Tägerig: Bei der Gemeindeversammlung steht die Jahresrechnung 2025 im Fokus. Diese fällt positiver aus als erwartet
Die Rechnung 2025 schliesst rund eine halbe Million Franken besser ab als budgetiert. Erstmals seit Jahren konnte ein Nettovermögen aufgebaut werden. ...
Tägerig: Bei der Gemeindeversammlung steht die Jahresrechnung 2025 im Fokus. Diese fällt positiver aus als erwartet
Die Rechnung 2025 schliesst rund eine halbe Million Franken besser ab als budgetiert. Erstmals seit Jahren konnte ein Nettovermögen aufgebaut werden. In der angepassten Gemeindeordnung gibt sich der Gemeinderat zudem mehr Kompetenzen als bisher.
Die Rechnung 2025 fällt mit einem Ertragsüberschuss von rund 514 000 Franken deutlich besser aus als erwartet. Budgetiert war nur ein leichtes Plus von rund 3000 Franken. «Der Hauptgrund sind die Steuermehreinnahmen», erklärt Andrea Seiler, Leiterin Finanzen, auf Nachfrage. Der Steuerertrag betrug 2025 rund 4,74 Millionen Franken – über 700 000 Franken mehr als budgetiert. «Die Zahlungsmoral hat sich massiv verbessert», sagt Seiler. Lag der Anteil der offenen Steuern bisher bei durchschnittlichen 19 Prozent, waren es Ende 2025 nur noch neun Prozent. Dies führte zu einer besseren Liquidität. Fremdgelder mussten daher keine aufgenommen werden. Im Gegenteil: Schulden konnten abgebaut und erstmals seit Jahren wieder ein Nettovermögen aufgebaut werden. Dieses betrug im vergangenen Jahr 960 Franken pro Einwohnerin und Einwohner. 2019 verzeichnete man noch eine Nettoschuld von über 2300 Franken. Diese konnte schrittweise reduziert werden. Die positive Bilanz ist laut Seiler auch auf eine strenge Budgetdisziplin und eine Summe vieler kleinerer Anpassungen zurückzuführen, etwa eine strenge Kostendisziplin und günstige Auftragsvergabe bei diversen Ersatzbeschaffungen, insbesondere beim Gebäudeunterhalt und der IT. Hinzu kamen geringere Personalkosten aufgrund von Personalwechsel. Durch die Reorganisation des Werk- und Hauswartsdienstes zu einer Abteilung seien Doppelspurigkeiten behoben worden. Der optimierte Aufwand für die Pflege und Instandhaltung der Liegenschaften und Anlagen habe zu weniger Schäden und Reparaturen geführt. Weiterer Faktor: weniger Sozialhilfe-Bezüger und dadurch weniger Personalbedarf sowie geringere Kosten für materielle Hilfe. Auf der anderen Seite sorgte die markante Erhöhung der Schulgelder für Oberstufe, Sonderschule und Berufsschule sowie die deutliche Erhöhung der Restkostenanteile für die ambulante und stationäre Krankenpflege für Mehrkosten.
Publikationen nur noch online?
Ebenfalls auf der Traktandenliste: die Anpassung der Gemeindeordnung. Neben Anpassungen aufgrund von Gesetzesänderungen will sich der Gemeinderat die Kompetenz über die Auswahl des öffentlichen Publikationsorgans vorbehalten. Ab 1. Januar 2027 sollen die vorgeschriebenen Veröffentlichungen nur noch online über die Gemeindehomepage publiziert werden. Auf die Frage, warum die Publikationen der Gemeinde künftig nicht mehr im «Reussbote» veröffentlicht werden sollen und ob dies mit unliebsamer Berichterstattung in dieser Zeitung zu tun habe, sagt Gemeindeschreiber Tobias Matter: «Wir haben diverse Meldungen aus der Bevölkerung erhalten, die sich ein anderes Publikationsorgan wünschen. Die Veröffentlichung auf der Homepage ist ein niederschwelliger Zugang für die ganze Bevölkerung.» Dies entspreche ausserdem geplanten Bestrebungen des Kantons: «Der Kanton will, dass Publikationen auch online verfügbar gemacht werden». Weitere Anpassungen der Gemeindeordnung betreffen beispielsweise Kauf, Tausch und Verkauf von Grundstücken. Im Einzelfall wurden die Befugnisse des Gemeinderats hier von 100 000 auf 200 000 Franken erhöht. Die Zusicherung des Gemeindebürgerrechts an Ausländerinnen und Ausländer könnte ausserdem ohne Zustimmung der Gemeindeversammlung erfolgen. Traktandiert ist an der Gemeindeversammlung auch ein Kredit in Höhe von 265 000 Franken für eine Revision der Bau- und Nutzungsordnung und Kulturplan sowie die Kreditabrechnung für die Sanierung Niederwilerstrasse/Fahrdackerweg.
Michael Lux
Gemeindeversammlung in Tägerig am Montag, 1. Juni, 20 Uhr in der MZH.