Freud und Leid der Pontoniere

Fr, 29. Mai. 2020

Freud und Leid liegen in diesen Tagen bei den Mellinger Pontonieren nah beieinander. Sie dürfen zwar wieder aufs Wasser. Aber die Fernfahrt eine Woche vor Pfingsten, ist abgesagt. Ein Bericht von Pontonier Pascal Graf.

Der Lehrverband Genie/Rettung/ABC hat die Weisung angepasst. Ab dem 15. Juni dürfen die Vereine die vordienstliche Ausbildung auf dem Wasser, unter Einhaltung der Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), wieder aufnehmen. Somit dürfen auch die Jüngsten, gleichzeitig wie die Aktiven wieder mit dem Training beginnen. Da die Boote und Weidlinge grundsätzlich nur mit zwei Personen besetzt sind, kann der nötige Abstand problemlos eingehalten werden. Die Boote werden demnächst angeliefert und eingewassert. Auch wenn in der laufenden Saison keine Wettkämpfe stattfinden werden, ist die Vorfreude bei den Pontonieren gross, endlich wieder aufs Wasser zu dürfen.
Auf der anderen Seite sitzt der Frust tief über die Absage der geplanten Fernfahrt vom 23. bis 30. Mai auf der Lahn. Coronabedingt kann die Fernfahrt nicht durchgeführt werden. Für die Organisatoren der Reise, welche mit viel Herzblut die Planung und die Rekognoszierung vorgenommen haben, ist die Enttäuschung besonders gross. Da der Verein nächstes Jahr das 100-Jahr-Jubiläum feiern wird und zusätzlich auch das «Eidgenössische» auf dem Programm steht, wird die Reise sicher auf 2022 verschoben. Es wäre geplant gewesen, mit den Pontonierbooten die Lahn von Wismar via Wetzlar, Limburg bis nach Koblenz, wo die Lahn in den Rhein mündet, zu bereisen.

Fernfahrten haben Tradition
Die Lahn ist ein 245 km langer Nebenfluss des Rheins und fliesst durch Nordrhein-Westfalen, Hessen und Rheinland-Pfalz. Von der gegen 146 km schiffbaren Strecke, hätten die Mellinger Pontoniere rund 120 km befahren. Auf der Reiseroute hätten über 20 Schleusen passiert werden müssen. Während im ersten Teil noch von Hand gerudert worden wäre, wäre im zweiten Teil der Motor zum Zuge gekommen. Die Fernfahrten haben in der Tradition des Vereines einen hohen Stellenwert. So ist den Geschichtsbüchern zu entnehmen, dass die erste grosse Reise im Mai 1980 eine elftägige Rheinfahrt von Basel nach Rotterdam war. Danach folgte vom Juni 1987 die einwöchige Aarefahrt von Brienz nach Klingnau.
Ebenfalls eine grosse Reise war die Donaufahrt von Ulm nach Wien im Jahr 1990. Im Mai 2005 waren die Pontoniere auf einem Segelboot auf dem Ijsselmeer unterwegs. Danach folgte 2010 wieder eine Aarefahrt von Thun nach Basel. Die letzte Reise war im Mai 2016, als sie auf einem Motorsegler in Kroatien unterwegs waren. (zVg) 

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