Patrick Oldani lebt mit seiner Familie in Tägerig. Der Einkaufsleiter ist Mitglied des Gemeinderates. In der Freizeit ist er gerne in der Natur unterwegs, unternimmt etwas mit der Familie oder werkelt am Haus oder im Garten.
Warum Chips plötzlich knapp sind. In einem ...
Patrick Oldani lebt mit seiner Familie in Tägerig. Der Einkaufsleiter ist Mitglied des Gemeinderates. In der Freizeit ist er gerne in der Natur unterwegs, unternimmt etwas mit der Familie oder werkelt am Haus oder im Garten.
Warum Chips plötzlich knapp sind. In einem Monat, vom 10. bis 13. November, öffnet in München die Electronica, die weltweit grösste Fachmesse der Elektronik. Seit 1964 findet sie alle zwei Jahre statt. Letztes Mal kamen rund 80 000 Fachbesucher aus über 100 Ländern, die Fläche entspricht etwa 25 Fussballfeldern (fast 20 Hektaren). Ich werde dabei sein und freue mich auf die Neuheiten sowie auf Blaukraut mit Apfel. Doch hinter dem Glanz steckt ein Problem, das bald auch Sie im Portemonnaie spüren könnten: Elektronik wird knapp und teuer.
Dabei produziert die Branche so viel wie nie. Die Fachleute sprechen von einer Speicherkrise. 2021 legte Corona die Fabriken lahm, alles war knapp. 2023 und 2024 folgte die grosse Korrektur mit Bestellflaute und Lagerbereinigung. Diesmal ist die Nachfrage der Auslöser. Die Rechenzentren für künstliche Intelligenz (von US-Präsident Trump neuerdings «SI - Super Intelligence» statt AI genannt) verschlingen Speicherchips, Kondensatoren und Leiterplatten. Für den gefragten Hochleistungsspeicher wird Fabrikkapazität gewöhnlicher Speicherchips umgewidmet. Ein Standardchip kostet deshalb etwa viermal so viel wie Anfang 2025. Kleine Besteller stehen hinten an.
Auch der weltgrösste Chipfertiger TSMC aus Taiwan ist ausgebucht. Entspannung erwartet er frühestens 2027. China wiederum baut eigene Speicherhersteller auf und will unabhängiger werden. Europa, das weniger als 10 Prozent der weltweiten Chips herstellt, will mit dem EU Chips Act gegensteuern. Dazu liegt ein Nachfolgegesetz seit Juni auf dem Tisch.
Weniger bekannt, aber ebenso knapp sind leistungsstarke MLCCs, winzige Keramikkondensatoren, die Strom glätten und Störungen filtern. In jedem Smartphone stecken Hunderte, die gängigen Typen sind aber weiter gut lieferbar. Bei den leistungsstarken Varianten beträgt die Lieferzeit bis zu 52 Wochen. Bei Leiterplatten fehlen Trägermaterial, Glasgewebe und Harz. Manche Hersteller sind über ein Jahr ausgebucht. Die Autoindustrie ist diesmal nicht der Treiber, sie wächst kaum.
Dadurch werden Geräte und Autos teurer, Reparaturen dauern länger. Vielleicht denken Sie bei Ihrem nächsten Blick auf Ihr Handy daran, wie viel Weltwirtschaft in diesem kleinen Ding steckt oder was Ihre Anfrage bei Claude, Copilot und Konsorten alles sonst noch so bewirkt.