Mellingen: In der Zentrumszone Birrfeldstrasse ist ein neues Quartier mit 321 Wohnungen geplant
Die Bevölkerung von Mellingen wird um rund 700 Personen wachsen, wenn die grosse Überbauung an der Birrfeldstrasse einmal realisiert ist. An der Infoveranstaltung gaben der ...
Mellingen: In der Zentrumszone Birrfeldstrasse ist ein neues Quartier mit 321 Wohnungen geplant
Die Bevölkerung von Mellingen wird um rund 700 Personen wachsen, wenn die grosse Überbauung an der Birrfeldstrasse einmal realisiert ist. An der Infoveranstaltung gaben der neue Standort des Coop und die Zufahrt zu einer Parkgarage zu reden.
n der Birrfeldstrasse entsteht auf rund 35 000 Quadratmetern Fläche ein nigelnagelneues Quartier. Aus einem traditionellen Gewerbegebiet soll die nächsten Jahre ein modernes und lebendiges Wohnquartier werden. Geplant sind 321 Mietwohnungen in verschiedenen Grössen, Läden, Restaurants sowie Dienstleistungsbetriebe. Viele Schatten spendende Bäume, entsiegelte Flächen und ein Park inmitten der Häuser sollen das Quartier luftig und «klimafreundlich» machen. Am Dienstagabend luden der Mellinger Stadtrat und die Bauherrschaft, die Firma Tierstein AG aus Frick, zu einer weiteren Infoveranstaltung ein. Letztmals wurde im Juni 2025 das Siegerprojekt des Studienauftrags vorgestellt. Seither ist das Projekt des Büros GWI Architektur AG (Bern) und der Westpol Landschaftsarchitektur (Basel) weiterentwickelt und konkretisiert worden. Man erfuhr genaueres zur Art und Höhe der Häuser und dem Zeitplan des Bauvorhabens. Soviel vorweg: Die Etappe 1 ganz im Westen des Areals, auf der eingezonten grünen Wiese die ans Fabrikgebäude der Lastech anschliesst, soll als erste von 2028 bis 2030 realisiert werden. In dieses grosse Ankergebäude will der Coop später umziehen. Es folgt eine Überbauung des Areals in drei weiteren Etappen. Die vierte, auf der Ostseite des Areals bei der Post Mellngen, ist als letzte – ab 2034 –geplant. Es wird also noch viel Wasser die Reuss runterfliessen, bis an der Birrfeldstrasse etwas steht. Die Vorgeschichte des Areals mit der Gesamtrevision Nutzungsplanung (2016), dem städtebaulichen Leitbild Zentrum, bei dem die Bevölkerung mitwirkte (Plaza-Workshops 2020 und 2023), begann ebenfalls vor langer Zeit. Deshalb erstaunte der Andrang am Dienstag nicht wirklich. Stadtpräsidentin Györgyi Schaeffer freute sich über das grosse Interesse. «Es geht um die Entwicklung eines Schlüsselgebiets für Mellingen», sagte sie, «dieses liegt in der Nähe der Altstadt und ist so gross wie diese.» Mit den neuen Wohnungen gehe man von einem Bevölkerungswachstum von rund 700 Personen oder plus 10 Prozent aus. «Dadurch steigt unser Steuersubstrat und wir hoffen auf gute Steuerzahler», so Schaeffer. Sie lud die Bevölkerung ein, in dem am Mittwoch gestarteten Mitwirkungsverfahren ihre Rückmeldung zum Entwicklungsrichtplan zu geben. Dieser Plan wird behördenverbindlich sein, soll die Qualität der Bebauung sichern und Grundlage für die Erarbeitung der Teil-Gestaltungspläne sein.
Auf Altstadt und Siedlung geachtet
Architekt Theo Gurtner von GWI Architektur AG erklärte den aktuellen Stand des Projekts. Weil das Areal nahe der Altstadt liege, sei ein «extrem respektvoller Umgang» wichtig gewesen. «Mit Volumen und Struktur der Neubauten haben wir auf die Altstadt und das südlich liegende Einfamilienhausquartier Rücksicht genommen», so Gurtner. Man wolle die Identität Mellingens bewahren, Durchlässigkeit im Areal schaffen und ganz verschiedene Wohntypen realisieren. Zur Durchlässigkeit trägt auch ein Park im Süden des Areals bei. Die Beschattung mit Bäumen sei wichtig. Ebenso wie gemeinschaftliche Flächen für die Bewohner zu schaffen. Laut dem Architekten hat man in den letzten Monaten die Dichte der Häuser verteilt. Die Compactus-Fabrik (heute Lastech) muss wegen Schadstoffen abgerissen werden und wird durch eine ähnlich aussehende Halle mit Scheddach ersetzt. Sie könnte kulturell genutzt werden und soll an die Geschichte des Areals anknüpfen und erinnern. (mbe)
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