Präzision von 3D-Druckern sorgte für Erstaunen
23.10.2026 MägenwilMägenwil: Die Gemeinde lud zum traditionellen Gewerbeapéro. Diesjähriger Gastgeber war das Familienunternehmen Urma AG
Viele Gewerbetreibende nutzten die Gelegenheit das «Experience Center» des Familienunternehmens Urma AG zu besichtigen. Beim ...
Mägenwil: Die Gemeinde lud zum traditionellen Gewerbeapéro. Diesjähriger Gastgeber war das Familienunternehmen Urma AG
Viele Gewerbetreibende nutzten die Gelegenheit das «Experience Center» des Familienunternehmens Urma AG zu besichtigen. Beim Gewerbeapéro ist nebst dem Blick hinter die Kulissen der Austausch inklusive.
Das Familienunternehmen Urma AG eröffnete im Mai ihr «Experience Center». Dazu gehören Büroräume, Sitzungszimmer, ein Auditorium und viel Ausstellungsfläche für Präzisionswerkzeuge, CNC-Maschinen (wird für die Bearbeitung von Bauteilen eingesetzt), industrielle 3D-Drucker und Nachbearbeitungsmaschinen. Während des Anlasses konnten die teilnehmenden 55 Gewerbetreibenden beim Rundgang die verschiedenen Maschinen im Showroom besichtigen. Sie erhielten dabei einen Einblick, was in der industriellen Fertigung mit Werkzeugmaschinen und 3D-Druck alles möglich ist. Als Veranschaulichung konnten maschinenhergestellte Produkte angefasst werden. Und diese verblüfften die Anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer sichtlich.
254 Firmen in Mägenwil ansässig
Gemeindeammann Peter Wiederkehr führte zu Beginn des Anlasses aus, dass das Gewerbe für Mägenwil wichtig ist. Seit 24 Jahren führt die Gemeinde den Gewerbeapéro durch. Damit wird dem lokalen Gewerbe die Gelegenheit geboten, Kontakte zu knüpfen, sich auszutauschen und Ideen und Anregungen bei der anwesenden Gemeindebehörde anzubringen. Unternehmungen, die den Gewerbeapéro austragen, bekommen jeweils den Wanderstein überreicht. «Der Stein ist aus Mägenwiler Muschelkalk und ist Millionen von Jahre alt. Er steht für die Industrie von Mägenwil, da der Abbau lange Zeit ein wichtiger Industriezweig im Dorf war.» Heute sei die Industrie noch immer sehr wichtig für Mägenwil. Stolze 254 Firmen, davon 59 Selbständigerwerbende sind im Dorf ansässig. Diese schaffen 3300 Arbeitsplätze – das bei 2400 Einwohnern im Dorf. «Das Verhältnis von Einwohnern zu Arbeitsplätzen ist einmalig im Kanton», so Peter Wiederkehr.
Beliebter Industriestandort
Die Gemeinde Mägenwil kann bei der Industrie und dem Gewerbe durch die gute Anbindung an die Autobahn und den öV punkten. Und es sind noch freie Parzellen vorhanden. Davon machte auch die Urma AG Gebrauch. Seit über 60 Jahren ist die Firma in Rupperswil beheimatet. Dort wurde der Platz aber inzwischen knapp. Fündig wurde man in Mägenwil. «Wir sind froh, dass wir im Mägenwiler Gewerbegebiet Büntli den idealen Standort für unseren zweiten Schweizer Sitz gefunden haben», sagte Yannick Berner, Co-CEO der Urma, am Gewerbeapéro. In nur sieben Minuten sei man mit dem Auto von Rupperswil in Mägenwil. Stolz sei er, dass sie als Mägenwiler Neulinge bereits den diesjährigen Gewerbeapéro austragen durften. Das neue Gewerbegebäude von Urma soll sich als zentraler Begegnungsort für die Industrie etablieren. Die Infrastruktur, inklusive Auditorium mit Platz für bis zu 150 Teilnehmende, bietet den passenden Rahmen für Veranstaltungen aller Art.
Zusätzlich sind im «Experience Center» fünf weitere Firmen (Partnerfirmen) eingemietet: von der Bank bis hin zum Öl- und Schmierstofflieferanten. Firmenchef Yannick Berner sagte zum Abschluss seiner Rede: «Es gibt viel auf dem Rundgang zu entdecken. Das spiegelt sich auch im Namen des Gebäudes «Experience Center» wider.»
Lange Familientradition
Wer steckt hinter der Firma Urma AG?
«Wir sind ein Familienunternehmen in dritter Generation. Willy Berner gründete die Urma AG 1962 in Rupperswil. Mein Zwillingsbruder Oliver und ich führen zusammen seit zwei Jahren die Firma und meine Schwester Jessica ist die Finanzchefin. Es bereitet uns Freude, zusammen mit unseren Mitarbeitenden das Generationenunternehmen weiterzuführen», sagte Yannick Berner. Die Produktion der Präzisionswerkzeuge befindet sich in Rupperswil. Viel sei automatisiert, Roboter gewährleisten, dass rund um die Uhr produziert werden kann. «Wir investieren laufend, damit wir die Produktionskapazität und -qualität halten können», so Berner weiter. Seit Jahren habe man weltweit viele Patente inne. Die hochgenaue Verarbeitung im Mikrometerbereich steht dabei im Vordergrund, wie zum Beispiel bei der Bohr- , Fräs- oder Reibbearbeitung in der Automobil-, Maschinenbau-, Hydraulik- und Flugzeugbauindustrie. Fast 95 Prozent der Präzisionswerkzeuge werden exportiert, nur fünf Prozent bleiben in der Schweiz. Seit über 20 Jahren vertreibt Urma AG zudem Werkzeugmaschinen. Der Trend zur Automatisierung führe zu einer immer höheren Nachfrage nach 3D-Druckern und CNC-Maschinen. In Mägenwil arbeiten rund 30 Personen im Bereich Maschinenhandel und Marketing, beim Mutterhaus in Rupperswil rund 100 Angestellte, inklusive Produktion.
Rundgang mit Veranschaulichung
Beim Rundgang durch das «Experience Center» konnten sich die Teilnehmenden des Gewerbeapéros gleich selbst ein Bild vom Angebot der Urma AG machen. Kunststoff- und Metalldrucker zeigen eindrücklich, was alles möglich ist. So wird die 3D-Drucktechnologie zum Beispiel eingesetzt, um künstliche Hüftgelenke herzustellen. Mit Kunstharz-Druck entstehen Fahrradhelme oder Zahnschienen für Zahnarztpraxen. «Diese Technologie wird in Zukunft in den unterschiedlichsten Branchen zum Einsatz kommen», führte Christian Di Muccio, Director Machines der Urma AG, beim Rundgang aus. «Es ist sehr spannend hinter die Kulissen zu schauen. Man sieht eindrücklich, was mit Hilfe von 3D-Druckern zu produzieren möglich ist. Das ist jenseits von meinen Vorstellungen», sagte Gemeinderätin Tülin Hamurtekin. Gemeindeammann Peter Wiederkehr fügte an: «Die Führung war sehr interessant. Ich war vor 50 Jahren Elektromechaniker. Auch vor fünf Jahrzehnten war alles sehr präzise, heute ist es aber enorm.» Denise Dünki von ünibunt by Denise Dünki, Design & Grafik sagte: «Das Gebäude ist sehr eindrücklich. Faszinierend sind für mich vor allem die 3D-Drucker.» Sonja und Stefan Sager der Sager Montagen GmbH meinten: «Es ist sehr interessant hinter die Kulissen zu sehen. Das sieht man ansonsten nie. Wir nehmen daher immer am Gewerbeapéro teil.» Nach dem Rundgang wurde beim Apéro weiter fleissig diskutiert und gefachsimpelt.
Debora Gattlen








