Eine Sonderausstellung zeigt Bilder Mellingens vor 100 Jahren im Zeichen von Kontinuität und Wandel
Zum Internationalen Museumstag vom 18. Mai zeigt das Ortsmuseum ausgewählte Bilder von drei Mellinger Künstlern, welche die Altstadt im 20. Jahrhundert ...
Eine Sonderausstellung zeigt Bilder Mellingens vor 100 Jahren im Zeichen von Kontinuität und Wandel
Zum Internationalen Museumstag vom 18. Mai zeigt das Ortsmuseum ausgewählte Bilder von drei Mellinger Künstlern, welche die Altstadt im 20. Jahrhundert festgehalten haben und ordnet sie mit Fotos geschichtlich ein.
Die Altstadt von Mellingen hat sich nicht gross verändert, stellt man beim Betrachten der Bilder fest, welche bei unserem Besuch ausgebreitet auf einem Tisch im Museum Altstadt liegen. Zytturm, Gerichtsstube und Hexenturm sowie der Iberg sehen noch gleich aus wie vor 100 Jahren, als ortsansässige Künstler sie festhielten – jeder auf seine eigene Art. Auch andere Sachen sind gleich geblieben. So zum Beispiel die Gartenstreifen – lange schmale Parzellen – vor den Häusern am Lindenplatz oder im Gartengässli. Diese Gärten hat der Künstler Friedrich Wyss in seinen Aquarellen festgehalten
Keine Autos oder Menschen
Die grösste Veränderung im Mellinger Stadtbild geschah durch den Verkehr. Es hatte Anfangs des 20. Jahrhunderts bereits ein wenig Autoverkehr. Aber die Lenker konnten nicht über die Holzbrücke fahren. Erst deren Abriss und der Neubau der metallenen Reussbrücke öffnete die Verkehrsachse für die Autos. Etwas, was damals im Gegensatz zu heute nicht negativ konnotiert war. Autos galten als fortschrittlich. Auf den Kreidezeichnungen von Hans Buchstätter fehlt aber genau dieser Verkehr, wie auch die Menschen. Also nichts mit belebter Altstadt. Buchstätter zeigt die Sonneneinstrahlung zu gewissen Tageszeiten, die Schatten der Gebäude und illustriert das Lichtspiel im Städtchen. «Er hatte wohl ein Auge dafür», sagt die Historikerin und Projektleiterin Lisa Weigelt. Ein Dutzend Bilder aus dem Fundus des Museums – es gibt noch viel mehr – wird sie in den nächsten Tagen zu einer kleinen Ausstellung im Forum vereinen. Neben Kreidezeichnungen von Hans Buchstätter, Aquarellen von Friedrich Wyss und Zeichnungen von Hans Bolliger werden zum Vergleich historische Fotos aus derselben Zeit gestellt. «Unsere Ausstellung soll die Veränderung und Kontinuität im Städtchen aufzeigen, durch die Augen der Künstler gesehen», erklärt Weigelt. Die Ausstellung wird am 18. Mai zum Museumstag eröffnet und ist der Beitrag der Museumskommission zu diesem. Sie kann bis zum 15. Juni betrachtet werden.
Zu den drei Künstlern
Hans Buchstätter aus Salzburg kam um 1910 in den Kanton Aargau. Er hat sich in die hiesigen Landschaften verliebt. Seine Spezialität waren kolorierte Kreidezeichnungen. Über Friedrich Wyss ist wenig bekannt. Er lebte in Mellingen. Die Bilder stammen aus den 1940er-Jahren. Neben Aquarellen hat er viele Lithographien produziert, von denen Drucke existieren. Hans Bolliger, Jahrgang 1943, war Bezirksschullehrer in Baden und hat Zeichnungen von Mellingen angefertigt. Das Museum hat über 70 Ansichten Mellingens von lokalen Künstlern in seinem Fundus.
Marc Benedetti