Mellingen: Die Delegiertenversammlung des nationalen Pilzverbandes fand diesmal im Reuss-Städtchen statt
Am letzten Märzsonntag trafen sich im «Löwen» in Mellingen 118 Delegierte des Verbandes schweizerischer Pilzvereine (VSVP) zu ihrer jährlichen ...
Mellingen: Die Delegiertenversammlung des nationalen Pilzverbandes fand diesmal im Reuss-Städtchen statt
Am letzten Märzsonntag trafen sich im «Löwen» in Mellingen 118 Delegierte des Verbandes schweizerischer Pilzvereine (VSVP) zu ihrer jährlichen Delegiertenversammlung. Der Verband zählt schweizweit über 5000 Mitglieder in 80 Vereinen.
Für die Organisation der DV war der Pilzverein Mellingen verantwortlich. Zusammen mit dem «Löwen»-Team wurden vor einem Jahr die Vorarbeiten aufgenommen und die notwendigen Kontakte im Städtchen geknüpft, sodass am Versammlungstag alles bereit war. Nach dem von der Stadt spendierten «Café Gipfeli» begrüsste Stadtpräsidentin Györgyi Schaeffer die Delegierten herzlich: «Mellingen ist die gelungene Kombination aus Geschichte, Natur und moderner Entwicklung.»
Begrüssung der Stadtpräsidentin
Sie wies weiter auf mehrere Besonderheiten hin: den Zeitturm mit der grossartigen astronomischen Uhr, die Bedeutung der Brücke früher und heute, die unübersehbare, laufende bauliche Umgestaltung der Hauptgasse und das kantonale Naturschutzgebiet Risi. Ihre Rede wurde von einem Vorstandsmitglied des Verbands anschliessend ins Französische übersetzt. Das war wohl für Beobachter das Überraschende: Verbandspräsident Raphael Rickmann führte gekonnt zweisprachig durch die zweistündige Versammlung; zudem wurde problemlos auf Deutsch und Französisch diskutiert und immer sofort übersetzt. Die Zweisprachigkeit wurde auch in der Begrüssungsbroschüre des Pilzvereins Mellingen – je 10 Seiten Deutsch/Französisch – gelebt, und auch die Speise- und Getränkekarte des «Löwen» war zweisprachig.
Chardon-Marie und Mariendistel
Die Tische waren ungewöhnlich dekoriert: Stefan Keller, Präsident des Pilzvereins Mellingen und seine Frau Monika hatten in ihrer kleinen Staudengärtnerei in Büschikon eine spezielle Pflanze gesät, in Töpfchen gepflanzt und eine Pflanze für jeden Delegierten auf die Tische gestellt. Keller erklärte der Versammlung dazu: «Wenn ich in unserem Verein jeweils Danke sagen darf, mache ich das fast immer mit einem Pflanzenpräsent. Ihr seht vor Euch die Mariendistel. Als ich vernahm, dass das in ihr enthaltene Silibinin als Gegengift bei Knollenblättervergiftung gebraucht wird, hatte ich die ideale Pflanze, um Euch, liebe Delegierte, Danke zu sagen für den Einsatz in Euren Pilzvereinen!» Die Überraschung nach diesen Worten war gross und der Applaus stark, und die Mariendistel oder Chardon-Marie wurde dann am Schluss auch vorsichtig eingepackt und nach Hause mitgenommen, denn Stefan hatte deutlich gewarnt: «Achtung, sie sticht! – Atttention, elle pique!».
Gemeinsames Mittagessen
Beim anschliessenden Apéro wurde diskutiert, gefachsimpelt und fröhlich gelacht. Zur DV gehört ferner das traditionelle, gemeinsame Mittagessen. Der «Aargauer Braten» mit diversen Zutaten aus der «Löwen»-Küche fand grossen Anklang, und ob des legendären Dessertbuffets, zu dem auch die Aargauer Rüeblitorte gehörte, konnte man nur staunen und es dann geniessen.
Die Delegiertenversammlung des VSVP bleibt dem Pilzverein Mellingen in bester Erinnerung: Über 20 Vereinsmitglieder halfen beim Einrichten, beim Schöpfen am Buffet und als «Läufer/-innen» im Service tatkräftig mit. Die Zusammenarbeit mit dem Verbandsvorstand und dem aufgestellten Restaurant-Team klappte ausgezeichnet. Besonderen Eindruck machte gelebte Zweisprachigkeit – ein Zeichen, wie gut unser Land auch über den «Röschtigraben» hinweg funktioniert, wenn man denn will. (pm/zVg)