelt als mit Doping. Velorennfahrerinnen mit grosser Oberweite haben einen natürlichen Vorteil gegenüber den schmalbrüstigen Konkurrentinnen. Studien zeigen nämlich, männlich-einfach ausgedrückt: Je umfangreicher die Brust, desto geringer der Luftwiderstand. Da sei pro Rennkilometer ein Zeitgewinn von knapp einer Sekunde auf die Strasse zu zaubern. Vor allem bei Einzelzeitfahren könne dies entscheidend sein. Bei der aktuellen Tour de France Femmes betrug die Distanz 21 Kilometer. Will heissen, eine Fahrerin mit entsprechender physischer Beschaffenheit könnte von einem Vorteil von rund 20 Sekunden Vorsprung profitieren. Nebenbei erwähnt: Siegerin war unsere Schweizerin Marlen Reusser, mit vier Sekunden Vorsprung. Oberweite unbekannt.
Wir kennen das zur Genüge: Wenn es um Sekunden geht, sind Sportlerinnen und ihre Betreuer kreativ. Ein Lösungsansatz besteht darin, den Luftwiderstand zu bekämpfen, indem im Sport-BH zusätzliche Polster eingebaut werden. Da haben wir die Chancengleichheit wieder! Allerdings verbietet der Dachverband des Radsports künstliche Veränderungen der Körperform und kann Verstösse mit einer Disqualifikation ahnden. Folglich müssen alle Fahrerinnen kontrolliert werden. Wenn ich richtig gelesen habe, stehen den Organisatoren jedoch zu wenige Kontrolleurinnen zur Verfügung. Für die Inspektion werden nämlich ausschliesslich Frauen zugelassen, denn Männer haben da im wörtlichen Sinn nichts zu suchen.
Jean