Von Träumen und Sorgenkindern
05.06.2026 MägenwilMägenwil: Die Rechnung 2025 wurde diskussionslos genehmigt und der Gemeinderat passt die Kehrichtgebühren an
Die Rechnung 2025 schliesst mit einem Gewinn. Dennoch bleibt der Gemeinde eine Nettoschuld von über 9 Millionen Franken. Der Gemeinderat musste ausserdem die ...
Mägenwil: Die Rechnung 2025 wurde diskussionslos genehmigt und der Gemeinderat passt die Kehrichtgebühren an
Die Rechnung 2025 schliesst mit einem Gewinn. Dennoch bleibt der Gemeinde eine Nettoschuld von über 9 Millionen Franken. Der Gemeinderat musste ausserdem die Kosten für die Kehrichtsäcke erhöhen.
ie erwartet, war die Gemeindeversammlung in Mägenwil am Dienstagabend von kurzer Dauer. Um 19.35 Uhr begrüsste Gemeindeammann Peter Wiederkehr in der Aula Oberfeld 48 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Kurz nach 20 Uhr erklärte er die Sommer-Gmeind für beendet und lud alle zum Apéro im Foyer ein.
Zuvor hatten die Anwesenden das Protokoll der letzten Winter-Gmeind genehmigt, genauso wie den Rechenschaftsbericht 2025. Vor allem aber sagten sie einstimmig und diskussionslos «Ja» zur Rechnung 2025, die mit einem Plus von 822 550 Franken schloss. Dieser Abschluss sei der Traum jeder Buchhalterin und jedes Buchhalters, meinte Peter Wiederkehr. «Wir haben mehr eingenommen und weniger ausgegeben», freute er sich über das «sehr gute Resultat». Was die Entwicklung der Steuererträge betreffe, sei Mägenwil «recht gut unterwegs». Fast die Hälfte des Aufwands gehe an die Bildung, rund ein Viertel an die Kosten für Gesundheit und soziale Sicherheit. Die kontinuierlich steigenden Kosten im Bereich Gesundheit mit Pflegefinanzierung oder Spitex würden «das Sorgenkind in der Gemeinde» bleiben. «Da sind wir aber nicht die einzigen», so Wiederkehr.
Die Nettoschuld der Gemeinde Mägenwil liegt bei rund 9,5 Millionen Franken. Das sei zwar immer noch hoch, meinte der Ammann. «Aber der Trend zeigt nach unten.» Im Jahr 2018 lag die Nettoschuld immerhin noch bei rund 18 Millionen Franken. Damit sinkt auch die Pro-Kopf-Verschuldung in Mägenwil, sie liegt 2025 bei 4144 Franken – gemäss kantonaler Vorgabe sollte sie allerdings die Limite von 2500 Franken nicht übersteigen.
Die Güselsäcke werden teurer
In Mägenwil wurden zudem die Kehrichtgebühren auf den 1. Juni 2026 erhöht. Wiederkehr informierte, dass die aktuellen Preise der Kehrichtsäcke, Marken und Plomben nicht mehr kostendeckend seien. Bereits 2024 schrieb die Abfallbewirtschaftung rote Zahlen, damals rund 5500 Franken. Nun weist die Bilanz in der Abfallbewirtschaftung 2025 erneut ein Minus von 5800 Franken auf. Am 1. Juni informierte der Gemeinderat bereits online über die Teuerung um 10 Prozent. Zehn 17-Liter-Säcke kosteten bisher 11 Franken, neu 12 Franken; zehn 35-Liter-Säcke kosten neu 22 Franken (bisher 20 Franken). Weil es bei der letzten Gebührenerhöhung zu Hamsterkäufen kam, informierte der Gemeinderat dieses Mal kurzfristig über die teurer werdenden Abfallsäcke. Es liegt im Übrigen gemäss Abfallreglement von 2023 in der Kompetenz des Gemeinderates die Gebühren so anzupassen, dass die Eigenwirtschaftlichkeit des Betriebes gewährleistet ist.
In der Folge informierte Peter Wiederkehr unter «Verschiedenes» über diverse laufende Projekte, etwa über den Bushof, der im Zeitplan liegt; über die Sanierung des Schulhauses, wo die Photovoltaikanlage bereits reichlich Strom liefert. Zudem wurden nach der Brandkatastrophe Anfang Jahr in Crans Montana in allen Gemeindeliegenschaften Brandschutzkontrollen durchgeführt. Kleinere Massnahmen wurden sofort umgesetzt, während die Bar im Untergeschoss der Schulanlage Oberfeld gemäss Verfügung der Aargauer Gebäudeversicherung bis 30. Juni zurückgebaut werden muss. Schliesslich informierte Peter Wiederkehr über die Kündigung des aktuellen Schulleiters André Siegrist per 31. Juli. Siegrist war seit August 2023 im Amt. Er tritt eine Stelle in der Nähe seines Wohnortes an. Die Stelle in Mägenwil wird ausgeschrieben.
Heidi Hess

