Niederrohrdorf: Mit dem kantonalen Biber-Beauftragten Albert Karer unterwegs im Torfmoos. Circa 200 bis 250 Tiere leben in der Region
Der Natur- und Vogelschutzverein Niederrohrdorf war mit dem Biberexperten Albert Karer im Torfmoos unterwegs.
Genau 28 ...
Niederrohrdorf: Mit dem kantonalen Biber-Beauftragten Albert Karer unterwegs im Torfmoos. Circa 200 bis 250 Tiere leben in der Region
Der Natur- und Vogelschutzverein Niederrohrdorf war mit dem Biberexperten Albert Karer im Torfmoos unterwegs.
Genau 28 Teilnehmende, auch Nicht-Vereinsmitglieder, entdeckten die Spuren der seit circa 2010 sesshaften Biberfamilie. Sie dürfte mittlerweile mit drei Generationen auf fünf bis acht Mitglieder angewachsen sein. Gleich zu Beginn berichtete Albert Karer, Biber-Beauftragter vom Kanton Aargau und zuständig für die Region Reusstal, anhand eines Präparates über den Biber. Man erfuhr allerhand Wissenswertes über das Nagetier.
Der Biber ist ein Veganer
Der Biber ist ein reiner Veganer. Zu seinem Speiseplan gehören rund 600 verschiedene Pflanzenarten. Um zu einem vielseitigen Garten zu kommen, schafft er durch Wässern Lichtungen im Wald, wo dann die unterschiedlichsten Pflanzen gedeihen. Wie viele andere Wildtiere war der Biber Anfang des 19. Jahrhunderts in der Schweiz praktisch ausgerottet. Er galt als Nahrungskonkurrent. Biberfilz war in der Mode sehr begehrt. Mit der Begradigung von Gewässern und mit Drainagen wurden seine Lebensräume überdies vernichtet. Seit dem Jagdschutzgesetz vor 1900 konnte er sich wieder erholen. Im Kanton Aargau leben heute ca. 600 Biber, davon 200 bis 250 im Reusstal. Seine Aktivitäten im Torfmoos werden genau beobachtet. Der Schutz des Moores steht über dem Schutz des Bibers. So dürfen die Fachexperten eingreifen, um zu verhindern, dass das Gebiet zu stark überflutet wird.
Ein Trampelpfad des Bibers!
Nach der spannenden Einführung ging es mit offenen Augen auf den öffentlichen Wegen durchs Gebiet. Da – ein Trampelpfad des Bibers! Hier hat er genagt. Ist das Holz spitz, war der Biber am Werk. Ist es flach, war der Mensch dran. Und schliesslich sichteten die Exkursions-Teilnehmende die Biberburg am grossen Weiher. Der Eingang der Burg befindet sich unter Wasser. So sind die Jungen vor Feinden, wie dem Fuchs oder Wolf, geschützt. Überall wusste der Biber-Beautragte Albert Karer Interessantes zu berichten und verstand es, auf die Fragen einzugehen.
Waschbären-Sichtungen melden
Auch der in diesem Jahr eingewanderte Waschbär wurde thematisiert.
Hier gilt: Bei Sichtung sofortige Meldung an die Jäger.
Sofortige Meldung – unter den Bibern über die Exkursionsgruppe – führte wahrscheinlich dazu, dass sie sich zurückgezogen hatten und nicht zeigten. Wer einen Biber im Torfmoos sehen möchte, ist am besten alleine in der Dämmerungszeit unterwegs und wartet geduldig.
Es braucht viel Geduld
Nun dürften dann bald die Jungen aus dem Bau kommen und bei ihren ersten Schwimm- und Tauchversuchen beobachtet werden. (zVg)