Franziska Walker ist in Staretschwil aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann in Stetten. Sie arbeitet als Klassenassistenz und teilzeitlich im Verkauf und lässt es sich in der Freizeit gerne mit erholsamen Ferien, wohltuenden Massagen und feinem Essen gut gehen. Zu ihren Leidenschaften ...
Franziska Walker ist in Staretschwil aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann in Stetten. Sie arbeitet als Klassenassistenz und teilzeitlich im Verkauf und lässt es sich in der Freizeit gerne mit erholsamen Ferien, wohltuenden Massagen und feinem Essen gut gehen. Zu ihren Leidenschaften gehören unter anderem Handlettering.
Bis jetzt war der Sommer ein voller Erfolg. Einfach grandios. Wir dürfen uns echt nicht beschweren. An Vitamin D3 fehlt es uns zurzeit definitiv nicht. Glace zum Frühstück, zu Mittag und zum Abendessen? Gar kein Problem, denn Glace geht immer. Erst recht bei den herrlich heissen Temperaturen. Ich liebe es! Ehrlich! Es gibt da aber ein kleines, ein wirklich winzig kleines Problemchen. Dachwohnungen. Oder besser, unsere Dachwohnung.
Falls Sie, werter Leser oder werte Leserin, im Hochsommer noch nie in einer Dachwohnung waren, dann könnten Sie sich das in Etwa so vorstellen: Eine leckere frisch zubereitete Lasagne im Backofen die bei Umluft am Garen ist. Mmh fein. Und nur damit wir uns richtig verstehen, Sie sind die Lasagne, in dieser Vorstellung. Und die Umluftfunktion, ein Ventilator der in der Ecke steht, auf Hochtouren läuft und so viel wie Nichts bringt, ausser, die heisse Luft umher zu wirbeln.
In unserer Wohnung kann und will man nicht mehr machen, als sich kaum bewegen und wenn, dann zur Dusche (etwa vielmal an einem Abend) oder zum Kühlschrank. Nicht, weil man etwas daraus braucht. Nein, weil man den Kopf ins Tiefkühlfach stecken will. Ich habe auch verstanden was es heisst, sich wie eine halbtote Fliege zu fühlen. Denn mehr als auf dem Sofa zu liegen und langsam zu atmen (schnelles Atmen ist zu anstrengend und produziert somit noch mehr Hitze) liegt echt nicht drin.
Ich liebe unsere Wohnung und ich liebe den Sommer. Wirklich! Aber diese beiden Sachen sind auf komische Art und Weise einfach nicht kompatibel. Ich habe jedoch keine Wahl ausser, diese ganze Geschichte so zu nehmen wie sie ist. Denn die Wohnung zu verlassen kommt nicht in Frage, für das ist der Sommer zu kurz und unser Zuhause zu schön. Gibt es halt eine etwas höhere Wasser- und Stromrechnung dieses Jahr als üblich. Und wegen den vielen Glaces ein bis zwei Kilo mehr auf den Rippen. Als gäbe es nichts Schlimmeres.
Ich möchte mich nicht beklagen, denn etwas Gutes an dieser ganzen Story hat es doch noch. Diese Hitze in unserem Zuhause zwingt mich, an freien Tagen, alles etwas langsamer anzugehen. Es entschleunigt mich. Und es bringt mich öfter an die frische Luft. Am liebsten ans Reussufer. Begleitet von einem eiskalten Getränk und den Füssen im Wasser.
«Dolce far niente» würden die Italiener mit einem Gelato in der Hand sagen. Ich persönlich: «Die Lasagne ist fertig. Abendessen!»