Bade- und Flussregeln: Vom richtigen Verhalten beim Baden und Böötlen in der Reuss
Kinder am Wasser nie unbeaufsichtigt lassen, unbekannte Flussabschnitte erkunden – die SLRG-Baderegeln können im besten Fall Leben retten.
Der Sommer ist da! ...
Bade- und Flussregeln: Vom richtigen Verhalten beim Baden und Böötlen in der Reuss
Kinder am Wasser nie unbeaufsichtigt lassen, unbekannte Flussabschnitte erkunden – die SLRG-Baderegeln können im besten Fall Leben retten.
Der Sommer ist da! Und die Badesaison hat begonnen. Die
Temperaturen stiegen in den letzten Tagen ausnahmslos über 30 Grad. So wird es, gemäss Prognosen, vorläufig auch bleiben. Es gibt einige Möglichkeiten, der Hitze ein Schnippchen zu schlagen: Dazu gehört auch ein erfrischendes Bad im Fluss oder im See, auch im Schwimmbad und im Swimming-Pool. Im «Reussbote»- Gebiet kann die Reuss die gewünschte Abkühlung bringen. Dabei sind aber unbedingt einige Regeln zu beachten.
Risiko von Ertrinkungsfällen steigt
Die Schweizerische Lebensrettungsgesellschaft (SLRG) meldet: «Mit Beginn der Badesaison steigt das Risiko von Ertrinkungsunfällen. Rund 50 Menschen verlieren hierzulande jedes Jahr ihr Leben im Wasser – viele dieser Fälle wären vermeidbar.»
Ein tragischer Unfall ereignete sich am letzten Samstag bei Mühlau: Dort kenterte das Schlauchboot einer Familie, die mit zwei Kindern in der Reuss unterwegs war. Das Boot kollidierte mit einem im Fluss liegenden Baum. Die beiden Erwachsenen und das siebenjährige Mädchen konnten sich retten, der fünfjährige Junge wird seither vermisst. Am Montagmorgen setzte die Aargauer Kantonspolizei ihre Suche fort.
«Sicher am offenen Wasser»
Auf der SLRG-Website findet man nicht nur Baderegeln, sondern auch Fluss- und Tauchregeln. Eine Auswahl der wichtigsten Regeln findet sich im nebenstehenden Kasten, dabei werden Risiken ausführlich erklärt. Die SLRG informiert unter anderem auch unter dem Titel «Sicher am offenen Wasser», zum Gebrauch von Schwimm- und Rettungswesten, über die Gefahr von Wasserwalzen oder zum sicheren Vorgehen bei einer Rettung aus dem Wasser.
Ein spezielles Dossier «Save your friends» richtet sich an eine jüngere Zielgruppe. Junge Männer zwischen 15 und 30 Jahren gehören zur Hauptrisikogruppe in der Ertrinkungsstatistik der Schweiz. Die Gefährdung, so die SLRG, sei vor allem auf ihr Risikoverhalten am Wasser zurückzuführen.
Heidi Hess
SLRG-Bade- und Flussregeln
• Kinder nur begleitet ans Wasser lassen – kleine Kinder in Griffnähe beaufsichtigen.
• Luftmatratzen und Schwimmhilfen gehören nicht ins tiefe Wasser! – Sie bieten keine Sicherheit.
• Nie alkoholisiert oder unter Drogen ins Wasser! Nie mit vollem oder ganz leerem Magen schwimmen.
• In freie Gewässer (Flüsse, Weiher und Seen) wagen sich nur gute und geübte Schwimmer.
• Nie überhitzt ins Wasser springen! – Der Körper braucht Anpassungszeit.
• Nicht in trübe oder unbekannte Gewässer springen! – Unbekanntes kann Gefahren bergen.
• Unbekannte Flussabschnitte müssen vor dem Schwimmen oder vor der Bootsfahrt erkundet werden.
• Unterkühlung kann zu Muskelkrampf führen. Je kälter das Wasser, umso kürzer der Aufenthalt.
• Schlauchbootfahrer müssen mit Schwimmwesten ausgerüstet sein.
• Die auf dem Boot angegebene Nutzlast darf nicht überschritten werden.
• Boote nicht zusammenbinden! – Sie sind nicht mehr manövrierfähig. (hhs)