Im Schlauchboot auf der Reuss

Di, 29. Sep. 2020

Unser Fragebogen: Bruno Meier, Mellingen juckts nicht nur bei «Smoke On The Water»

Bruno Meier über die abgesagte Metzgete der Männerriege Mellingen, ein Glas «Birmenstorfer» und was für ihn Luxus ist.

Bruno Meier, dieses Jahr gibt es keine Metzgete der Männerriege. Weshalb wird der Anlass abgesagt
Bruno Meier: Wir mussten uns Anfang September entscheiden. Unter der Annahme, dass sich die Corona-Situation eher noch verschlimmert statt mildert, sagten wir unsere zehnte Metzgete ab.

Wie schwer fiel dem Verein dieser Entscheid? Gab es keine Alternative?
Der Entscheid fiel uns ziemlich schwer und wir haben ihn reiflich überlegt. Wir gingen davon aus, dass wir in der Küche und im Service hätten Masken tragen müssen und nur circa zwei Drittel der üblichen Sitzplätze zum Essen verfügbar wären. Dazu kommt die Altersstruktur in der Männerriege und auch die der erwarteten Gäste, die doch eher in der sogenannten Risikogruppe liegt. Viele unserer Mitglieder sind sich der weiterhin schwelenden Gefahr durch das Coronavirus deutlich bewusst. Am Schluss fiel der negative Entscheid aber sehr deutlich aus.

Reisst die Absage jetzt ein Loch in die Vereinskasse? Müssen wir uns um die Finanzen der Männerriege sorgen?
Bereits durch die Absage der Bundesfeier stand ein finanziell negatives Jahresergebnis in Aussicht. Mit der Absage der Metzgete sehen wir tatsächlich ein Loch in unserer Kasse. Durch die erfolgreichen Metzgeten der Vorjahre ist die Kasse jedoch recht gut bestückt, sodass wir für die GV im Dezember kein finanzielles Desaster erwarten müssen.

Können Sie uns zur Metzgete ein paar Zahlen liefern?
Die Metzgete ist kein Selbstläufer. Wir haben dazu gegen 40 Mitglieder in 90 Schichten im Einsatz, die gemeinsam circa 400 Stunden Arbeit leisten. Dazu kommen nochmals über 200 Stunden für die Vor- und Nachbereitung. Im letzten Jahr durften wir über 500 Besucher mit 555 Würsten und 425 Portionen Rösti verköstigen. Dazu kamen noch an die 200 Desserts.

Wo ist das Reusstal am schönsten?
Oberhalb von Birmenstorf, wo mein Rebfreund Urs Gretener und ich einen Rebberg bewirtschaften. Dort sitzen wir nach getaner Arbeit auf der Bank im Schatten und schauen mit einem Glas Wein in der Hand über das Birrfeld in die fernen Berge.

Wie sind Sie im Reusstal am liebsten unterwegs?
An einem heissen Sommertag im Schlauchboot auf der Reuss von Bremgarten nach Mellingen treibend. Dabei gehört natürlich ein kurzer Zwischenstopp im Gnadenthal mit dazu.

Was ist für Sie Luxus?
Wenn Luxus das nicht Notwendige ist, was kaum einer hat. Mich im Spätsommer unter unseren Gravensteinerbaum im Garten zu stellen, einen schönen Apfel direkt vom Baum zu pflücken und herzhaft hineinzubeissen. Dabei muss ich jedoch aufpassen, dass mir der viele Saft nicht aus den Mundwinkeln auf die Brust tropft. Das ist für mich Luxus pur.

Wann findet einen das Glück?
Zu jeder Tageszeit, wenn ich mit mir zufrieden bin und den Moment geniesse, sei es allein, mit meiner Familie oder im gemütlichen Kreis mit Freunden.

Spontan kommen Freunde, was dürfen sie von Ihnen immer erwarten?
Natürlich immer ein Glas guten Wein. Oft ein Glas Birmenstorfer, aber es gibt auch anderen in unserem Keller. Dabei darf auch gerne kontrovers diskutiert werden.

Bei welchem Lied können Sie nicht sitzen bleiben?
«Smoke On The Water» von Deep Purple.

Wem – tot oder lebend – würden Sie gerne ein paar Fragen stellen?
Albert Einstein: Ob er immer noch glaubt, dass Gott nicht mit der Welt würfelt.

Interview: Benedikt Nüssli

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