Oberrohrdorf: Dem Tierfotografen Rudolf Hug gelangen in Kenia besonders schöne Aufnahmen von Wildtieren, auch in der Nacht
Das Fotografieren vor einem Wasserloch eröffnet dem Tierfotografen Rudolf Hug eine neue Perspektive. Gut versteckt, gelingen an diesem Ort ...
Oberrohrdorf: Dem Tierfotografen Rudolf Hug gelangen in Kenia besonders schöne Aufnahmen von Wildtieren, auch in der Nacht
Das Fotografieren vor einem Wasserloch eröffnet dem Tierfotografen Rudolf Hug eine neue Perspektive. Gut versteckt, gelingen an diesem Ort eindrückliche Bilder von Wildtieren aus nächster Nähe.
Die Bilder, die der Oberrohrdorfer Tierfotograf Rudolf Hug von seiner Reise nach Kenia mit nach Hause brachte, sind von atemberaubender Schönheit. Wildtiere, fotografiert aus nächster Nähe, beim Wasserloch Shompole in Kenia. Dort hielt sich der Tierfotograf Anfang dieses Jahres auf. Manche dieser Bilder entstanden bei Tageslicht, andere wurden in der Nacht fotografiert. Stundenlang sass Rudolf Hug mit seiner Kamera in einem Versteck. Den Blick konzentriert auf das Wasserloch vor ihm gerichtet. Wann würden die ersten Tiere kommen, um ihren Durst zu stillen?
Es handelt sich beim sogenannten «Shompole Hide» um einen Schiffcontainer, halb in die Erde eingegraben. Die scheuen Wildtiere – zum Beispiel Leoparden, Ginsterkatzen oder Zebras – bemerken die Tierfotografen, die im besonderen Beobachtungsposten ausharren, nicht. Während die Fotografen unbeobachtet bleiben, können sie das Verhalten der Tiere aus einer bodennahen Perspektive beobachten.
Normalerweise, erklärt Rudolf Hug, würden die Tiere bei einer Fahrt mit dem Jeep in der Savanne gesucht. «Diese neue Art von Fotografie, bei der man in einem Versteck an einem Wasserloch wartet, um die Tiere beim Trinken zu fotografieren, wird häufiger.» In solchen, halb in die Erde gegrabenen Verstecken, könne man zudem auf der Ebene des Wassers fotografieren. «Das ermöglicht eine besondere Perspektive.» Als Krönung kommt die Nachtfotografie hinzu – dann ist das Wasserloch auch beleuchtet. «Shompole», erklärt Rudolf Hug, «ist eine solche Lodge im Rift Valley in Kenia.» Die Tiere kommen trotz der Scheinwerfer dorthin, um ihren Durst zu stillen, sagt Hug zu einem dieser in der Nacht entstandenen Bilder. «Aber es braucht Geduld, viel Geduld.» Lautlos würden sie sich nähern, manchmal nach einer Stunde, manchmal erst nach zehn Stunden.
Das Fotografieren von Wildtieren ist die grosse Passion von Rudolf Hug, geboren 1950, aufgewachsen in Romanshorn und seit 40 Jahren wohnhaft in Oberrohrdorf. Schon in seiner Jugend fotografierte er und entwickelte Bilder in der Dunkelkammer. Nach einer intensiven beruflichen und politischen Phase, kann er diesem Hobby heute, im dritten Lebensabschnitt, viel Zeit widmen.
Heidi Hess