Weichen für neue Primarschule stellen
08.09.2026 NiederrohrdorfNiederrohrdorf: An einer ausserordentlichen Gmeind geht es am 15. September um einen Projektierungskredit
Nach der Wettbewerbsphase beantragt der Gemeinderat nun einen Projektierungskredit für das neue Primarschulhaus. Die Planungskosten sind mit 4,27 Millionen Franken ...
Niederrohrdorf: An einer ausserordentlichen Gmeind geht es am 15. September um einen Projektierungskredit
Nach der Wettbewerbsphase beantragt der Gemeinderat nun einen Projektierungskredit für das neue Primarschulhaus. Die Planungskosten sind mit 4,27 Millionen Franken veranschlagt.
Das Primarschulprojekt «Palimpsest» ging diesen Frühling als Sieger beim Architekturwettbewerb hervor, ausgewählt aus zehn eingereichten Projekten durch eine Fachjury. Die Wahl fiel auf dieses Projekt, weil es «den anspruchsvollen Spagat zwischen dem dringend benötigten zusätzlichen Schulraum und dem Erhalt eines grosszügigen Freiraums für Schülerinnen und Schüler meistert.» Anders gesagt: Es deckt den Bedarf an Schul- und Gruppenzimmern für die steigenden Schülerzahlen in Niederrohrdorf. Gleichzeitig fügt es sich platzsparend in den Aussenraum – für die Primarschülerinnen und -schüler bleibt also genügend Pausenplatz.
Auf die Wettbewerbsphase folgt die Planungsphase
Nun folgen die nächsten Schritte. Das Siegerprojekt «Palimpsest» soll zur Baureife gelangen. Das erfordert Planung und dafür holt der Gemeinderat einen Kredit ab. In dieser Phase werden Optimierungen erarbeitet, technische Fragen geklärt und die Baukosten für den viergeschossigen Primarschulneubau mit Aula verlässlicher ermittelt – eine Grobkostenschätzung beziffert diese Baukosten heute auf rund 30 Millionen Franken.
Für die Planungsphase beantragt der Gemeinderat von Niederrohrdorf nun einen Projektierungskredit über 4,27 Millionen Franken. An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung am 15. September entscheiden die Stimmberechtigten von Niederrohrdorf, ob sie diesem Projektierungskredit zustimmen wollen. Damit würden sie den Planungsarbeiten für das Projekt «Palimpsest», das laut Vorlage des Gemeinderats aus «zwei präzise gesetzten und wohlproportionierten Bauten» besteht, grünes Licht geben.
Die Jury ist überzeugt, dass die Vorzüge des Projekts durch die konkrete Planung, die nun folgen soll, erhalten bleiben.
Provisorium «Villa» soll in der Bauphase stehen bleiben
Bei Gebäude Nummer 1 handelt es sich um das neue viergeschossige Schulhaus. Dort sollen im Erdgeschoss Schulverwaltung und Hauswartung einziehen. Der Neubau wird direkt an die Mehrzweckhalle gebaut. Dieser Standort – Anbau an die bestehende Mehrzweckhalle – war von einer Schulraumplanungskommission bereits im Frühling 2024 vorgeschlagen worden, um Platz auf dem Schulgelände zu sparen.
Auf den darüberliegenden drei Stockwerken sind jeweils acht Unterrichtszimmer mit Gruppenräumen geplant. Das Projekt «Palimpsest» gewinnt Platz, weil die drei oberen Stockwerke – in Holzkonstruktion – das Dach der Mehrzweckhalle überlappen. Gemäss Vorlage wird die «Leichtigkeit der Holzkonstruktion die darunterliegende Mehrzweckhalle mit einem möglichst geringen Gewicht belasten». Die Fundation der Mehrzweckhalle muss aber mittels Mikropfählen verstärkt werden. Deshalb wird während der ersten Bauphase eine teilweise Sperrung der Mehrzweckhalle notwendig sein. Gemäss Vorlage soll das Optimum an Grösse der Überlappung der Mehrzweckhalle ermittelt werden. Ziel sei eine wirtschaftliche Lösung, die den Betrieb der Mehrzweckhalle möglichst wenig beeinträchtige.
Gleichzeitig soll möglichst viel Freiraum für die Kinder erhalten bleiben. Dabei soll das heutige Provisorium «Villa» nicht versetzt werden müssen. Eine Verschiebung der Provisorien während der ersten Bauetappe wäre das «Worst-Case-Szenario», wie am Info-Abend im August erklärt wurde. Nach heutigem Kenntnisstand sei aber davon auszugehen, dass lediglich das Treppenhaus verlegt werden müsse. Die «Villa» kann indes am heutigen Standort stehen bleiben, so der Gemeinderat. Wenn der vierstöckige Neubau gebaut ist, soll das Provisorium «Villa» – dann seit 10 Jahren im Einsatz – zurückgebaut und nach Möglichkeit veräussert werden.
Aulagebäude mit Schulhof und neuen Räumen für Tagesstrukturen
Bei Gebäude Nummer 2 handelt es sich um das bestehende Primarschulhaus Rüsler. Sobald der Neubau neben der Mehrzweckhalle fertig ist, wird das in die Jahre gekommene Schulhaus Rüsler teilweise zurückgebaut. Dabei soll ein quadratisches Gebäude mit Aula, Bibliothek und Musikschule entstehen, das auf der Konstruktion des alten Schulhauses aufbaut. Neben diesem Aulagebäude ist ein ebenso grosser neuer Schulhof geplant.
In das Projekt Erweiterung Primarschule sollen die Räume für die Tagesstrukturen eingeplant werden. Dafür ist ein weiterer Projektierungskredit nötig. Diese Vorlage wird im nächsten «Reussbote» detailliert vorgestellt.
Heidi Hess
Ausserordentliche Gemeindeversammlung am Dienstag, 15. September, um 19.30 Uhr in der MZH Rüsler.

