Roman Wyler ist im Sennhof aufgewachsen und lebt mit seiner Familie in Remetschwil. Der eidg. dipl. Bauleiter engagiert sich in seiner Freizeit als Gemeinderat, als Parteipräsident der Mitte Bezirk Baden und im Schwingsport.
Was viele als den Gipfel der Absurdität ...
Roman Wyler ist im Sennhof aufgewachsen und lebt mit seiner Familie in Remetschwil. Der eidg. dipl. Bauleiter engagiert sich in seiner Freizeit als Gemeinderat, als Parteipräsident der Mitte Bezirk Baden und im Schwingsport.
Was viele als den Gipfel der Absurdität bezeichnen, ist für andere ein Befreiungsschlag für Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit ihrem biologischen Geschlecht übereinstimmt: die Penisträger*innen. Auch wenn ich eine tiefe Abneigung zu Gendersternen hege, versuche ich in dieser Kolumne nicht zu werten, sondern einzuordnen. Und dies aus aktuellem Anlass: Vor ein paar Wochen besuchte eine Trans-Frau den FKK-Bereich im Berner Marzilibad, dem sogenannten «Paradiesli». Dieser Bereich ist ausschliesslich Frauen vorbehalten und dient als sogenannter «Schutzraum». Die besagte Person, welche sich als Frau identifiziert, sieht für sich somit ein Anrecht, dem «füdliblutten» Sonnenbaden zu frönen. Offenbar haben die anwesenden Frauen, die sich als Frauen identifizieren und auch so gelesen werden können, sich daran gestört und die Verantwortlichen der Badeanstalt angehalten, die Trans-Frau doch bitte wegzuweisen. Nachdem die Wegweisung erfolglos blieb, wurde die Polizei eingeschaltet. Diese führte die renitente Trans-Frau in Handschellen ab. Die Stadt Bern, notabene Besitzerin und Betreiberin des Freibads Marzili, hat sich für diese Wegweisung und das Verhalten ihrer Angestellten entschuldigt und schreibt in einem Communiqué auf der Homepage des Marzilis, dass alle «Frauen» im «Paradiesli» willkommen seien, ganz egal ob trans oder nicht. Wem dies nicht gefällt, soll doch den FKK-Bereich einfach verlassen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es unzählige Trans-Menschen gibt, die sich über diesen Vorfall auch aufgeregt haben. Viele von ihnen versuchen jahrelang, sich in der Gesellschaft einzuordnen, sind gefangen zwischen Scham und gesellschaftlicher «Normalität». Sie suchen weder die Aufmerksamkeit noch die Provokation. Sondern versuchen möglichst unauffällig ein Leben zu leben. So wie es für sie stimmt. Und dann gibt es einzelne Personen, deren Vorgehen eine schweizweite Mediendebatte auslöst. Und dies alles unter dem Banner von Gleichbehandlung, Diversität und Toleranz. Nach Einschätzung der Stadt Bern und aus ihrer rechtlichen Sicht hatte die Trans-Frau recht. Der Personalausweis wurde laut Medienberichten bereits von Mann auf Frau umgeschrieben. Aus meiner Sicht gilt aber: Im Recht sein bedeutet nicht automatisch Recht zu erhalten.
Auch ich wünsche mir Toleranz. In erster Linie aber gesunden Menschenverstand. Und zwar auf allen Seiten.