Niederrohrdorf: Die Gemeinde will den Hofacherplatz aufwerten. Die Arbeiten sollen von Juli bis Oktober erfolgen
Der Quartierplatz an der Kreuzung Hofacherstrasse und Promilleweg ist eine Asphaltwüste – und ein Hitze-Hotspot. Für 190 000 Franken soll er umgestaltet ...
Niederrohrdorf: Die Gemeinde will den Hofacherplatz aufwerten. Die Arbeiten sollen von Juli bis Oktober erfolgen
Der Quartierplatz an der Kreuzung Hofacherstrasse und Promilleweg ist eine Asphaltwüste – und ein Hitze-Hotspot. Für 190 000 Franken soll er umgestaltet werden, um Mensch und Tier das Verweilen angenehmer zu machen.
Viel Asphalt und kaum Schatten:
Der Hofacherplatz bietet bisher wenig Aufenthaltsqualität. Vor allem im Sommer gehört er zu den heissesten Plätzen in ganz Niederrohrdorf. Daran muss sich dringend etwas ändern – da waren sich schon die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Klima-Workshops im Sommer 2024 einig. Ab Juli will die Gemeinde nun ans Werk gehen. Susann Hunziker, stellvertretende Leiterin Abteilung Planung und Bau, sowie die Gartenplaner erklärten den rund 50 Interessierten an einer Infoveranstaltung, was geplant ist. «Grundsätzlich bauen wir den kompletten Asphalt zurück», erklärte Lukas Meier von der «Naturgartenmensch GmbH» aus Niederlenz. Dieser werde durch Mergel-Kies ersetzt. Dadurch soll die Fläche entsiegelt werden, damit das Wasser besser versickern kann. Gleichzeitig heizt sich der Platz weniger auf, da der Belag die Hitze besser abstrahlt. Ein wichtiger Bestandteil der Aufwertung: die Begrünung. «Wir haben uns entschieden, kleine Bäume zu pflanzen», so Meier. Denn diese gingen mit den Wurzeln in die Tiefe und bräuchten weniger Wasser. Darüber hinaus wachsen sie besser an, als grosse Bäume. Um für den künftigen Klimawandel gewappnet zu sein, soll eine Vielzahl einheimischer Gehölze gepflanzt werden, darunter verschiedene Ahorn- und Eichenarten, Bergulme, Waldföhre, Mehlbeere oder Traubenkirsche. Vier Einzelbäume werden entlang des bestehenden überdachten Bereiches gesetzt. In der Mitte des Platzes sei dies aufgrund der Feuerwehrzufahrt und bestehender Leitungen nicht möglich. Zusätzlich wird es Baumgruppen in den gegenüberliegenden Ecken geben.
Natur für Kinder erlebbar machen
Sie beschatten unter anderem den Bereich um den bisherigen Brunnen. Dieser muss zwar weichen, dafür entsteht ein Landschaftsspielbereich mit Sandfläche sowie Wasserpumpe und Trinkbrunnen. Zielgruppe seien vor allem die Kleinen, so die Planer. Denn die grösseren Kinder hätten rund um den Pumptrack bereits viele Möglichkeiten. Der Platz soll auch Tieren Lebensraum bieten: «Es gibt eine kleine wechselfeuchte Zone», führte Meier aus. In einer Ecke des Platzes werde neben einer weiteren Baumgruppe ein kleiner, zehn Zentimeter tiefer Teich für Insekten und Igel angelegt. Eine Wildbienen-Nisthilfe, sowie verschiedene Kleinstrukturen bieten anderen Tieren Unterschlupf. Rund um die bestehenden Sitzgelegenheiten soll ebenfalls eine biodiverse Bepflanzung mit einheimischen Sträuchern erfolgen. Die Anwesenden, darunter viele Anwohner, nahmen das Projekt wohlwollend auf. Es gab aber auch Nachfragen und Befürchtungen. Etwa ob die Kinder und Jugendlichen den Sand und Kies verstreuen und die Strukturen zerstören könnten. Es brauche für Kinder Möglichkeiten, Natur zu erleben, wenn diese ein Gespür dafür entwickeln sollten, gab Gartenplaner Christian Buehrle zu bedenken. Man wolle nur mit Schutzmassnahmen reagieren, falls dies nötig sein sollte. Susann Hunziker verwies auf positive Erfahrungen mit dem Artenförderungsprojekt zugunsten von erdnistenden Wildbienen am Weiherweg, wo es keine Probleme gebe. Einem Vorschlag, in der Mitte einen Asphaltstreifen für bessere Befahrbarkeit mit Rollatoren zu belassen, erteilten die Planer eine Absage. Dieser müsste neu erstellt werden und würde Mehrkosten von mindestens 50 000 Franken verursachen. Der Mergel-Belag sei aber behindertengerecht, versicherten sie. Hunziker betonte, dass die Klimamassnahmen gerade Kindern und Älteren zugute kommen, die am meisten unter der Hitze leiden. Die 190 000 Franken sind bereits im Budget 2026 enthalten. Ein Drittel des Projekts soll aber durch Förderungen des Bundes gedeckt sein.
Michael Lux