Für Frauen ist Shopping das geliebte Hobby – für Männer ist es so schlimm wie Zahnarzt. Besagen das Klischee, aber auch die Zahlen. Frauen verbringen allein drei Jahres ihres Lebens damit, sich neue schöne Dinge zuzulegen. Seit ich pensioniert bin, durfte ich von meiner ...
Für Frauen ist Shopping das geliebte Hobby – für Männer ist es so schlimm wie Zahnarzt. Besagen das Klischee, aber auch die Zahlen. Frauen verbringen allein drei Jahres ihres Lebens damit, sich neue schöne Dinge zuzulegen. Seit ich pensioniert bin, durfte ich von meiner Frau – nebst dem Staubsaugen – einen weiteren anspruchsvollen Mikro-Job übernehmen, das wöchentliche «Shopping». Zwischenzeitlich kenne ich die Läden in der Region und deren Regalordnung recht gut. Ich bin stolz, dass ich die Artikel zu 90 Prozent selbst finde. Natürlich achte ich auch auf Aktionen, wie letzthin, als ich vier Tuben Senf als Schnäppchen sicherte. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass wir die doppelte Menge bereits bei uns im Keller bunkern … Unverständlich ist für mich, dass es Rentner gibt, welche ihre Einkäufe ausgerechnet an einem Samstag tätigen müssen, wo sie doch die ganze Woche Zeit hätten. Mein Vater, 94-jährig, gehört auch zu dieser Spezies. In seinem Kopf ist seit jeher verankert, dass am Samstag die Ware am frischesten sei. Eine weitere Manie von ihm ist, dass er im Gestell nicht den vordersten Artikel nimmt, sondern sich des hintersten behändigt, dies wegen dem längeren Ablaufdatum. Zwischenzeitlich hat er diesen «Furz» an seine Urenkelin Louisa übertragen.
Ein weiteres, mir unerklärliches Phänomen ist, dass Mann und Frau gemeinsam einkaufen gehen. Sorry, aber aus meiner Sicht gibt es nichts Schlimmeres und Ineffizienteres. Die Aufgabe des Mannes ist es, das «Wägeli» zu lenken, während dem sich die Frau der Artikel behändigt. Vielfach steht der Mann samt «Wägeli» hilf- und planlos zwischen den Gestellen und blockiert den Durchgang. Der gleiche Mann behändigt sich zur Entlastung seiner Frau einer Zucchetti, ohne diese zu wägen. Das Debakel an der Kasse ist programmiert. Die Kassierin rügt den Mann wegen des fehlenden «Waagscheines», worauf dieser an die Waage zur Nachbesserung muss. Unglaublich, jetzt kratzt man noch das «Münz» zusammen. Letztlich fehlen 25 Rappen. Die Schlange an der Kasse wird immer länger. Ich habe Erbarmen und spendiere die 25 Rappen, damit es vorwärts geht. Es gibt auch schöne Erlebnisse beim Einkaufen. Immer wieder treffe ich Leute, welche ich schon längere Zeit nicht mehr gesehen habe, und wir können uns über die schönen, alten Zeiten austauschen. Fazit: Einkaufen unter der Woche und «solo» ist und bleibt ein Erlebnis, speziell im heimischen Volg.