Mellingen: In der Altstadt fand am 1. Mai zum ersten Mal der «First Friday» statt. Läden waren bis 21 Uhr geöffnet und es gab zahlreiche Aktivitäten
Besuchermassen strömten am ersten «First Friday» zwar noch nicht in die Altstadtgassen, aber ...
Mellingen: In der Altstadt fand am 1. Mai zum ersten Mal der «First Friday» statt. Läden waren bis 21 Uhr geöffnet und es gab zahlreiche Aktivitäten
Besuchermassen strömten am ersten «First Friday» zwar noch nicht in die Altstadtgassen, aber das Konzept kam gut an. Restaurants und Cafés waren bei lauen Temperaturen voll und auch sonst wurde an jeder Ecke etwas geboten.
Für einmal stand die Hauptgasse nicht im Fokus eines Altstadt-Events – aus bekanntem Grund. Hier herrscht auf grossen Teilen noch Baustelle. Doch die Besucherinnen und Besucher des «First Friday» liessen sich von Bauzäunen und Gräben nicht abschrecken. Im Restaurant Scharf Eck, das auch draussen gestuhlt hatte und spezielle Drinks zum Anlass anbot, war zu den besten Zeiten jeder Platz belegt. Und auch das «Weisse Kreuz» freute sich über mehr Kundschaft. Vor der Drogerie Haus trafen sich derweil beim «Jass uf de Gass» spontan Gleichgesinnte zum Kartenspiel. Inhaberin Claudia Haus hatte zur musikalischen Unterhaltung eigens den Panflöten-Künstler Willi Grob aus Uezwil engagiert, der seine Runden durch die Gassen drehte. Vor dem «Tradinoi» gaben Urs Weber und ein weiterer Gitarrist zwischendurch ein Ständchen – von Mani Matter bis Bob Dylan. Für Kulturinteressierte gab es gleich nebenan in der Stadtscheune die spannende Führung «Erraten, entdecken, erleben» im neu gestalteten Museum.
Vom Barfusspfad bis Pétanque
Am meisten los war aber in der Grossen und der Kleinen Kirchgasse sowie am Ibergplatz, wo die Pétanquefreunde sich zum Spiel trafen. Die vierjährige Noemi hatte dagegen sichtlich Spass beim Unihockey-Plausch, den der Turnverein Mellingen aufgebaut hatte. «Wir haben das Plakat gesehen und wollten einfach mal schauen», erzählte Mama Sarah Kohn. Auch die Anwohner waren angetan vom Event. «Wir wohnen gleich um die Ecke. Die Idee ist sehr gut – sehr belebend», fand Julia Gömer, deren Tochter Nia gerade den Barfusspfad der Masseurinnen Barbara Schürmann und Edith Romano absolvierte. Die Altstadt-Geschäfte holten teilweise auch andere Mellinger Gewerbe dazu. So wie Maria Gretener vom gleichnamigen Schneideratelier, die vor ihrem Laden der «Creations Voch» aus dem Rebhaldenweg ein Plätzchen einräumte. Dort gab es feine Schoggikreationen. Sie selbst mache hauptsächlich Auftragsarbeiten, so Gretener. Dennoch bringt auch ihr der Anlass etwas: «Es ist schön, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen», findet sie. Möglichkeiten dazu gab es buchstäblich an jeder Ecke. Ob beim gemeinsamen Stricken vor dem «Fadenspiel», beim Ketteli-Basteln vor der Hebammenpraxis Mama Storch, wo «Fruchtwasser»- Bowle und «Mutterkuchen» (natürlich aus Lebkuchen) kredenzt wurde, beim Café Mirror oder beim Tattoo-Schminken des «Kinderhort Iberg». Letzterer bot ebenfalls Führungen an. «Es sind recht viele Leute gekommen, auch Familien», freute sich Giovanna Suter, Präsidentin des Kinderhort-Vereins.
Allgemein fiel das Fazit von Läden und Restaurants positiv aus. Es seien mehr Leute gekommen als sonst am Freitagabend, berichtete Doris Jenni von «Blumen Jenni». Für den 1. Mai seien es viele Leute, fand auch Brigitte Strebel, Inhaberin des Strickladens: «Man muss den Mut haben anzufangen», sagt sie. Ideen und Inputs erhalte die Altstadt-Gruppe auch aus Schaffhausen, wo das Konzept schon lange erfolgreich praktiziert wird. Der nächste «First Friday» findet Anfang Juni statt.
Michael Lux