Mellingen: Die Trockenheit dauert weiter an. Bereits muss 75 Prozent des Trinkwassers aus Baden bezogen werden
Der extrem trockene Sommer ist bereits Geschichte. Doch auch im Herbst lässt der Regen in der Deutschschweiz auf sich warten. Bereits wurde auf der Gemeindehomepage ...
Mellingen: Die Trockenheit dauert weiter an. Bereits muss 75 Prozent des Trinkwassers aus Baden bezogen werden
Der extrem trockene Sommer ist bereits Geschichte. Doch auch im Herbst lässt der Regen in der Deutschschweiz auf sich warten. Bereits wurde auf der Gemeindehomepage von Mellingen zum Wasser sparen aufgerufen. Nun folgt ab 5. Oktober ein Verbot.
Der Sommer war überdurchschnittlich warm und es fiel wenig Regen. Auch der Herbst geht in gleicher Manier wie der Sommer weiter. Langzeitprognosen gehen davon aus, dass sich daran in nächster Zeit nichts ändern wird. In der Nordwestschweiz fielen stellenweise im September nur 15 bis 35 Prozent des zu erwartenden Niederschlages. Dies reicht nicht aus – Grundwasserspiegel und Quellabflüsse sind weiterhin niedrig. Was im Sommer in Mellingen noch mit einem Aufruf zum Wassersparen reichte, genügt wegen der anhaltenden Trockenheit nicht mehr. Nun folgen drastischere Massnahmen. Ab Montag gilt ein Verbot für die Nutzung von automatischen Bewässerungen und Rasensprengern, das Auffüllen von Pools und Schwimmbecken, das Bewässern von Rasenflächen, das Waschen von Fahrzeugen (privat), das Abspritzen von Plätzen, Gehwegen und Fassaden, der Betrieb von mit Trinkwasser gespiesenen Laufbrunnen, sowie für unnötige Trinkwassernutzung. Vom Verbot ausgenommen ist das Bewässern von Nutzpflanzen sowie von einzelnen, persönlich wertvollen Pflanzen mit der Giesskanne.
Bussen bis zu 2000 Franken
In der offiziellen Mitteilung der Stadt Mellingen steht: Aufgrund der anhaltenden und ausgeprägten Trockenheit sowie der ausbleibenden Niederschläge sieht sich der Stadtrat in Zusammenarbeit mit der Wasserversorgung gezwungen, die bereits bestehenden Sparmassnahmen zu verschärfen. Ziel dieser Massnahmen ist es, die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser auch in den kommenden Wochen und Monaten sicherzustellen. Zuwiderhandlungen gegen die Verbote werden mit Bussen bis zu 2000 Franken geahndet.
Wasser aus Baden ist am Anschlag
«Jede eingesparte Wassermenge trägt dazu bei, die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten», sagt die Stadtpräsidentin Györgyi Schaeffer auf Anfrage. «Der Stadtrat bedankt sich bei der Bevölkerung für das Mittragen der Massnahmen und der Verbote.» Die aktuellen Massnahmen seien unumgänglich, da sich die Grundwasserbestände auf einem sehr tiefen Niveau befinden. Gleichzeitig ist auch die Schüttung der Quelle deutlich zurückgegangen und der Bezug von zusätzlichem Wasser aus Baden stösst an seine Grenzen. Eine Entspannung der Situation ist derzeit nicht absehbar. Es wird davon ausgegangen, dass sich die Grundwasserstände voraussichtlich erst in den kommenden Wintermonaten erholen werden. Tatsache ist: Seit Februar ist der Eigendeckungsgrad mit Trinkwasser von rund 84 Prozent auf nur noch rund 25 Prozent gesunken. Das heisst, nur noch ein Viertel des Trinkwassers stammt aus eigenen Grund- und Quellwasservorkommen. Die Mellinger Bevölkerung wird daher eindringlich vom Stadtrat gebeten, auch im Alltag sorgfältig mit dem Trinkwasser umzugehen und die persönlichen Wassersparmassnahmen konsequent umzusetzen.
Die Stadt Mellingen machts vor
Mellingen geht mit gutem Beispiel voran und setzt seit mehreren Monaten Sparmassnahmen um. So verzichtet der Werkdienst seit Juni auf Fahrzeugwäsche und reinigt keine öffentlichen Flächen mit Hochdruckreinigern. Öffentliche Brunnen, die ans Trinkwassernetz angeschlossen sind, wurden ausser Betrieb genommen und beim Sportplatz Bahnhofstrasse wurde die Bewässerung eingestellt. Bei weiteren Plätzen wurde die Bewässerung auf ein Minimum reduziert. Zudem werden öffentliche Pflanztröge und Rabatten nicht mehr gegossen. Sollte sich die Lage weiter verschärfen, behält sich der Stadtrat weitere Einschränkungen vor – es erfolgt eine laufende Lagebeurteilung. Allfällige Änderungen, die Aufhebung der Massnahmen oder Infos zur Wasserversorgung werden laufend auf der Website der Stadt Mellingen veröffentlicht.
Debora Gattlen