Sportsfreundin Marina war kaum zu beruhigen. Wir sassen an einem Festtisch im Garten und genossen den lauschigen Abend gemeinsam mit Dutzenden von Gleichgesinnten und mit viel Kultur, Essen und Trinken. Wir liessen uns, man glaubt es kaum, die Stimmung durch keinen Fernseher verderben. «Die ...
Sportsfreundin Marina war kaum zu beruhigen. Wir sassen an einem Festtisch im Garten und genossen den lauschigen Abend gemeinsam mit Dutzenden von Gleichgesinnten und mit viel Kultur, Essen und Trinken. Wir liessen uns, man glaubt es kaum, die Stimmung durch keinen Fernseher verderben. «Die Schweizer spielen auch ohne uns gegen Katar, sie werden es schon richten», beruhigten wir uns. Aber, seien wir ehrlich: Das WM-Spiel liess fast niemanden am Tisch kalt. Ich habe genau beobachtet, dass viele Hände immer wieder in die Hosensäcke zu den Handys glitten. Wir waren jederzeit auf dem neusten Informationsstand. So erfuhren wir keine fünf Sekunden nach dem Penalty von Embolos 1:0. Also alles paletti, wir kriegen das hin. Und nahmen noch einen Schluck auf die Nati.
Aber genau 77 Minuten später kam wie erwähnt Marinas Gefühlsausbruch. Sie schimpfte wie ein Rohrspatz: «Jetzt kassieren die doch tatsächlich in der 94. Minute noch den Ausgleich, das gibts ja nicht! Ich habe doch gewettet, habe 3:0 für die Schweiz getippt!» Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob für Marina ihre falsche Wette noch finanzielle Folgen haben wird. Was aber sicher ist: Die Schweizer Fussballer müssen nun im nächsten Spiel richtig Gas geben. «Wenn du sie vorne nicht machst, bekommst du sie hinten», sagt Xhaka. Und der wird es wohl wissen.
Jean
PS: Liebe Leserschaft, Sportsfreund Andi ist kein Fan von Kommentator Sascha Ruefer. Und Sie? Meine Mailadresse lautet textejean@gmx.ch