Region: Verteilt über das ganze Gebiet des Kantons Aargau werden vermehrt Trickdiebstähle gemeldet
Die Kantonspolizei warnt vor «Kettentrickdieben» und «Treibstoff-Bettlern». Die häufig aus dem Ausland kommenden Tätergruppen erleichtern ihre ...
Region: Verteilt über das ganze Gebiet des Kantons Aargau werden vermehrt Trickdiebstähle gemeldet
Die Kantonspolizei warnt vor «Kettentrickdieben» und «Treibstoff-Bettlern». Die häufig aus dem Ausland kommenden Tätergruppen erleichtern ihre Opfer dabei mit verschiedenen Maschen um Bargeld oder wertvollen Schmuck.
Meist fängt beim sogenannten «Kettentrickdiebstahl» alles ganz harmlos an: Die Täterinnen und Täter sprechen ihre Opfer unter einem unverdächtigen Vorwand an, fragen sie beispielsweise höflich nach dem Weg. Während sie die Betroffenen in ein Gespräch verwickeln, suchen sie gezielt Körperkontakt. Dann legen sie den Betroffenen – angeblich als Zeichen des Dankes – eine Halskette um oder greifen nach deren Schmuck. Dabei entwenden sie unbemerkt echte Halsketten oder Armbänder und ersetzen diese teilweise durch wertlosen Modeschmuck. Das Problem: Oft bemerken die Betroffenen den Diebstahl erst später, wenn sie wieder zu Hause sind, was die Ermittlungen zusätzlich erschwert.
Eine weitere derzeit verbreitete Betrugsmasche sind sogenannte «Treibstoff-Bettler». Dabei sprechen die Täter gezielt Passanten und Autofahrer auf Parkplätzen, bei Tankstellen oder entlang von Hauptverkehrsachsen an.
Unter dem Vorwand, kein Geld für Treibstoff zu haben, bitten sie diese um Bargeld. Als angebliche Gegenleistung bieten sie häufig Schmuck an, der sich später natürlich als wertlos erweist. Mit erfundenen Notlagen oder emotionalen Geschichten versuchen die Tätergruppen, ihre Opfer zu einer Geldzahlung zu bewegen.
Kriminal-Touristen am Werk
«Das sind Maschen, die wiederkehrend aufflammen», weiss Kathrin Wettstein, Mediensprecherin der Kantonspolizei Aargau. Die Kapo habe in den letzten Wochen jedoch vermehrt Hinweise auf die beiden genannten Maschen erhalten – verteilt über das ganze Kantonsgebiet. «Das sind Kriminal-Touristen aus dem Ausland», erklärt sie auf Nachfrage. Die Tätergruppen gingen dabei hierzulande buchstäblich auf Tour und würden danach wieder über die Grenze verschwinden. Während die Beute bei den «Treibstoff-Bettlern» meist unter 100 Franken liegt, kann der Schaden für die Opfer beim «Kettentrick» je nach Wert der Beute auch mehrere hundert Franken oder mehr betragen.
Besonders perfide: Während es beim Treibstoff-Trick jeden treffen kann, der einem Menschen in vermeintlicher Notlage helfen will, konzentrieren sich die Täter laut Wettstein beim Kettentrick besonders auf ältere Menschen, die sich teilweise leichter verunsichern lassen. Die Polizei warnt, sich in keinem Fall von Unbekannten Schmuck anlegen zu lassen und aufdringliche Personen, die Körperkontakt suchen laut und bestimmt zurückzuweisen und Abstand zu wahren. Am besten sollte man wertvollen Schmuck verdeckt unter der Kleidung tragen. Durch angebliche Notlagen sollte man sich ebenfalls nicht unter Druck setzen lassen. Unbekannten sollte man ohnehin kein Bargeld aushändigen, egal unter welchem Vorwand. «Drittpersonen auf sich aufmerksam machen und den Notruf wählen», rät Kathrin Wettstein, wenn man ein schlechtes Bauchgefühl hat. Wenn möglich, die Täter hinhalten, aber nur sofern man sich dadurch nicht selbst gefährdet: «Immer unter der Priorität Eigenschutz», mahnt Wettstein. In jedem Fall gilt es, mit der Meldung keine Zeit zu verlieren. Denn sobald die Täter gemerkt haben, dass sie aufgeflogen sind, ziehen sie weiter. Bis die Polizei eintrifft, sind sie dann über alle Berge – und im schlimmsten Fall der Familienschmuck gleich mit.
Michael Lux