Niederrohrdorf - Wettbewerbsprojekt ist kein fixfertiger «Bauplan»
28.08.2026 NiederrohrdorfDer Bericht «Das Schulprojekt wirft Fragen auf» im «Reussbote» vom 18. August über den Info-Abend zum Primarschulprojekt bedarf einiger Präzisierungen. Es ist erfreulich, dass sich die Bevölkerung intensiv mit diesem wichtigen Projekt auseinandersetzt. Die an ...
Der Bericht «Das Schulprojekt wirft Fragen auf» im «Reussbote» vom 18. August über den Info-Abend zum Primarschulprojekt bedarf einiger Präzisierungen. Es ist erfreulich, dass sich die Bevölkerung intensiv mit diesem wichtigen Projekt auseinandersetzt. Die an der Veranstaltung aufgeworfenen Fragen verdeutlichen dieses grosse Interesse. Umso wichtiger ist eine vollständige und korrekte Darstellung der wichtigsten Aspekte. Es liegt in der Natur der Sache, dass in dieser Projektphase noch einige Fragen offen sind. Das vorliegende Wettbewerbsprojekt ist kein fixfertiger «Bauplan». Damit die Planung gestartet werden kann, braucht es die Freigabe zum Projektierungskredit. Sobald dieser bewilligt ist, können technische Fragen geklärt, Optimierungen vorgenommen und die Kosten verlässlicher ermittelt werden. Hierfür wird aktuell ein Planungsteam mit Vertreterinnen und Vertretern von über zehn Fachdisziplinen zusammengestellt.
Für die weitere Planung liegt bereits eine gute Grundlage vor. Beim Studienauftrag machten zehn Unternehmen mit, und eine Fachjury hat das Projekt «Palimpsest» als beste Lösung ausgewählt. Das Projekt meistert den anspruchsvollen Spagat zwischen dem dringend benötigten zusätzlichen Schulraum und dem Erhalt eines grosszügigen Freiraums für Schülerinnen und Schüler. Die Jury ist überzeugt, dass die Vorzüge des Projekts durch die konkrete Planung erhalten bleiben.
Ein wichtiger Vorzug ist, dass die bestehenden Schulprovisorien voraussichtlich nicht räumlich verlegt werden müssen. Im Bericht kommt dies zu kurz. Am Info-Abend wurde eine Verschiebung der Provisorien während der ersten Bauetappe als Worst-Case-Szenario erläutert. Nach heutigem Kenntnisstand ist jedoch davon auszugehen, dass lediglich das aussenliegende Treppenhaus verlegt werden muss und die «Villa» am heutigen Standort bestehen bleiben kann.
Auch bei den Tagesstrukturen ist eine Einordnung wichtig. Diese müssen dringend ausgebaut werden. Die Dorfschüür wurde als Lösung geprüft, sie ist jedoch zu gross; ein erheblicher Teil der Flächen würde dort auf Vorrat erstellt. Nach ersten Grobschätzungen würde diese Variante rund 10 Mio. Franken kosten. Die Integration der Tagesstrukturen in die Schulgebäude hingegen kann deutlich wirtschaftlicher realisiert werden. Zudem wird hier verdichtet und ressourcenschonend gebaut, da bestehende Grundstrukturen und Teile des heutigen Gebäudes weitergenutzt werden können.
Mit dem Entscheid über den Projektierungskredit am 15. September hat die Stimmbevölkerung nicht das letzte Wort gesprochen. Die Gemeindeversammlung wird erneut abstimmen können, und zwar über den Baukredit. Die Kosten werden nach abgeschlossener Planung mit einer Genauigkeit von +/- 10 Prozent deutlich präziser beziffert werden können.
Der Gemeinderat ist überzeugt, mit dem ausgewählten Schulbauprojekt eine hochwertige, funktionale und langfristig tragfähige Lösung zu vertretbaren Kosten gefunden zu haben. Die bevorstehende Planungsphase wird nun dazu dienen, offene Fragen sorgfältig zu klären und eine verlässliche Grundlage für den späteren Entscheid der Bevölkerung über den Baukredit zur Realisierung des Projekts zu schaffen.
Kevin Van, Gemeinderat Niederrohrdorf, Ressort Bildung
