Passenden Standort für Kaffeerösterei gefunden
30.01.2026 GewerbeDie Kafikultur GmbH hat ihre neuen Räumlichkeiten bezogen. Davor war ein Standort in Mellingen für die Kaffeerösterei ein Thema
Es brauchte einen langen Atem für die Jungunternehmer Michael Brugger und Severin Egli von der Kafikultur GmbH. Vor einem Jahr prüften ...
Die Kafikultur GmbH hat ihre neuen Räumlichkeiten bezogen. Davor war ein Standort in Mellingen für die Kaffeerösterei ein Thema
Es brauchte einen langen Atem für die Jungunternehmer Michael Brugger und Severin Egli von der Kafikultur GmbH. Vor einem Jahr prüften sie einen Standort in Mellingen. Nun wurden sie in Baden-Dättwil fündig.
Vor einem Jahr lag das Baugesuch für eine Kaffeerösterei in Mellingen öffentlich auf («Reussbote», 11. Februar 2025). Manch einer konnte schon den Duft von frisch geröstetem Kaffee im Reuss-Städtchen riechen. Doch nicht die beiden Jungunternehmer Michael Brugger aus Niederrohrdorf und Severin Egli aus Tägerig waren es, die das Baugesuch einreichten. Das Baugesuch für die Umnutzung der Liegenschaft in eine Kaffeerösterei wurde von der Vermieterin der Liegenschaft am Zentralplatz 4 vorsorglich eingereicht. «Der Standort passte leider nicht», sagt Michael Brugger. Die Suche ging daher weiter. Doch diese gestaltete sich nicht einfach. «Die Kaffeerösterei benötigt einen Standort in einem Industriegebiet, der gut mit Lkws erreichbar ist», sagt Michael Brugger. «Zudem muss eine ausreichende Raumhöhe für die Lagerung mehrerer Tonnen Rohkaffee vorhanden sein.» Fündig wurden Brugger und Egli nun im Industriegebiet in Baden-Dätwil am Langacker 2.
Herzstück ist der Röster
Wer die neuen Räumlichkeiten betritt, wird nicht nur von den Geschäftsführern, sondern auch von Kaffeeduft begrüsst. Das Herzstück ist der türkisfarbene Kaffeeröster. Bis zu dreimal pro Woche wird hier Kaffee geröstet. Das geht im Gegensatz zu früher per Computerprogramm. Auf dem Laptop sind während des Röstvorgangs die Temperaturen angezeigt. Je nach Kaffeesorte fallen diese weniger hoch aus. «Bei Kafikultur werden die Rohbohnen durch eine Trommelröstung schonend verarbeitet», so Brugger. Schonend bedeutet ein langsameres und weniger heisses Verfahren, als bei einer industriellen Röstung. So bleiben die natürlichen Aromen der Rohbohnen besser erhalten und die Geschmacksstoffe können sich ideal entfalten. Im Lager sind auf einem Gestell in traditionellen Jutesäcken rohe Kaffeebohnen aus Indien, Kolumbien, Peru und Kenia gelagert. «Wir holen diese direkt beim Importeur in Basel ab», sagt Brugger. Trotz der Hilfe eines Gabelstaplers braucht es bei den 70 Kilo-Säcken ordentlich Muskelkraft. Direkt im Lager werden die Bohnen vor der Röstung gemischt oder sortenrein in Eimer abgefüllt. Nach jeder Röstung müssen die Kaffeebohnen 24 Stunden ruhen. So verflüchtigen sich alle entstandenen Gase. Was bleibt, ist das kräftige Aroma der Bohnen. Anschliessend werden sie in beschichtete Papiertüten abgefüllt, luftdicht versiegelt und nochmals für eine Woche gelagert. Die Packungen werden zum Schluss mit speziellen Etiketten versehen. Diese können auch für Firmen personalisiert werden. Die klingenden Namen der Kaffeeröstungen heben sich von herkömmlichen Namen ab. Im wahrsten Sinne des Wortes verkörpern diese Charakterzüge von Menschen: Chnuschti, Dampfloki, Dickchopf oder Luuszapfe. Der Kaffee kann online oder vor Ort in Baden-Dättwil gekauft werden.
Kaffeeröster aus Passion
Severin Egli legte 2020 den Grundstein für Kafikultur gemeinsam mit seiner Frau Christina. Seit 2023 führt er die Rösterei zusammen mit seinem Geschäftspartner, Michael Brugger. Die beiden ergänzen sich perfekt: Egli hat eine Vorliebe für dunkle Blends, während Brugger helle, sortenreine Röstungen bevorzugt. Severin Egli befasst sich seit über zehn Jahren leidenschaftlich mit Kaffee. Er ist ausgebildeter Kaffee-Röster und diplomierter Hôtelier-Restaurateur HF mit reichlich Gastro-Erfahrung. Bis heute arbeitet er in einem 60-Prozent-Pensum im Verkauf einer Bäckerei.
Michael Brugger begann sich ebenfalls vor rund zehn Jahren intensiver mit Kaffee zu befassen. Je mehr er sich in der Materie vertiefte, desto mehr wuchs seine Begeisterung. Seit 2021 stellt er eigene Röstungen her. Er verfügt dank seiner eigenen Firma in Niederrohrdorf über ein umfassendes Fachwissen und viel Erfahrung im Umgang mit Kaffeemühlen und Kaffeemaschinen.
Restaurants und Privatkundschaft
Zur Kundschaft von Kafikultur zählen Geschäfte und Restaurants im Aargau, Zürich und Luzern. Wer im Restaurant Gnadenthal einen Kaffee trinkt, kommt ebenfalls in den Genuss des Kaffees von Kafikultur. Bestellungen werden in der Region persönlich oder per Post ausgeliefert. Brugger und Egli waren mit ihrem Kaffee auch schon an Anlässen bei der Gärtnerei Zulauf in Schinznach vor Ort. «Wir kamen kaum nach mit der Zubereitung von Kaffee», sagt Brugger. «Viele wollten unseren frisch zubereiteten Cappuccino probieren.» In der Zukunft wollen die beiden am Standort in Baden-Dättwil auch vermehrt Firmenanlässe durchführen. «Die Teilnehmenden können selber Kaffee rösten und Severin erzählt etwas über die Geschichte des Kaffees», führt Brugger aus. Angeboten werden auch Barista-Kurse. Dabei lernt man, wie ein Kaffee, ein Espresso oder ein Cappuccino mit perfektem Herz zubereitet wird. «Es kommt auf die exakte Menge von Kaffee und auf die Temperatur bei der Kaffeezubereitung an», sagt er. Das nach dem Firmenmotto: Lass uns gemeinsam die Kaffeekultur feiern.
Debora Gattlen
Infos und Bestellungen: kafikultur.ch



