Heute laden die Pontoniere am Reussufer zum Fischessen. Zuvor räumte die «Sommerbeiz» den Platz
Der Betrieb der «Sommerbeiz» am Reussufer war befristet. Bis zum Fischessen der Pontoniere, so war es vereinbart. Nach sieben Wochen zieht Daniel Schmid nun eine ...
Heute laden die Pontoniere am Reussufer zum Fischessen. Zuvor räumte die «Sommerbeiz» den Platz
Der Betrieb der «Sommerbeiz» am Reussufer war befristet. Bis zum Fischessen der Pontoniere, so war es vereinbart. Nach sieben Wochen zieht Daniel Schmid nun eine erste Bilanz.
In wenigen Stunden wird Daniel Schmid zusammenpacken, Tische, Stühle, Sonnenschirme. Mit dem Mobiliar auch die gesamte Buvette, beziehungsweise den Wagen, in dem er zwischen Grill, Kühlschrank, Gefrierfach und Kaffeemaschine seit dem 8. Juli sieben Wochen lang hantierte. Schmid war am 20. Juni von der Stadt Mellingen angefragt worden, ob er eine «Sommerbeiz» neben dem Depot der Mellinger Pontoniere betreiben wolle. «Ihr kommt auch noch früh», habe er damals geantwortet. An Ideen und Herzblut fehlte es dem Betreiber des «Andalusia» über dem Hallenbad indes nicht. Innert kürzester Frist trieb er einen Wagen auf und improvisierte (der «Reussbote» berichtete). Bis zum Fischessen der Pontoniere sollte die «Sommerbeiz» als Versuchsbetrieb geführt werden. Das Fischessen findet dieses Wochenende, vom Freitag bis zum Sonntag, statt.
Am Dienstag, 26. August, war deshalb der letzte Betriebstag der «Sommerbeiz». Am frühen Nachmittag hat Daniel Schmid soeben eine Bratwurst grilliert und über die Theke gereicht. Kurz setzt er sich an den Stammtisch, um mit der Journalistin zurückzublicken und Bilanz zu ziehen. Es seien oft «lange Tage» gewesen, «stark wetterabhängig», erzählt er. Geöffnet war durchgehend von 11.45 Uhr bis 22 Uhr, an sieben Tagen die Woche – hinzu kamen die Vorbereitungen morgens und das Aufräumen nach Betriebsschluss. Um Personalkosten zu reduzieren, stand Schmid Tag für Tag die ersten Stunden alleine im Wagen.
Erst gegen Abend erhielt er Unterstützung. Dann grillierten sie Würste zu zweit, auch mal ein Steak und frittierten Kartoffeln – am Wochenende arbeiteten sie die ganze Zeit zu zweit. «Das war nötig.»
Öffnen oder nicht?
Schmid sagt aber auch: «Ich bin jeden Morgen mit einem Lächeln aufgestanden.» Er blickt über den Kiesplatz zum Fluss und gerät ins Schwärmen: «Die Reuss steigt und sinkt, ständig verändert sich der Wasserstand. – Das ist der schönste Arbeitsplatz, den man sich vorstellen kann.» Der Platz an der Ibergwiese mit der grossen Linde ist beliebt. Er habe hier viele neue Menschen kennengelernt: «Familien, Biker, Wanderinnen, Böötler.» Im wechselhaften Juli mit regnerischen und sonnigen Phasen sei die Unsicherheit dennoch gross gewesen – öffnen oder nicht? Letztlich habe er sich immer zugunsten des Betriebs entschieden und den Laden hochgeklappt. Und die Gäste seien vom ersten Tag an gekommen, hätten sich gefreut: «Das Echo war bombastisch.» Das Angebot kam gut an. Das bestätigt eine ältere Dame am Nebentisch: «Die Sommerbeiz ist eine Bereicherung. So etwas fehlte in Mellingen.» Im August war es «immer schön». Als es am 2. und am 21. August aber stark regnete, machte Schmid zu. Auch einige Feiern gab es: Am 19. August kamen Stammgäste mit einer Torte vorbei, auf der «20 Jahre Andalusia» stand. Daniel Schmid feierte dieses Jubiläum mit seinen Gästen in der «Sommerbeiz».
Bald wird er sich mit Vertretern der Stadt und mit den Pontonieren zusammensetzen, um Verbesserungen anzuregen. Viel sei es nicht, meint er. Es geht darum, ob und wie es 2026 weitergehen könnte.
Heidi Hess