Statt schreiben: waschen, schneiden, föhnen
24.07.2026 Serie im ReussboteSommerserie: Die Redaktion arbeitet in anderen Berufen. Heute: Debora Gattlen als Hundecoiffeuse bei Pet Cut’s in Mellingen
Im Mittelpunkt stehen beim Auftakt zur Sommerserie eine Terrier- und eine Colliehündin. Sie liessen sich von mir unter fachkundiger ...
Sommerserie: Die Redaktion arbeitet in anderen Berufen. Heute: Debora Gattlen als Hundecoiffeuse bei Pet Cut’s in Mellingen
Im Mittelpunkt stehen beim Auftakt zur Sommerserie eine Terrier- und eine Colliehündin. Sie liessen sich von mir unter fachkundiger Unterstützung von Hundecoiffeuse Rahel Serino geduldig in zwei Schönheiten verwandeln.
Die Sommerserie «Die Redaktion arbeitet in anderen Berufen» erlaubte es mir als Tier- und vor allem Hundeliebhaberin meiner Passion zu frönen. Für einen Nachmittag tauschte ich «Feder und Griffel» gegen Bürste, Schere und Föhn und verwandelte mich in eine Hundecoiffeuse. Ein Job der nicht nur Einfühlungsvermögen für Hunde einfordert, sondern auch Fingerfertigkeit, ein geübtes Auge und vor allem Geduld. Kurz gesagt: Ein Beruf für Tierliebhaber, für Kreative und Ästhetikliebende. Und das ist etwas, was mir als Chow-Chow-Besitzerin entgegenkommt. Rahel Serino, Inhaberin Pet Cut’s in Mellingen, war bei meinem Einsatz dabei und erklärte mir die verschiedenen Arbeitsschritte. Auch als langjährige Hundebesitzerin bin ich froh, um ihre tatkräftige Unterstützung und lerne Techniken beim Schneiden dazu.
Liebe und geduldige Hunde vor Ort
Kurz vor 14 Uhr schreite ich am Dienstagnachmittag voller Vorfreude durch die Hauptgasse zum Pet Cut’s in Haus Nummer acht. Der Baulärm und Staub, welche durch die aktuellen Sanierungsarbeiten an der Hauptgasse allgegenwärtig sind, lassen mich schnell den Katzen- und Hundesalon betreten. Im Innern ist es etwas ruhiger, der Lärm ist aber immer noch zu hören. Das scheint die Colliehündin, welche gerade von Inhaberin Rahel Serino gebadet wird, nicht weiter zu stören. Rasch stelle ich meine Tasche und den Fotoapparat auf dem Sofa ab. Hundehaare verraten, das Sofa ist nicht nur für Menschen, sondern auch für wartende Hunde oder Katzen da. Nach einer kurzen Begrüssung, schaue ich erst einmal Rahel Serino über die Schulter. Bereits bei meiner Anfrage, ob ich für die Sommerserie bei ihr im Salon mithelfen könne, versprach mir Serino, dass bei meinem Einsatz zwei sehr liebe Hunde vor Ort seien. Und das bestätigte sich auch.
Colliehündin geföhnt
Nachdem die Colliehündin fertig gebadet ist, wird sie von Serino vom Waschtisch zum Frisiertisch getragen. Wohlgemerkt, die Hündin mit etwas mehr als 20 Kilo gehört nicht zu der schwersten pelzigen Kundschaft. Für mich stellt aber bereits dieses Gewicht einen Kraftakt dar. So bin ich froh, dass nach dem Collie ein kleiner Norwich-Terrier angemeldet ist. Doch zuerst darf ich beim Föhnen der Colliehündin mithelfen. Ich übernehme den hinteren Part, Serino den vorderen. Bei der fachkundigen Kontrolle, wird meine Arbeit als gut befunden. Das Fell wird danach komplett durchgebürstet. Doch für die Colliehündin ist der Salonbesuch noch nicht zu Ende. Serino zeigt mir, wie mit der Pfoten-Schermaschine bei den Fussballen dazwischen wachsende Haare entfernt werden. Keine leichte Aufgabe für mich. Zögerlich setze ich den Scherkopf an, da ich fürchte, den Hund zu verletzen. Serino gibt Entwarnung. Ihr Tipp, die Maschine locker aus dem Handgelenk zu führen. Dann könne nichts passieren. Nach dieser Anweisung klappt es dann doch noch. Danach geht es ans Konturenschneiden – zu lange Haare an Beinen und Po werden gekürzt. Auch wenn ich bei dieser Arbeit wegen meiner eigenen Hunde wesentlich routinierter bin, erhalte ich auch hier wertvolle Tipps. So muss die Schere beim Schneiden nur mit dem Daumen bewegt werden. Im Anschluss werden noch Ohren und Augen gereinigt und eine zu lange Kralle zurückgeschnitten. Die Besitzerin ist beim Abholen sichtlich mit dem Resultat zufrieden. Sie sagt auch gleich zur Colliehündin, wie schön sie aussehe.
Terrier gebadet und geföhnt
Nun geht es Schlag auf Schlag. Bereits hat die nächste Kundin ihre Norchwich-Terrierhündin im Salon abgegeben. Die ältere Hündin erträgt das Trimmen, Abzupfen von abgestorbenem Deckhaar, nicht mehr. Daher der Wunsch der Besitzerin: Das Fell soll per Hand zurückgeschnitten werden. Zuerst darf ich die kleine Hündin baden und dann föhnen. Nun folgt der Schnitt. Hier zeigt mir Serino wie die Deckhaare korrekt gekürzt werden. Die Hündin hält auch geduldig still, als ich am Zuge bin. Beim für die Rasse typischen Kopfschnitt überlasse ich das Feld lieber wieder dem Profi. An dieser Stelle verabschiede ich mich und erhalte von Rahel Serino ein Lob: «Du hast es gut gemacht. Danke für deine Unterstützung.» Mein Fazit: Die Arbeit hat mir sehr grosses Vergnügen bereitet, die Gesellschaft von Rahel Serino und den Hunden habe ich sehr genossen.
Debora Gattlen


