Nach 20 Minuten war der Kessel geflickt

Di, 29. Sep. 2020

Fussball 2. Liga: FC Niederwil verliert zum dritten Mal in Folge. 2:4-Heimniederlage gegen den FC Mutschellen

Die Talfahrt des FC Niederwil geht weiter. Gegen den FC Mutschellen gibts die dritte Niederlage in Folge. Dabei machten es die Niederwiler ihrem Gegner einfach. Sie lagen schon nach 30 Spielminuten hoffnungslos 0:3 hinten.

Drehen wir das Spiel einmal auf den Kopf und beginnen hinten. In der 90. Minute versenkt Rafael Schertenleib einen Elfmeter zum 1:1 Halbzeit-Resultat. Gemeint ist das Resultat von Halbzeit zwei. Die wurde nämlich weitgehend von den Niederwilern bestimmt. Es mag sein, dass sich Mutschellen mit der sicheren Führung im Rücken kein Bein mehr ausgerissen hat. Ebensogut könnte man sagen, die Niederwiler spielten in der zweiten Halbzeit das, was sie sonst auszeichnet. Sie waren bissig, nahmen die Zweikämpfe an. Vor allem aber standen sie näher beim Gegner, liessen ihm kaum mehr Raum zur Entfaltung. Zudem kam mit der Hereinnahme von Andreas «Habi» Habegger der zuvor vermisste Biss in die Offensive. Habegger wurde noch geschont, weil er zehn Tage zuvor beim ins Bettsteigen einen Hexenschuss eingefangen hatte, der noch lange nachwirkte. Mit «Habi», so schien es, stand plötzlich ein anderer Geist auf dem Platz. Er hämmerte den Ball an den Pfosten und kam zu weiteren Chancen. Hätte er seine Tore gemacht, Niederwil wäre zurück im Spiel gewesen. Er hat sie aber nicht gemacht. Dafür nutzte der FC Mutschellen eine der wenigen Konterchancen in der zweiten Halbzeit zum 1:4. Womit wir zum Anfang dieser Partie kommen. Was war denn da los? Nichts war los. Zumindest in der Niederwiler Defensive. Die Mutscheller konnten machen, grad wie sie wollten. Der FC Niederwil hätte auch seine Junioren schicken können. Die hätten zwar auch auf die Kappe gekriegt. Aber doch nicht so! Corner von links. Die Niederwiler Hinterleute versammelten sich im eigenen Strafraum. Der Ball kommt auf das vordere Fünfereck, wo Timon Groth mutterseelenallein hochsteigen und den Ball mit einem wuchtigen Kopfball in der entfernten Torecke versenken konnte. Fast wie im Training. Die Niederwiler schauten sich nur verdutzt an. Zu allem Übel kam kurz darauf ein Foulpenalty, gegen den Zimmermann im Tor nicht den Hauch einer Chance hatte. Als ob das nicht genug wäre, wurden die Niederwiler nur drei Minuten später nach allen Regeln der Fussballkunst vor dem eigenen Strafraum ausgekegelt. Pass zentral vor den Strafraum, ein kleiner Haken, der Ball geht raus zum Flügel, der hat alle Zeit die Kugel messerscharf mitten durch den Strafraum zu spielen, ohne das einer der vielen Niederwiler auch nur Anstalten gemacht hätte, den Ball irgendwie wegzubekommen. Der andere Flügel von Mutschellen bedankte sich allein vor dem Tor und schob seelenruhig ein.
Immerhin liess sich das Team von Gino Saporito und Reto Salm nicht hängen. Es kämpfte sich nach dem frühen Rückstand allmählich ins Spiel und wurde noch vor der Halbzeit mit dem Anschlusstreffer zum 1:3 belohnt. Am Ende bleibt die Erkenntnis: Wenn die Niederwiler die ersten 20 Minuten nicht verpennt hätten, dann wären sie mit etwas Zählbarem vom Platz gegangen.

Beat Gomes

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