Marianne Stänz ist Gemeindeammann in Birmenstorf. Die Projektleiterin (lic. oec. publ.) ist Vorstandsmitglied der Frauenzentrale Aargau, Präsidentin des ref. Kirchenchores Birmenstorf und Vorstandsmitglied der Mitte Birmenstorf.
Es ist doch immer das Gleiche: Vor den ...
Marianne Stänz ist Gemeindeammann in Birmenstorf. Die Projektleiterin (lic. oec. publ.) ist Vorstandsmitglied der Frauenzentrale Aargau, Präsidentin des ref. Kirchenchores Birmenstorf und Vorstandsmitglied der Mitte Birmenstorf.
Es ist doch immer das Gleiche: Vor den Sommerferien ist ein «Gestresse», und die Pendenzenliste scheint länger statt kürzer zu werden. Und dann dazu noch diese Hitze und die kurzen Nächte. Vom nächtlichen WM-Schauen rede ich schon gar nicht. Es ist einfach alles anstrengend. Im Juni haben wir in der Gemeinde nicht nur die Gemeindeversammlungen, sondern auch – gefühlt – alle Gremien machen mindestens eine Sitzung. Eine Liste der Termine und Themen, die mich vor den Sommerferien beschäftigt haben, würde schon allein die ganze Spalte füllen. Dazu kommen noch Termine, die wir uns freiwillig aufbürden wie zum Beispiel den Gemeinderatsausflug. Ich denke dann immer, waren wir eigentlich blöd, diesen Termin auch noch in diese strenge Zeit zu legen? Tja, selbst schuld. Weil so viel los ist, nimmt das dumpfe Gefühl Fahrt auf, nicht mehr alles unter Kontrolle zu haben. Habe ich an alles gedacht? Habe ich alles erledigt? Das hält mich dann dummerweise in der Nacht auch noch wach.
Für mich stellt sich immer die Frage, was kann ich tun, damit ich nicht «heisslaufe» und alle Pendenzen im Griff habe. Da ich nicht mehr die Jüngste bin, habe ich schon etwas Erfahrung im Selbstmanagement und habe da ein paar flankierende Massnahmen entwickelt. Ich blockiere systematisch Zeitfenster mit «Nichts abmachen». Das mache ich bereits dann, wenn der Kalender beginnt, sich zu füllen. In diesen Phasen des Jahres verzichte ich systematisch auf Termine, die nicht zwingend notwendig sind. Natürlich hilft auch eine vorausschauende Planung: Was muss ich für welchen Termin vorbereiten und erledigen? Ebenso wichtig ist regelmässige Bewegung, vor allem immer wieder ein Spaziergang im Wald. Die Kühle und das Grün des Waldes helfen zu regenerieren und buchstäblich einen kühlen Kopf zu bewahren.
Zum Glück folgt auf den Sommerstress ja die Sommerferienzeit. Dann ist es ruhiger in der Gemeinde. Es fühlt sich dann immer so an, wie wenn ich nach dem Gang über das Hochseil endlich die Plattform erreicht habe. Zeit, um zu konsolidieren, einzusortieren und Liegengebliebenes zu erledigen. Zeit, in die Ferne zu schweifen und den Kopf zu durchlüften. Ich werde auf dem Schweizer Jakobsweg die letzte Strecke von Freiburg bis Genf in Angriff nehmen. Wer weiss, vielleicht schreibe ich meine nächste Kolumne dann über meine Erlebnisse jenseits des Röstigrabens.