Nach 46 Jahren als Primarlehrerin an der gleichen Schule geht Susi Moser in Pension
Es ist eine Leistung, die die Schule Niederwil zu würdigen weiss. Mit 19 Jahren kam Susi Moser als Primarlehrerin an die Dorfschule. Und sie blieb bis zu ihrer Pension. Sie setzte sich stets mit ...
Nach 46 Jahren als Primarlehrerin an der gleichen Schule geht Susi Moser in Pension
Es ist eine Leistung, die die Schule Niederwil zu würdigen weiss. Mit 19 Jahren kam Susi Moser als Primarlehrerin an die Dorfschule. Und sie blieb bis zu ihrer Pension. Sie setzte sich stets mit kreativen Ideen für die Schule und für ihre Schüler ein. Sie ist auch die Initiantin des «Räbeliechtli»-Umzugs.
Ich wünsche dir für die Zeit danach nur das Beste», schreibt der Wohler Pascal Jenny, seit 2018 Tourismusdirektor und Initiator des Bärenlands Arosa. «Du bist eine bärenstarke Frau, Freundin und Promoterin. Schulleiter David Erne überreichte stellvertretend die Geschenkbox mit der Grussbotschaft aus dem Bärenland. Ein kleines Dankeschön für ihr privates Engagement für das Projekt. Bären in Not liess sie auch als Thema in Projektwochen an der Schule miteinfliessen. Susi Moser kann sich vorstellen, sich nach ihrer Pension aktiv für das Projekt zu engagieren. Wie das aussieht, weiss sie noch nicht. Ihr letztes Schuljahr vor der Pension wollte sie ruhiger angehen und sich zurücknehmen. Corona machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Ihre kreative Ader war während des Lockdowns für das Homeschooling gefragt. Für den Fernunterricht erlernte sie nochmals neue EDV-Programme. Alles habe aber gut geklappt. Ebenfalls in den Lockdown fiel der Umzug in das renovierte Primarschulhaus Riedmatt 1 für die 1.- bis 4.-Klässler. Moser half aktiv mit. Nach der Pension will sie das tun, was sie bis anhin zurückstellte.
Feiern wurden aufgeteilt
Wegen Corona gab es vor den Sommerferien nur eine kleine Feier mit den Schülern. Die Kinder liessen Ballone steigen und symbolisierten so das Loslassen von der Schule von Susi Moser als Lehrerin. Letzten Freitag führte die Schule die offizielle Verabschiedungsfeier durch. Viele ehemalige Lehrpersonen und das aktuelle Lehrerkollegium, Vertreter der Gemeinde und Freunde waren bei der Feier auf dem Pausenplatz vor Ort. Ebenfalls mit von der Partie waren ihre beiden langjährigen Freundinnen. Das Trio kam vor über vier Jahrzehnten fast gleichzeitig als Primarlehrerinnen an die Schule Niederwil. Doris Hufschmid ging letztes Jahr nach 35 Jahren in Pension, Elisabeth Vogt wird nächstes Jahr als Schulleiterin in Würenlingen in Pension gehen. Für Susi Moser sind Freundschaften wichtig. Trotz des ausgefüllten Berufslebens, fand sie immer Zeit, diese zu pflegen. Das soll auch nach der Pensionierung so sein. Vermehrt will sie sich ihren Hobbys widmen. Zum einem der Kalligraphie zum andern dem Sport. Sie spielt aktiv Tennis, geht gerne spazieren und ins Fitness. Sport begleitet sie bereits ihr ganzes Leben. In jungen Jahren betrieb sie Leichtathletik und war danach 30 Jahre Trainerin. Kaum in Pension erhielt sie wegen des Lehrermangels bereits diverse Angebote für Stellvertretungen an Schulen. Für sie ist das aber definitiv keine Option. «Ich kann mich nicht gut abgrenzen», sagt sie. «Ich brauche zuerst einmal Zeit für mich. Deshalb nahm die Niederwiler Schule schweren Herzens Abschied von der beliebten Lehrerin. Der Kinderchor sang passend dazu «Io senza te».
Debora Gattlen