Die Mitglieder des Modellbahnvereins arbeiten an einer riesigen gemeinsamen Anlage – sie suchen ausserdem noch Gleichgesinnte
Einige «angefressene» Modellbahnbauer arbeiten seit 2022 in Mellingen an einem Mammutprojekt. Auf rund 130 Quadratmetern soll im Keller eines ...
Die Mitglieder des Modellbahnvereins arbeiten an einer riesigen gemeinsamen Anlage – sie suchen ausserdem noch Gleichgesinnte
Einige «angefressene» Modellbahnbauer arbeiten seit 2022 in Mellingen an einem Mammutprojekt. Auf rund 130 Quadratmetern soll im Keller eines Mehrfamilienhauses eine riesige Modellbahnlandschaft nach dem Vorbild der Schweiz entstehen.
Das Vereinslokal des Modellbahnvereins Mellingen am Tägerigerweg kann man fast nicht verfehlen. Ein Schild mit dem Hinweis «Gleis 4 und 5» am Treppengeländer weist den Weg und zeigt an, dass hier echte Bahnenthusiasten am Werk sind. Der Verein hat knapp zwanzig Mitglieder, davon zehn aktive. Hinzu kommt eine kleine Junioren-Untergruppe (ab 11 Jahren), die an einer kleineren Anlage arbeitet. Gegründet wurde der Verein 2022 aber aus einem vorrangigen Zweck: eine riesige gemeinsame Modelleisenbahnanlage zu realisieren. Dass sich die Gleichgesinnten zusammenfanden, ist auch dem «Reussbote» zu verdanken. Dieser berichtete damals über die Pläne des heutigen Präsidenten Urs Weber, der die Idee für das Projekt hatte, sowie über die Modellbahn von Stefan Dietemann aus Birrhard, der in seinem Keller den Bahnhof Othmarsingen nachbaute. Schon bald meldeten sich andere Modellbahnliebhaber bei ihnen. Der Rest ist Geschichte.
Reale Vorbilder aus der Schweiz
«Ein Modellbauer ist nie fertig», heisst es. Einen Zeitplan, bis wann die Anlage fertig sein soll, gibt es nicht. Das Ziel ist aber klar: «Es soll eine Modelleisenbahn nach dem Vorbild der Schweiz entstehen», erzählt Stefan Dietemann. Im echten Leben ist er Elektro-Ingenieur und gleichzeitig Vizepräsident und technischer Leiter des Vereins. Was bisher schon in dem rund 130 Quadratmeter grossen Raum zu sehen ist, ist imposant. Rund 800 Meter Gleise schlängeln sich durch den Keller. «Die Schattenbahnhöfe im nicht sichtbaren Bereich sind bereits fertig», so Dietemann. Aktuell wird an vielen «Baustellen» gleichzeitig gearbeitet. «Hier kommt eine Stadt mit Bahnhof hin», zeigt Urs Weber, der in Mellingen das Kulturlokal Tradinoi betreibt, auf einen noch leeren Bereich. Er stellt sich einen Bahnhof nach dem Vorbild von Arth-Goldau vor. An anderer Stelle schraubt sich eine Bergstrecke wie am Lötschberg oder Gotthard in die Höhe. Natürlich darf auch eine Mini-Ausgabe der Bietschtalbrücke aus dem Wallis nicht fehlen – ein Klassiker unter Modellbahnbauern. Loks und Wagen steuert Urs Weber überwiegend aus seiner Sammlung bei. Darunter auch spezielle Modelle wie die «Spanisch-Brötli-Bahn», der ersten Eisenbahn der Schweiz, die 1847 zwischen Baden und Zürich verkehrte.
Das beste aus mehreren Welten
Die Anlage hat die Spurgrösse H0 mit dem Massstab 1:87. Mancher kennt das von seiner Märklin-Eisenbahn aus der Kindheit. Die Modellbauer in Mellingen kombinieren sie mit der Schmalspurbahn H0m. Spezialist für die Weichen ist Werner Schaffner, Feinmechaniker aus Niederrohrdorf, scherzhaft «Weichen-Werner» genannt. Statt Magnetschaltern nutze man für die Weichen echte Motoren und Servos, erklärt er. Nicht alle Mitglieder sind an solchen technischen Details interessiert. Sie haben mehr Freude am Landschaftsbau. Wer selbst Lust auf Modellbahnbau hat, darf sich gern beim Verein melden. Dieser trifft sich regelmässig an Dienstagabenden. Öffentliche Fahrtage zum Zuschauen gibt es ebenfalls.
Michael Lux
modelleisenbahn-mellingen.ch