Werkhof rückt dank Umzonung näher
06.02.2026 Oberrohrdorf-StaretschwilDie Teiländerung der Nutzungsplanung Familiengartenzone Staretschwil liegt öffentlich auf
Für Gemeinderat und Planer gibt es keine echte Alternative zum Standort des Werkhofes in der Familiengartenzone. Diese soll für die Umsetzung des Projekts in eine Zone für ...
Die Teiländerung der Nutzungsplanung Familiengartenzone Staretschwil liegt öffentlich auf
Für Gemeinderat und Planer gibt es keine echte Alternative zum Standort des Werkhofes in der Familiengartenzone. Diese soll für die Umsetzung des Projekts in eine Zone für öffentliche Bauten und Anlagen umgezont werden. Schrebergärten finden weiterhin Platz auf der Parzelle.
Die bisherige Familiengartenzone nördlich des Kreisels an der Dorfstrasse soll in eine Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (OeBA) umgewandelt werden. Nach der kantonalen Vorprüfung und dem Abschluss des Mitwirkungsverfahrens liegen die Unterlagen zur Teiländerung der Nutzungsplanung auf. Die Umzonung schafft die zonenrechtlichen Voraussetzungen für den Bau des neuen Werkhofs. Gleichzeitig ermöglicht sie am Standort weiterhin den Betrieb von Schrebergärten: «Die Schrebergartensiedlung ist gross genug für einen Landabtausch», sagt Gemeindeammann Thomas Heimgartner. Neben einigen kleineren Grenzbereinigungen entsteht die neue Zone im Wesentlichen durch die Einzonung eines kleinen Zwickels der Landwirtschaftszone rund um das benachbarte Schützenhaus. Als Ausgleich wird vom nördlichen Teil der Familiengartenzone im gleichen Umfang Land der Landwirtschaftszone zugeschlagen. Es handelt sich jeweils um Flächen von 0,06 Hektaren.
Und was passiert mit den bestehenden Familiengärten? «Dort, wo die Parzellen der Familiengärten jetzt sind, werden sie aufgehoben. Sie kommen einfach an einen anderen Ort innerhalb der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen», erklärt Heimgartner. Würde der Werkhof gemäss der erstellten Machbarkeitsstudie an der Dorfstrasse umgesetzt, würde sich die Zahl der Schrebergärten von heute 20 auf 14 Parzellen reduzieren. Laut Heimgartner sei die Nachfrage jedoch ohnehin nicht wahnsinnig gross gewesen: «Die Mieter sind informiert worden. Sie können sich überlegen, ob sie am späteren Standort wieder eine Parzelle mieten möchten», erklärt er auf Nachfrage. Manche Mieterinnen und Mieter hätten jedoch bereits signalisiert, dass sie ihren Garten nur noch bis zur Aufhebung betreiben wollten.
Werkhof-Standort ist umstritten
Gegen den geplanten Standort des neuen Werkhofes am «Büntenacher» und die mittlerweile vorliegende Machbarkeitsstudie hatte sich bereits an der Winter-Gmeind 2023 Widerstand geregt. Im Vorfeld wurden sogar Flugblätter verteilt (der «Reussbote» berichtete). Das Ortsbild werde verschandelt, Abklärungen fehlten und «hervorragende und kostengünstige» Alternativen seien ausgeblendet worden, so die Kritik. Ein Rückweisungsantrag zum Projektierungskredit wurde jedoch nicht angenommen. Auch im Mitwirkungsverfahren zur Teiländerung der Nutzungsplanung gab es eine Eingabe, die Grundsatzkritik am Projekt übt. Das geht aus dem Mitwirkungsbericht hervor, der ebenfalls aufliegt. «Wesentliche Änderungen an der Teiländerung der Nutzungsplanung erfolgten aufgrund des Mitwirkungsverfahrens nicht», so der Gemeindeammann.
Werkhof rückt dank Umzonung näher
Für den Gemeinderat und die Planer ist eine Gesamtlösung durch einen Neubau des Werkhofes am Standort «Büntenacher» die einzige Möglichkeit, um die Dienstleistungen und den optimalen Betrieb zu gewährleisten. Im Planungsbericht werden mögliche Alternativen wie ein Ausbau des bisherigen Standorts, ein Neubau am Parkplatz bei der Turnhalle Hinterbächli oder eine regionale Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden nochmals durchgespielt. Auch andere, in Gemeindebesitz befindliche Standorte, seien geprüft worden. Die Alternativlösungen konnten laut Bericht jedoch nicht überzeugen.
Projekt am Standort umsetzbar
Für den Werkhofneubau am Standort Staretschwil wurde vom Büro «Urs Müller Architekten und Planer AG» eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, die ein Werkhofgebäude mit Fahrzeughalle, Waschplatz, Werkstatt und Lagerflächen sowie einen Bürotrakt mit Sitzungszimmer, Aufenthaltsraum Küche, Büros und Archiv umfasst. Dazu kommen Serviceräume sowie Aussenflächen für den Werkhofbetrieb wie Umschlagplatz, Aussenlager, Muldenflächen und ein Salzsilo. Darüber hinaus sind öffentliche Aussenflächen wie Unterflurcontainer, Entsorgungsstelle und -mulde sowie Parkplätze und Abstellplätze für Velos vorgesehen.
Im Rahmen der Studie wurden mehrere Gebäudevarianten geprüft. Als «Bestvariante» sehen die Planer ein L-förmiges, zurückversetztes Gebäude parallel zur Dorfstrasse. Rangierflächen vor dem Gebäude und seitlich sind angedacht. Die Variante würde zudem die Möglichkeit für eine spätere Erweiterung bieten. Das Schützenhaus würde allerdings den Velostellplätzen weichen. Diese seien ein Bedürfnis, sagt Heimgärtner: «Es gibt Leute, die von Staretschwil herunterkommen auf den Bus. Wenn diese ihre Velos abstellen und für den Heimweg nutzen könnten, wäre das eine tolle Sache», findet er. Noch dient die Studie aber nur als Orientierung. Der Projektierungskredit für das Bauprojekt soll an der Sommer-Gmeind geholt werden. «Wir möchten so schnell wie möglich vorwärts machen mit dem Werkhof, weil wir am alten Standort die Tagestrukturen ausbauen möchten. Das ist ein grosses Bedürfnis im Dorf», betont Heimgartner. Als Grundlage muss aber erst einmal die Teiländerung der Nutzungsplanung in trockenen Tüchern sein. Diese liegt noch bis zum 27. Februar öffentlich auf.
Michael Lux


