Prognose: 500 Schülerinnen und Schüler bis 2040
22.05.2026 NiederrohrdorfNiederrohrdorf: Guido Hirschvogl, Gesamtschulleiter Kreisschule Rohrdorferberg, verrät im Interview, weshalb die Oberstufe mehr Platz braucht
Der Schulraum ist seit über zehn Jahren ein Thema. Es wurde viel diskutiert und Projekte verworfen. Doch nun soll das neue 41,1 ...
Niederrohrdorf: Guido Hirschvogl, Gesamtschulleiter Kreisschule Rohrdorferberg, verrät im Interview, weshalb die Oberstufe mehr Platz braucht
Der Schulraum ist seit über zehn Jahren ein Thema. Es wurde viel diskutiert und Projekte verworfen. Doch nun soll das neue 41,1 Millionen Projekt Torfmoos durchstarten.
Eine Schulraumerweiterung ist seit Jahren ein Thema. Es wurde viel diskutiert und Projekte verworfen. An der Infoveranstaltung Ende März wurde das Siegerprojekt «Torfmoos» für die Schulhauserweiterung der Oberstufe erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Kreisschulverband Rohrdorferberg und damit die vier angeschlossenen Gemeinden Niederrohrdorf, Oberrohrdorf, Bellikon und Remetschwil planen einen Erweiterungsbau der Kreisschule am Standort Niederrohrdorf für insgesamt 41,1 Millionen Franken. Das Projekt besteht aus zwei neuen Gebäuden mit unterirdischer Doppelturnhalle. An den Gemeindeversammlungen der vier Trägergemeinden, die alle gleichzeitig am 16. Juni stattfinden (siehe Artikel unten), ist nun dafür der Bruttokredit für die Erweiterung des Oberstufenschulzentrums über 41,1 Millionen Franken traktandiert.
Kreisschule platzt aus allen Nähten
Seit geraumer Zeit benötigt die Kreisschule Rohrdorferberg mehr Platz. Bis anhin wurden als Überbrückung die fehlenden Schulräume mit Containern kompensiert. Wie jedes öffentliche (Schul-)Projekt wirft auch dieses Projekt Fragen auf. Kritische Stimmen gab es zu den Kosten und der Grösse des Projekts. Gesamtschulleiter, Guido Hirschvogl, führt im Interview mit dem «Reussbote» aus, was das Projekt auszeichnet und weshalb die Schule den geplanten Platz braucht.
◆ Wie unterscheidet sich das neue Projekt zum Vorgängerprojekt?
Guido Hirschvogl: Die wesentlichsten Unterscheidungsmerkmale sind sicherlich der nun neue Standplatz der Gebäude mit einer klaren räumlichen Trennung von der Primarschule Niederrohrdorf und die Integration einer Doppelturnhalle.
◆ Was zeichnet das neue Bauprojekt «Torfmoos» für die Erweiterung der Kreisschule Rohrdorferberg aus?
Es gibt zahlreiche Gründe, die für das Siegerprojekt «Torfmoos» sprechen:
Für den Schulbetrieb ist sicherlich die hervorragende und flächeneffiziente innere Organisation und die Anordnung der Räume am Wichtigsten.
Aber auch die klare und sehr einfache Formgebung der neuen Gebäude überzeugen. Die Lage der Baukörper ermöglicht eine mehrheitlich freie Sicht nach Süden sowohl von den bestehenden als auch von den neuen Gebäuden.
Überzeugend für die Baukommission waren weiter die volumetrisch gute Einpassung und eine geringere Höhe im Vergleich zum bisherigen Schulhaus. Die neuen Gebäude wirken so also nicht dominant.
Wichtig war aber auch eine spätere Erweiterungsmöglichkeit, entweder über ein weiteres Geschoss oder einen zusätzlichen Baukörper.
Als letztes möchte ich noch den treppenlosen Zugang zur unterirdischen Turnhalle via Rampe ab Rüslerstrasse erwähnen.
◆ Wie sieht es mit der Nutzung der neuen Turnhalle für Vereine aus, wie ist der Zugang an den Wochenenden geregelt?
Es gibt zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Betriebskonzept, das wäre noch ein wenig früh. Ganz sicher werden aber die Turnhallen ausserhalb der schulischen Nutzung für alle Vereine der vier Kreisschulgemeinden in einem gerechten Verhältnis zur Verfügung gestellt.
◆ Bei der Infoveranstaltung fand das Projekt «Torfmoos» sichtlich Anklang. Kritische Stimmen gab es dieses Mal weder zum Standort noch zur Architektur. Fragen zur Grösse eines Schulhauses und zur Schülerzahlen-Entwicklung sind jedoch bei jedem Schulhausbau ein Thema. Wie reagieren Sie darauf?
Die Fragen sind natürlich nachvollziehbar. Diese zu beantworten, ist auch besonders schwierig. In der Mathematik ist 3 + 3 eben 6 und ganz sicher nicht 7. Aber bei der Grösse eines Schulhauses beziehungsweise bei der Anzahl der Schul- und Fachzimmer ist das nicht immer so eindeutig klar. Es mag Stimmen geben, die sagen: Es braucht nicht mehr als die heute angemieteten Räume in anderen Schulanlagen und in den Containern – das muss reichen. Aber ist das langfristig sinnvoll? Oder stehen wir dann in wenigen Jahren nicht bereits wieder vor dem nächsten «Raumbedarf-Problem»? Aber klar. Ein «Bauen auf Vorrat» ist sicherlich ebenfalls abzulehnen.
◆ Wie werden sich denn die Schülerzahlen am Rohrdorferberg in den nächsten Jahren entwickeln?
Wenn das Schulhaus in Betrieb genommen wird – ich rechne mit Sommer 2030 – werden wir im Wesentlichen gleich viele Jugendliche an der Kreisschule Rohrdorferberg haben wie heute (2025: 432 Jugendliche). Diese Zahl ist verlässlich und wir kennen diese Zahl. Mit grosser Sicherheit wird sich diese Zahl aber noch durch Zuzüge auf Grund der Bautätigkeiten und durch Verdichtung in unseren Kreisgemeinden erhöhen. Eine beauftragte Studie zur Schülerzahlenentwicklung, welche durch die Firma Kohli & Partner durchgeführt wurde, sagt bis 2040 ein Ansteigen der Schülerzahlen auf über 500 Schülerinnen und Schüler voraus. Und dem müssen wir bereits heute Rechnung tragen.
◆ Und was heisst das nun ganz konkret für den Erweiterungsbau der Kreisschule?
Ganz konkret heisst das, dass wir alle derzeitigen Räumlichkeiten der Container und der angemieteten Räume in Niederohrdorf und Oberrohrdorf plus zusätzlich zwei weitere Schulräume im Projekt berücksichtigen müssen, um die zukünftigen steigenden Schülerzahlen abzudecken.
◆ Aber ist das dann nicht zu wenig?
Das ist genau das Dilemma: Für einige mag das zu wenig sein, für andere ist es bereits zu viel. Mit zwei zusätzlichen Schulzimmern können wir sicherlich zwei weitere Klassen gut auffangen. Gleichzeitig haben wir in der neuen Schulanlage - konsequent und von Anfang an - das Konzept der Mehrfachnutzung von Räumen verfolgt. Ein Beispiel hierzu: In den geplanten Fachzimmern «Musik» können gut auch Latein- oder Französisch-Lektionen abgehalten werden, da die Zimmer vollständig ausgestattet sind. Das wird uns langfristig eine hohe Flexibilität geben.
Debora Gattlen

