Sag niemals nie zu Comeback im Job
04.04.2026 TägerigTägerig: Rolf Meier übernahm ad interim die offene Gemeindeschreiberstelle in Fischbach-Göslikon
Vor einem Jahr verabschiedete sich Gemeindeschreiber Rolf Meier nach 40 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Nun meldet er sich im Amt in Fischbach-Göslikon in alter ...
Tägerig: Rolf Meier übernahm ad interim die offene Gemeindeschreiberstelle in Fischbach-Göslikon
Vor einem Jahr verabschiedete sich Gemeindeschreiber Rolf Meier nach 40 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand. Nun meldet er sich im Amt in Fischbach-Göslikon in alter Frische zurück.
Gemeinden, welche eine offene Stelle für einen Gemeindeschreiber oder Gemeindeschreiberin haben, verfügen über schlechte Karten. Der Stellenmarkt ist ausgetrocknet. Genau vor dieser Herausforderung stand auch Fischbach-Göslikon. Auf Ende Januar kündeten fast gleichzeitig der Gemeindeschreiber und seine Stellvertreterin. Eine Lösung musste daher zeitnah her. Fündig wurde man zwei Dörfer weiter in Tägerig. «Man weiss nie, was das Leben für einem parat hält», sagt Rolf Meier. «Ich wurde von der Gemeinde angefragt. Sie sagten, dass sie eine vorübergehende Notlage hätten und ob ich einspringen könne, bis sie eine definitive Lösung gefunden hätten.»
Fitness im Alltag ist ihm wichtig
Lange überlegen musste Rolf Meier nicht, um den Job als Gemeindeschreiber ad interim anzunehmen. Das Angebot aus Fischbach-Göslikon kam ihm mit einem 50-Prozent-Pensum und zeitlichem Limit bis im Juni entgegen. «Zu einem 100-Prozent-Pensum hätte ich Nein gesagt», verrät Meier. «Mit einem 50-Prozent-Pensum kann ich mir das gut einrichten.»
Meier hat bis Januar 2025 100 Prozent in Tägerig als Gemeindeschreiber gearbeitet. Dies während 40 Jahren. Er kannte das Tagesgeschäft und die Gemeinde wie seine Westentasche. Das sei am neuen Ort in Fischbach-Göslikon anders, erzählt er. Die Gemeinde ist zwar von der Grösse mit knapp 2000 Einwohnerinnen und Einwohnern im ähnlichen Rahmen. Herausfordernd sei, dass er im Gegensatz zu Tägerig über keine Vorgeschichte der Gemeinde und Bewohnenden verfüge. Aber die Arbeit als Gemeindeschreiber bereitet ihm nach wie vor Freude, weil er das Handwerk von der Pike auf beherrscht und er über die nötige Routine verfügt. «Für mich bedeutet der Job eine willkommene geistige Fitness für meinen Alltag», sagt Rolf Meier lachend. Denn bekanntlich setzt Meier seit seiner Pension auf mehr körperliche Fitness. Damals sagte er bei seiner offiziellen Verabschiedung in Tägerig, dass dies in seiner 40-jährigen Amtszeit als Gemeindeschreiber zu kurz kam. Umso mehr freut es ihn, dass er nun seit einem Jahr in der Natur wandern oder Fahrradfahren gehen kann, wenn es ihm passt. Vor allem Touren in der Region aber auch spontane Ausflüge in die Berge sind angesagt. Darauf möchte er auch in nächster Zeit nicht verzichten. Er kann sich deshalb vorstellen, dass er wenn es das Wetter zulässt, mit dem Velo zur Arbeit nach Fischbach-Göslikon fährt.
Ehrenamtliche Engagements
Auch wenn Rolf Meier seine Pension mit der neu gewonnenen Freizeit geniesst, ist seine Agenda gut gefüllt. So führt er für die katholische Kirche Tägerig die Buchhaltung. Und natürlich spiele Musik immer noch eine grosse Rolle in seinem Leben. Meier ist aktives Mitglied beim Musikverein Tägerig. Der Hornist engagiert sich im OK für den Musiktag 2027. «Wir werden nach zehn Jahren, 2027, wieder einen Musiktag in Tägerig durchführen. Es soll für alle ein unvergessliches Musikfest werden», sagt er. Und speziell werde es auf jeden Fall, da es 2027 der einzige Musiktag im Kanton ist. «Wer 2027 im Kanton Aargau an einen Musiktag will muss nach Tägerig kommen», witzelt er. Und ernst führt er an: «Wir erwarten aus diesem Grund sehr viele Musikvereine.»
Bis es soweit ist, wird Rolf Meier bis Ende Juni in gewohnter Manier als Gemeindeschreiber ad interim in Fischbach-Göslikon Vollgas geben. Danach werden zwei neue Co-Gemeindeschreiberinnen, Michelle Käppeli und Michelle Scheidegger übernehmen – beide wechseln aus Aristau nach Fischbach-Göslikon.
Debora Gattlen

