Steuererhöhung von 7 Prozent geplant
03.11.2026 StettenStetten: An der Wintergmeind vom 11. November wird über eine Steuererhöhung und den Repol-Austritt befunden
Um in der Zukunft die Finanzen der Gemeinde gesund zu erhalten, plant der Gemeinderat eine siebenprozentige Steuererhöhung. Dazu sind Sparmassnahmen geplant ...
Stetten: An der Wintergmeind vom 11. November wird über eine Steuererhöhung und den Repol-Austritt befunden
Um in der Zukunft die Finanzen der Gemeinde gesund zu erhalten, plant der Gemeinderat eine siebenprozentige Steuererhöhung. Dazu sind Sparmassnahmen geplant und die Kündigung der Repol Rohrdorferberg-Reusstal ist an der Gmeind traktandiert.
Die Steuererhöhung von sieben Prozent ist unumgänglich», führt Gemeindeammann Stephan Schibli auf Anfrage aus. «Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass die Erhöhung der Steuern für die Steuerpflichtigen eine zusätzliche Belastung bedeutet.» Damit Stetten langfristig finanziell stabil bleibe, brauche es die Steuererhöhung auf 112 Prozent (bisher 105 Prozent). Inklusive Steuererhöhung von sieben Prozent weist das Budget 2027 einen Ertragsüberschuss von 219.25 Franken aus. «Die Gemeinde ist verpflichtet, ein ausgeglichenes Budget anzustreben», so Schibli. Auch die Prokopf-Verschuldung, welche zurzeit bei 1000 Franken liegt, soll nicht ansteigen. «Die Finanzplanung bis 2036 zeigt, dass bei einem gleichbleibenden Steuerfuss ein ausgeglichenes Budget nicht mehr erreicht werden kann», sagt Schibli. Der Gemeinderat spare, wo es gehe, ohne dabei wesentliche Leistungen zu reduzieren. Es gebe aber Posten wie Gesundheit, welcher seit Jahren stark steige und das Gemeindebudget belaste. Erfreulich sei, dass beim Posten Soziales durch konsequente Fallbetreuung durch den Gemeinderat die Kosten auf einem stabilen Niveau geführt werden konnten. Der Souverän kann über die Genehmigung des Budgets und dem Steuerfuss von 112 Prozent befinden.
Austritt aus Regionalverband Repol
Der Austritt aus dem Gemeindeverband Repol Rohrdorferberg-Reusstal steht unter Traktandum sechs an. Stetten ist die erste Gemeinde, welche über den Austritt abstimmt. Am 19. November entscheidet Bellikon, am 24. November Tägerig, am 25. November die Stadt Mellingen und am 8. Dezember Oberrohrdorf.
Die fünf Gemeinden haben eine umfassende Evaluation verschiedener Möglichkeiten für die zukünftige Ausgestaltung der polizeilichen Grundversorgung durchgeführt. Ziel war es, den beteiligten Gemeinden eine sachliche, transparente und vergleichbare Grundlage zur Verfügung zu stellen. Die Repol Rohrdorferberg-Reusstal, die Stadtpolizei Baden und die Kantonspolizei Aargau haben nach vorgegebenen Kriterien Angebote eingereicht. Die eingegangenen Angebote wurden am 10. August anhand eines vorgängig definierten und für alle Anbieter einheitlichen Bewertungsverfahrens beurteilt. Die Evaluation umfasste rund 70 Bewertungskriterien. Für die Kapo sprechen für den Gemeinderat folgende Punkte: das insgesamt klar bessere Ergebnis, die breite Organisation, die Möglichkeit, zahlreiche polizeiliche Aufgaben innerhalb derselben Organisation zu bearbeiten, die langfristige Stabilität und der tiefere Kostenaufwand für die Gemeinde. «Der Gemeinderat Stetten anerkennt die Leistung der Repol Rohrdorferberg-Reusstal, deren lokale Verankerung und die bisher für Stetten geleistete Arbeit. Er hat auch die positive Entwicklung der Repol unter der neuen Führung zur Kenntnis genommen», so Stephan Schibli.
Kapo bestes Resultat erzielt
Platz 1 belegt nach der Evaluation bei der Gemeinde Stetten die Kapo mit 4.40 Punkten, Platz 2 die Stadtpolizei Baden mit 4.25 Punkten und Platz 3 die Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal mit 3.55 Punkten. Bei allen fünf beteiligten Gemeinden zeigte die Auswertung ein einheitliches Bild. Der Kostenvergleich für 2027 zeigt: Für das Jahr 2027 beträgt bei der Regionalpolizei Rohrdorferberg-Reusstal der Tarif 50.51 Franken pro Einwohner. Bei 2542 Einwohnern entstehen so für die Gemeinde Stetten jährliche Kosten von rund 128 396 Franken. Bei der Kapo beträgt der Tarif 24 Franken pro Einwohner. Die jährlichen Kosten für die Gemeinde liegen bei 61 008 Franken. «Für Stetten ist die Kapo insgesamt die beste Lösung und gleichzeitig mit tieferen Kosten verbunden», sagt Schibli. Sagt der Souverän ja zur Kündigung per 31. Dezember 2028 des Vertrags mit der Repol, würde mit der Zustimmung der Wechsel auf den 1. Januar 2029 erfolgen. «Der Gemeinderat kann klare Fakten präsentieren. Wir sind überzeugt, ein gutes Leistungspaket mit der Kapo ausgehandelt zu haben», so Schibli.
Positive Kreditabrechnungen
An der Wintergmeind kann der Souverän zudem über vier Kreditabrechnungen befinden. Alle wurden unterschritten. So die Kreditabrechnungen Umleitung Kanalisationsleitung im Gebiet Oberdorf mit 201 110 Franken, Dorffest 2025 mit 55 603 Franken, die Strassensanierung Fabrikstrasse/Fabrikweg mit 448 660 Franken und der Ersatz Wasserleitung Fabrikstrasse mit 167 194 Franken. Weitere Traktanden sind ein neues Reglement für die Tagesstrukturen, die Anpassung des Stellenplans Tagesstrukturen und Abwasserverband Region Stetten sowie die Kündigung der Mitgliedschaft Regionalplanungsverband Mutschellen-Reusstal-Kelleramt. Stetten ist zusätzlich Mitglied bei der Repla Baden. Auf eine Doppelmitgliedschaft soll künftig verzichtet werden.
Debora Gattlen
Die Einwohnergemeindeversammlung findet am Mittwoch, 11. November, um 19.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Egg statt.

