Markus Jost, pens. Gemeindeschreiber, lebt zusammen mit seiner Frau in Wohlenschwil. Er geniesst das Rentnerdasein, pflegt gelenkschonende Sportarten und liebt kulturelle Kulinarik.
Manchmal beginnt es schleichend. Ein vertrauter Mensch zieht weg, ein geliebter Partner stirbt, ...
Markus Jost, pens. Gemeindeschreiber, lebt zusammen mit seiner Frau in Wohlenschwil. Er geniesst das Rentnerdasein, pflegt gelenkschonende Sportarten und liebt kulturelle Kulinarik.
Manchmal beginnt es schleichend. Ein vertrauter Mensch zieht weg, ein geliebter Partner stirbt, die Kinder leben fern. Und plötzlich wird das eigene Zuhause stiller, als man es ertragen möchte. Viele ältere Menschen erleben diesen Wandel, der oft über Jahre heranreift und doch ganz plötzlich spürbar wird. Darüber sprechen wir in unserer Gesellschaft noch immer zu wenig. Soziale Kontakte sind kein Luxus, sondern ein lebensnotwendiges Gut, gerade im Alter.
Studien belegen seit Langem, was viele intuitiv wissen. Wer im Alter gut vernetzt bleibt, lebt gesünder, zufriedener und häufig sogar länger. Oft reicht ein wöchentliches Treffen, ein kurzer Nachbarschaftsplausch oder ein Telefonat mit einer vertrauten Stimme. Menschen bleiben ein Leben lang soziale Wesen und dieses Bedürfnis endet nicht mit dem Renteneintritt.
So klar die Bedeutung sozialer Kontakte ist, so schwer fällt manchen der erste Schritt. Viele Ältere zögern, neue Bekanntschaften zu schliessen. «Was soll ich denn noch gross anfangen?», fragen einige. Doch das Alter ist keine Endstation, sondern eine Lebensphase mit eigenen Chancen.
Auch ich merke, wie sich die Zeit wandelt. In absehbarer Zeit bekomme ich die Pro Senectute-Lupe und muss zur Fahrzeugprüfung antraben. Und gerade deshalb und speziell in belastenden Zeiten bin ich um jeden sozialen Bezug dankbar: Apéro-Club, Spiessli- und Geburtstagsrunde, Männerturnen, Kochgilde, Reusstal-Express, Chrabbelturnen, dies eine kleine Auswahl jener Gruppen, in denen Begegnungen und Gespräche entstehen, die den Alltag lebendig machen und geistig jung erhalten.
Wir müssen Räume schaffen, die Begegnungen ermöglichen, Barrieren abbauen und zeigen, dass niemand zu alt ist, um Neues zu beginnen. So habe ich vor einiger Zeit einen KI-Kurs besucht. Einsamkeit ist selten ein unausweichliches Schicksal, sondern oft ein lösbares Problem, vorausgesetzt, wir gehen es gemeinsam an. Auch deshalb gibt es bei uns Überlegungen zu alternativen, altersgerechten Wohnformen.
Vielleicht sollten wir uns öfter bewusst machen, dass ein einziges Gespräch mehr bewirken kann, als wir glauben. Denn am Ende zählt nicht, wie viele Jahre wir leben, sondern wie viel Leben in diesen Jahren steckt. Und Leben entsteht dort, wo Menschen sich begegnen. Offen, interessiert und bereit, einander ein Stück des Weges zu begleiten.
Fazit: Soziale Kontakte im Alter sind ein zentraler Baustein für Lebensqualität, Gesundheit und Würde.