Shimeon Balmer arbeitet als Prozess Architekt bei Swisscom und amtet als Co-Präsident der Die Mitte-Ortspartei in Niederwil-Nesselnbach. Er ist ausserdem Mitglied der kantonalen Schiesskommission für die Bezirke Muri und Bremgarten.
Die Geschichte lehrt uns, ...
Shimeon Balmer arbeitet als Prozess Architekt bei Swisscom und amtet als Co-Präsident der Die Mitte-Ortspartei in Niederwil-Nesselnbach. Er ist ausserdem Mitglied der kantonalen Schiesskommission für die Bezirke Muri und Bremgarten.
Die Geschichte lehrt uns, dass die Grenzen zwischen Staaten nicht für die Ewigkeit sind und dass sich die Souveränität von Ländern schon oft über Nacht geändert hat. Ein Blick auf den Ukrainekrieg und den brutalen Expansionswahn Russlands lässt mich fragen: Was, wenn ein ähnliches Szenario bei uns stattfinden würde?
Stellen wir uns vor, die alten Habsburger erheben erneut Anspruch auf die Schweiz. Sie würden behaupten, die Schweiz sei schon immer Teil ihres historischen Reichs gewesen und müsse daher wieder einverleibt werden. Mit einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg beginnen sie, Teile der Schweiz zu erobern. Die Kantone Schaffhausen, Thurgau und grosse Teile von St. Gallen würden in die Hände der Habsburger fallen. Die Bevölkerung in diesen eroberten Gebieten würde «entschweizert», ihnen würden unter Zwang neue Habsburgerpässe ausgestellt, und Hunderte von Schweizer Kindern würden ins habsburgische Stammesland in «Sicherheit» verschleppt werden, angeblich nur zu ihrem Besten. Nach heldenhafter Gegenwehr und unter blutigsten Verlusten auf beiden Seiten, diskutieren nun China und die Habsburger über einen «Helvetischen Frieden», ohne dass die Schweiz an diesen Verhandlungen beteiligt ist. Die Bedingungen wären verheerend für die Schweiz. Im Minimum sollen die eroberten Gebiete an die Habsburger abgetreten werden, die verkleinerte Schweiz darf sich keinem Militärbündnis anschliessen und die Armee darf nur noch 10 000 Soldaten stark sein.
Dieses Szenario mag fiktiv sein, aber ich will mit dieser Analogie nur in den Fokus rücken: wir würden uns auch wehren und weiterkämpfen. Wir wären auch überglücklich über jede Unterstützung, die nach fast vier Jahren Krieg dankbarerweise immer noch fliesst, und wir würden nichts unversucht lassen, die besetzten Gebiete wieder in die Schweiz einzugliedern. Wir würden es hassen, wenn man uns sagt: «Gebt doch einfach auf und beendet dieses unnötige Töten.» Denn wir wissen alle, was passiert, wenn man sich ergibt; dann passiert es wieder! Die Souveränität und territoriale Integrität von Staaten waren mal grundlegende Prinzipien des Völkerrechts ... sind es eigentlich noch heute, aber irgendwie auch nicht mehr so wirklich mit Blick auf Grönland, Venezuela und die Ukraine. Der Stärkere nimmt, was immer er glaubt, besitzen zu müssen. Und wir, das vermeintlich zivilisierte Europa, erleben eine weitere Eskalation in der vom deutschen Ex-Kanzler Olaf Scholz definierten «Zeitenwende».
Allmachtsfantasien dieser Art können eben nur mit massiver Gewalt gestoppt werden. Bleiben wir daher weiter wachsam und bereit. Bereit zu helfen und zu unterstützen, aber auch bereit, Aggressoren dieser Art auf Distanz zu halten.