Denise Dünki Ruesch ist Grafikartistin, Kreativkopf hinter üNiBunT und Regisseurin am Jugendtheater Widen. Mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Mägenwil zu Hause sammelt sie zwischen Lachflashs und Reisen ständig neues «Futter» für ihr Kreativtierli.
...
Denise Dünki Ruesch ist Grafikartistin, Kreativkopf hinter üNiBunT und Regisseurin am Jugendtheater Widen. Mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Mägenwil zu Hause sammelt sie zwischen Lachflashs und Reisen ständig neues «Futter» für ihr Kreativtierli.
Ferienbilder sind ja so eine Sache. Sie verraten oft mehr über einen Menschen als jedes Persönlichkeitsquiz. Während die eine mit Hollywood-Sign im Hintergrund strahlt, postet die andere ein Bild mit dem schönsten Ast Schwedens. Und beide, haben tatsächlich ihr persönliches Paradies gefunden. Bei uns in der Familie könnte der Unterschied kaum grösser sein. Meine Schwester verbringt ihre Sommerferien in Schweden. Natur pur. Seen, Wälder, Elche. Das Highlight des Tages? Vielleicht ein besonders schöner Baum. Oder ein Sonnenuntergang, bei dem man einfach mal still ist. Und ich? Nun ja … ich stehe in Los Angeles zwischen Palmen, Filmkulissen und Menschen, die morgens um acht geschniegelt aussehen, als würden sie gleich einen Oscar entgegennehmen. Danach geht es weiter nach Las Vegas. Dort ist selbst um Mitternacht noch mehr los als bei uns am Dorffest zur Hauptzeit. Motto: Was blinkt, lebt! Man könnte meinen, wir seien in unterschiedlichen Familien gross geworden. Sind wir aber nicht. Gleiche Eltern. Gleicher Esstisch. Gleiche Ferien als Kinder. Wahrscheinlich sogar dieselben Diskussionen darüber, wer hinten im Auto mehr Platz hatte. Und trotzdem entwickelt sich die eine zur Waldfee und die andere zur Neonglitzerfee. Das Faszinierende daran? Keine von uns macht es falsch. Im Gegenteil. Ferien sind eben keine Wettbewerbskategorie. Es gibt keine Goldmedaille für die meisten Bäume und auch keine für die meisten Selfies vor Palmen. Erholung sieht für jeden anders aus. Die einen tanken Energie beim Vogelgezwitscher die anderen beim Klang eines Spielautomaten. Die einen zählen Sterne am Himmel, die anderen Lichter am Strip. Und wisst ihr was? Ich schaue die Schweden-Fotos meiner Schwester genauso gerne an, wie sie wahrscheinlich über meine Las Vegas-Bilder schmunzelt. Wahrscheinlich denkt sie bei jedem Casino: «Wie kann man dort freiwillig Ferien machen?» Und ich frage mich bei jedem Waldweg: «Wo ist hier eigentlich der nächste Coffee-Shop?» Am Ende ist es wie so oft im Leben: Unterschiedlich zu sein bedeutet nicht, weiter voneinander entfernt zu sein. Es bedeutet nur, dass jeder seinen eigenen Lieblingsplatz gefunden hat. Und falls ihr euch fragt: Ja wir beide lieben uns unendlich fest und verbringen gerne viiiel Zeit miteinander. Und wir freuen uns beide auf die Ferien. Einfach aus komplett verschiedenen Gründen. Hauptsache, der Akku wird wieder geladen – egal, ob mit Waldruhe oder Gamblinggeklimper.