Sie hat beides: klare Haltung und viel Feingefühl
21.08.2026 NiederrohrdorfNiederrohrdorf: Ranja Heldner ergänzt seit Kurzem das Team der Mojuro – offene Jugendarbeit Rohrdorferberg. Aufgewachsen ist sie in Büblikon
Ranja Heldner, die heute mit ihrem Verlobten in Rütihof lebt, ist Sozialpädagogin und arbeitete bereits in ...
Niederrohrdorf: Ranja Heldner ergänzt seit Kurzem das Team der Mojuro – offene Jugendarbeit Rohrdorferberg. Aufgewachsen ist sie in Büblikon
Ranja Heldner, die heute mit ihrem Verlobten in Rütihof lebt, ist Sozialpädagogin und arbeitete bereits in verschiedenen Bereichen mit Kindern und Jugendlichen. Privat ist sie gerne in der Natur unterwegs – am liebsten mit ihren beiden Islandpferden.
Es ist erst der zweite Tag von Ranja Heldner bei der Mojuro. Vielleicht noch ein bisschen früh, um sie zu fragen, wie es ihr dort gefällt. Daher fangen wir beim Gespräch im Jugendbüro in Niederrohrdorf erst einmal ganz vorne an: Woher kommt sie und kannte sie die Region bereits? «Ich bin in Büblikon aufgewachsen», erzählt die 29-Jährige, die in Wohlenschwil die Primarschule besuchte und später auf die Sekundarschule in Wettingen ging: «Ich bin immer in der Umgebung geblieben», schmunzelt die junge Frau mit dem gewinnenden Lächeln. Mit 25 Jahren zog Heldner dann für einige Jahre nach Mellingen. Seit Kurzem lebt sie mit ihrem Verlobten einen Steinwurf weiter im beschaulichen Rütihof.
Vom Kindergarten zurück zur Jugend
Bevor sie sich endgültig für die Jugendarbeit entschied, probierte Ranja Heldner vieles aus: «Ich habe in Wettingen eine Lehre als Fachperson Betreuung gemacht und mit Menschen mit Beeinträchtigung gearbeitet», berichtet sie. Nach zwei Jahren im Beruf absolvierte sie eine weitere Ausbildung als Sozialpädagogin an der höheren Fachschule. Währenddessen war sie an einer Heilpädagogikschule tätig – vorwiegend in Oberstufenklassen. Im Anschluss betreute sie vier Jahre lang verhaltensauffällige und straffällig gewordene Jugendliche. Muss man da nicht mit viel Autorität durchgreifen? «Es ist allgemein wichtig, dass man eine klare Haltung hat, wenn man mit Jugendlichen arbeitet», so Heldner. Das gelte eigentlich allgemein für den Umgang mit Menschen, findet sie. Das Wort «Autorität» möchte sie in diesem Zusammenhang aber ungern in den Mund nehmen. Schliesslich sei es bei der Beziehungsarbeit mit Jugendlichen ebenso wichtig, offen zu sein und auf das Gegenüber einzugehen. «Ich würde sagen, ich bin sehr feinfühlig und empathisch», sagt sie nach ihren Charaktereigenschaften gefragt. Es brauche gerade bei Jugendlichen das richtige Fingerspitzengefühl, um beispielsweise zu erkennen, wann diese lieber für sich sein wollten und wann ein guter Zeitpunkt sei, um ins Gespräch zu kommen.
Die Chemie mit dem Team stimmte
Aber soweit sind wir noch nicht: Denn nach ihrer Zeit mit den schwer erziehbaren Jugendlichen habe sie erst einmal Veränderung gesucht, erinnert sich Heldner. Kurze Zeit arbeitete sie an einer Regelschule mit Kindergartenkindern – doch es zog sie bald wieder zur Jugendarbeit zurück. «Der Jugendbereich gefällt mir, weil man mit Jugendlichen auf einer ganz anderen Ebene sprechen und auch Spässe machen kann», sagt sie. Die ausgeschriebene Stelle bei der Mojuro habe sie daher direkt angesprochen: «Es ist megaschön, wie niederschwellig und vielfältig das Angebot ist und wie die Jugendlichen im Jugendtreff, beim Pausenplatzbesuch und mit den verschiedenen Programmen abgeholt werden», schwärmt sie. Auch das kleine und sehr persönliche Team habe sie überzeugt. Der erste Eindruck beim Schnuppertag sei ebenfalls sehr positiv gewesen.
Das fand auch Heldners jetziger Chef, Mojuro-Stellenleiter Andreas Koller: «Wie du beim Schnuppertag auf die Jugendlichen zugegangen bist, hat uns gut gefallen», lobt er Ranja, die tatsächlich ein bisschen rot wird. Neben ihrer Ausbildung habe auch ihre Einstellung und Haltung im Bewerbungsgespäch sowie ihre Antworten auf Fachfragen das Team überzeugt, dass sie gut dazu passen würde.
Noch hat die neue Jugendarbeiterin keine fixen Projekte unter sich. Aufgaben und Projekte würden erst an den Planungstagen im Herbst neu aufgeteilt, so Andreas Koller. Dennoch steht derzeit schon einiges auf der Agenda der Mojuro: etwa der Tag der offenen Tür des Mittelstufentreffs in Bellikon. Dort steht aktuell auch der Bauwagen der Mojuro als mobiler Jugendtreff. Und die Street Soccer-Anlage in Niederrohrdorf will ebenfalls betreut sein. Ranja Heldner freut sich jedenfalls schon darauf, Verantwortung mit eigenen Projekten zu übernehmen. Zunächst steht aber etwas anderes im Vordergrund: «Ich freue mich darauf, die Jugendlichen kennenzulernen und mit ihnen eine Beziehung aufzubauen – das braucht Zeit», weiss die Pädagogin.
Ihre Pferde heissen Flipi und Hafeti
Am Ende des Gesprächs wird es noch ein bisschen persönlich: «Ich bin gerne draussen in der Natur, beim Reiten, Joggen und Velofahren», antwortet Ranja auf die obligatorische Frage nach ihren Hobbies. Ihre beiden Islandpferde Flipi und Hafeti nimmt sie am liebsten mit auf ihre Ausflüge. Auch sonst steht Bewegung in ihrer Freizeit im Vordergrund. Yoga wolle sie ebenfalls wieder einmal machen, verrät sie und ergänzt: «Ich habe auch eine kreative Ader. Ich zeichne und bastle gerne». Auch solche verborgenen Talente können bei der Jugendarbeit sicher nicht schaden.
Michael Lux

