Birrhard: Das Unwetter vom 28. August zerfetzte eine der beiden alten Eichen auf dem Birreter Rütli
Das Unwetter Ende August setzte der markanten Eiche auf dem Birreter Rütli arg zu. Sie bietet ein trauriges Bild – viele Äste sind abgebrochen. Der Forstberieb ...
Birrhard: Das Unwetter vom 28. August zerfetzte eine der beiden alten Eichen auf dem Birreter Rütli
Das Unwetter Ende August setzte der markanten Eiche auf dem Birreter Rütli arg zu. Sie bietet ein trauriges Bild – viele Äste sind abgebrochen. Der Forstberieb Birretholz sorgt nun mit einem Formschnitt dafür, dass der Baum noch viele Jahre auf dem Rütli gedeihen kann.
Sie bietet einen traurigen Anblick. Einer der beiden altehrwürdigen Eichen auf dem Birreter Rütli hatte das Unwetter Ende August arg zugesetzt. Die Krone der etwas windschiefen Eiche ist zerfetzt, viele der ausladenden Äste brachen während des Sturmes ab. Zurück blieben zersplitterte Aststummel. Nun entschied der Birreter Gemeinderat den Baum zu retten. Die circa 100-jährige Eiche soll noch möglichst lange erhalten bleiben. Um die Sicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten hat der Gemeinderat Pflegemassnahmen beim Forstbetrieb Birretholz in Auftrag gegeben. Voraussichtlich im November wird das Forst-Team einen fachgerechten Kronenschnitt durchführen. «Wir werden beschädigte und nicht mehr standsichere Äste entfernen», sagt Peter Huber, Betriebsleiter Stellvertreter und Forstwart, auf Anfrage. Die Krone werde so beschnitten, dass vom Sturm teilweise abgesplitterte Äste gekürzt werden, sodass der Baum weiterhin vital bleibe und gut wachsen könne. «Mit dieser Massnahme soll der für Birrhard wertvolle Baum erhalten und seine Lebensdauer möglichst verlängert werden», schreibt der Gemeinderat im Mitteilungsblatt.
Naturdenkmal von Birrhard
Das Rütli in Birrhard mit seinen zwei Eichen war für die Birreter Bevölkerung schon immer ein spezieller Ort. Unter den Bäumen befinden sich zwei Bänkli, welche den Rastenden einen wunderschönen Blick über Birrhard bescheren. Und vor allem wird seit drei Jahrzehnten die Bundesfeier auf dem Birreter Rütli abgehalten. «Es kommen jeweils gegen 200 Personen an die Feier», sagt Rolf Haller vom OK-Team. «Viele sitzen an diesem Tag auf der Wiese oder im Festzelt – das Dorfleben und der Zusammenhalt wird dabei zelebriert. Die beiden Eichen setzen jeweils einen würdigen Rahmen.» Die geradewachsende Eiche ist mit schöner Krone ausgestattet. Sie blieb von der zweiten Eiche geschützt beim Sturm unbeschadet. Die geschädigte Eiche hingegen steht seit jeher windschief, aber mit kräftigem Stamm da. Viele Birreter finden sie gerade deswegen speziell. «Sie sieht zurzeit mit den abgebrochenen Ästen richtig elend aus. Den Baum zu fällen, wäre aber ein Verlust für den Festplatz», sagt Peter Huber. Der Formschnitt ist eine gute Alternative, um den Baum zu retten.»
1000 Kubikmeter Sturmholz
Das schwere Hagel- und Sturmereignis Ende August verursachte nach Schätzungen des Schweizerischen Versicherungsverbandes circa eine Milliarde Franken Schäden. Betroffen in der Region waren vor allem Birrhard und Mülligen. «Unser Forstteam war wegen des Unwetters Tag und Nacht im Einsatz», führt Peter Huber aus. So mussten sie bei der Birrfeldstrasse sowie bei diversen Verbindungsstrassen umgestürzte Bäume wegräumen. «Beim Forstbetrieb Birretholz gibt es 1000 Kubikmeter Holz zu beklagen», so Huber. Zurzeit sei das Team immer noch daran, Unwetterschäden in Privatgärten aber auch im Wald zu beseitigen. Zusätzlich müssten abgestorbene Bäume, die den trockenen Sommer nicht überstanden, gefällt werden. Der Sommer zeige auf, wie wichtig für den Wald die über 100 Weiher sind, welche der Forstbetrieb Birretholz anlegte. «Die Weiher funktionieren wie eine natürliche Klimaanlage», sagt Peter Huber, der das Projekt Waldweiher leitet. Erstaunlich sei, dass trotz des Hitze-Sommers die meisten Waldweiher mit Wasser gefüllt blieben. «Die Weiher sorgten dafür, dass eine Verbesserung des Waldklimas erreicht werden kann», führt Huber aus.
Debora Gattlen