Stetten: Öffentliches Mitwirkungsverfahren für Belinox-Areal

Fr, 16. Mai. 2014

Nach 22 Jahren soll das einst von der Firma Belinox genutzte Areal im Herzen von Stetten aus dem Dornröschenschlaf erwachen. Nach einem aufwändigen und recht teuren Test-Planverfahren liegen nun die Resultate öffentlich auf.

 

 

Seit dem Abbruch der ehemaligen Fabrikbauten der Firma Belinox im Jahr 1992/93 hat die Natur das rund 10 000 Quadratmeter grosse Areal in Besitz genommen. Mit der Zonenplanrevision im Jahr 2005 wechselte das Areal die Nutzung von der Wohn- und Gewerbezone in die zweigeschossige Dorfzone im Hinblick auf eine Neuüberbauung im Dorfzentrum. Die Siemens AG, welche das Areal 2002 von der Franke AG  gekauft hatte, versuchte wiederholt, jedoch erfolglos, einen geeigneten Investor für eine Neuüberbauung zu finden.  Im  Jahr 2011 erwarb die Creafonds AG (Sursee) das Areal von Siemens und seither tat sich einiges. 

«Schlüssel-Gelände» der Gemeinde

Das Belinox-Areal unterliegt nicht nur der Gestaltungsplanpflicht, sondern es besteht auf dem Land auch eine Altlastenproblematik. Die Erschliessung (Zufahrt Tiefgarage) soll via die Fabrikstrasse erfolgen, was eine weitere Belastung des Nadelöhrs «Central»-Kreuzung sowie der Oberdorfstrasse zur Folge hat.  

Zusammen mit einem Betriebs- und Gestaltungskonzept (BGK) soll eine Lösung gefunden werden, wie der zu erwartende Mehrverkehr – auch im Zusammenhang mit dem Neubau der Reussbrücke Gnadenthal – schonend durch Stetten geführt werden kann, wie vom Gemeinderat mehrmals betont wurde. Vergangenen Mittwoch traf sich eine rund ein Dutzend Personen umfassende Begleitgruppe zu einer ersten Sitzung zwecks Schaffung des künftigen BGK mit den flankierenden Innerorts-Massnahmen.

«Einmalige Chance»

Die Gemeinde will die Chance mit dem zeitlichen Zusammentreffen dieser  Bauvorhaben nutzen, um gemeinsam mit dem Investor auf dem zentral gelegenen Areal nicht nur Wohnungen und stilles Gewerbe anzusiedeln, sondern auch den Zentrumsbereich von Stetten im Zusammenhang mit den Bauarbeiten an der Kantonsstrasse aufzuwerten. 

Die Bedeutung des Areals unterstreicht die Tatsache, dass von Januar bis Juni 2012 ein Testplanungsverfahren mit drei Teams durchgeführt wurde. Dieses kostete 250 000 Franken (für Architekten und Jury). Davon übernahm die Gemeinde Stetten gemäss ihrem Grundbesitz auf dem Areal anteilsmässig zehn Prozent, trat jedoch als Auftraggeberin des Studienauftrags auf. Die restlichen 90 Prozent teilten sich die Grundbesitzer Creafonds AG sowie die Erbengemeinschaft Lörtscher, welche miteinander einen Kaufrechtsvertrag abgeschlossen haben. 

Mit dem Gestaltungsplan wurde ein Planungsinstrument geschaffen, das die notwendigen Randbedingungen für die Neugestaltung und Bebauung des Zentrums gewährleistet und die Umsetzung des Ergebnisses aus der Testplanung sichert. Die wichtigsten Randbedingungen und die weiteren Planungsschritte werden definiert. Aus-serdem regelt der Gestaltungsplan die Schnittestellen mit dem Betriebs- und Gestaltungskonzept, das in einem parallelen Verfahren für die angrenzende Kantonsstrasse erarbeitet wird.

Gasthaus Krone und Brunnen
mit Substanzschutz

Das Gasthaus Krone sowie der Laufbrunnen an der Bushaltestelle sind von kulturgeschichtlichem Wert und werden daher in ihrer Substanz geschützt. Die beiden Objekte dürfen nicht abgebrochen werden. Der Laufbrunnen von 1860 stand ursprünglich im Kanton Solothurn und soll neu auf den im Rahmen der Überbauung entstehenden Dorfplatz verlegt werden. Die «Krone» wird im Kurzinventar der Gemeinde wie folgt beschrieben: «Das gegen Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Gasthaus, das im Oberdorf eine prominente Stellung einnimmt, ist ein äusserst intakt gehaltener Putzbau im straffen spätklassizistischen Stil.» Das Gasthaus Krone soll in die geplante Überbauung integriert werden. Ein Anbau an das Gasthaus ist gemäss dem Gestaltungsplan zulässig. 

Neue Zentrumszone
mit erhöhter Ausnutzung

Statt der bisherigen Dorfzone empfiehlt die Testplanung die Schaffung einer neuen Zentrumszone mit Gestaltungsplanpflicht und einer erhöhten Ausnutzung. Die künftigen Geschäftshäuser sollen um den neuen Dorfplatz gruppiert werden. Die Geschäftsnutzung konzentriert sich auf das Erdgeschoss und das 1. Obergeschoss. Die Obergeschosse sollen Wohnungen für alle Altersgruppen aufweisen und sowohl auf den Dorfplatz als auch auf die Nordwestseite orientiert sein.  Das nordöstliche Areal wird der «grosszügigen Wohnnutzung» dienen, wie es im Planungsbericht der Kohli + Partner Kommunalplan AG (Wohlen) heisst. 

Geöffneter Dorfbach und neuer Fussweg zur Oberdorfstrasse

Längs der Fabrikstrasse fliesst der Dorfbach, der heute noch eingedolt ist. Er soll im Projektbereich geöffnet, renaturiert und in eine grosszügige Uferschutzzone eingebettet werden. 

Bereits der Bauzonenplan von 2005 weist bei der Bushaltestelle eine Zone für öffentliche Bauten aus, die weitgehend im Eigentum der Erbengemeinschaft Lörtscher und der Creafonds AG ist. Diese soll mit der Bushaltestelle und der Uferzone beim Gasthof Krone erweitert zu einem künftigen Dorfplatz werden. Von diesem aus soll eine sichere neue Fusswegverbindung zur Oberdorfstrasse angelegt werden. 

«Keine Fachmärkte»

«Die Zentrumszone soll ein lebendiges und attraktives Dorfzentrum mit Läden, Gaststätten, Büros und öffentlichen Anlagen ermöglichen. Auf der Liegenschaft des Gasthauses Krone ist die dauernde Restaurantnutzung festgeschrieben. Fachmärkte passen nicht in unser Dorfzentrum und sind ausgeschlossen», steht zusammengefasst im Planungsbericht. 

Info-Veranstaltung am 27. Mai

Noch bis zum 10. Juni läuft die öffentliche Mitwirkungsauflage für den Bauzonenplan, die geänderte Bau- und Nutzungsordnung (BNO) sowie den Gestaltungsplan Zentrum Oberdorf mit Sondernutzungsvorschriften. Gleichzeitig läuft das Vorprüfungsverfahren des Kantons. Der Bauzonenplan und die BNO müssen von der Gemeindeversammlung (voraussichtlich 2015) verabschiedet werden; der Gestaltungsplan liegt in der Gemeinderatskompetenz. Am Dienstag, 27. Mai, 19.30  Uhr findet in der Mehrzweckhalle Egg eine öffentliche Informationsveranstaltung statt.

 

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