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«Wir warten alle gespannt auf den Bundesrat»

Di, 02. Feb. 2021

Fussball 4. Liga: Gespräch mit FC Tägerig-Trainer Thomas Aegerter über die schwierige Zeit ohne Planungssicherheit

Das Ziel ist klar: Der FC Tägerig will zurück in die 3. Liga. Doch angesichts der Ungewissheit, ob und wann wieder ein geregeltes Training stattfinden kann, ist dieses Ziel noch in weiter Ferne. Dennoch ist Thomas Aegerter, der den FC Tägerig im Duo zusammen mit Philipp Oppenländer trainiert, zuversichtlich.

Im Rückblick auf die vorzeitig unterbrochene Meisterschaft sagt Aegerter am Telefon: «Für uns ist es bis zu jenem Zeitpunkt nicht schlecht gelaufen.» Tatsächlich stand der FC Tägerig in der 4. Liga, Gruppe 3 beim Unterbruch der Meisterschaft am 28. Oktober letzten Jahres mit 23 Zählern aus zehn Spielen auf Rang drei, das heisst, die Tägliger waren schon zu jenem Zeitpunkt sicher für die Aufstiegsrunde qualifiziert, obwohl sie noch drei Spiele in der Vorrunde ausstehend hatten. Der Aargauische Fussballverband wollte die Saison schon am 13. Februar dieses Jahres wieder aufnehmen, um die Hängepartien aus der Vorrunde in den verschiedenen Ligen nachzuholen. Wie wir wissen, wird daraus nichts, weil die Fussballer pandemiebedingt noch immer nicht ins Mannschaftstraining einsteigen dürfen. Wann das sein wird steht noch in den Sternen. Es ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht mal sicher, ob überhaupt zur Meisterschaftsrückrunde angepfiffen werden kann. So hofft Thomas Aegerter mit Zehntausenden von Fussballern im ganzen Land darauf, die besondere Lage möge sich soweit verbessert haben, dass der Bundesrat grünes Licht für den Trainingsbeginn Anfang März geben kann. Wenn nicht, ist guter Rat teuer. Es geistern verschiedene Szenarien durch die Landschaft.

Verschiedene Szenarien denkbar
So könnte es wie im Vorjahr, als die Meisterschaft vorzeitig abgebrochen werden musste, weder Auf- noch Absteiger geben. Luigi Ponte, Präsident des AFV sagt, man könne die Meisterschaft auch noch im April starten. Aber klar ist, gespielt können die Wettbewerbe auf den verschiedenen Stufen nur, wenn dafür einige Wochen Trainingsvorbereitung möglich sind. Thomas Aegerter spricht von mindestens vier bis sechs Wochen. Andernfalls sei die Verletzungsgefahr viel zu gross. Es gibt auch noch ein Szenario, das nur schwer vorstellbar ist: Es werden die erzielten Punkte aus der Vorrunde durch die Anzahl der gespielten Partien geteilt. Das ergäbe dann einen Koeffizienten, der über Auf- und Abstieg entscheiden würde. Das wäre wohl die sportlich unfairste Lösung. Aber sie geistert durch die Köpfe der Verbandsverantwortlichen. In einem solchen Fall sähe die Tabelle für Tägerig wie folgt aus:
1. FC Mutschellen 2 mit 32 Punkten aus 12 Partien. Das ergibt einen Koeffizient von 2,66 Zählern.
2. FC Tägerig mit 23 Punkten aus 10 Spielen. Koeffizent 2,30.
3. FC Windisch 2 mit 13 Spielen und 25 Punkten. Koeffizient 1,92.
Kommt dieses Szenario zur Anwendung, würde Mutschellen als Gruppenerster mit den anderen drei Ersten der vier 4.-Liga-Gruppen direkt in die 3. Liga aufsteigen. Nun hängt es davon ab, wie viele Teams aus den zwei 3.-Liga-Gruppen absteigen würden. Je nachdem käme der FC Tägerig als Aufsteiger noch in die Kränze mit den zweitklassierten Teams aus den anderen Gruppen.

FC Tägerig war vom Virus betroffen
Thomas Aegerter mag gar nicht an ein solches Szenario denken. «Wir möchten uns natürlich auf dem Platz beweisen und durchsetzen.» Wo sein Team gegenwärtig steht, ist für Aegerter und seinen Trainerkollegen Philipp Oppenländer schwer auszumachen. «Als die Meisterschaft vorzeitig abgebrochen wurde, war das für uns eine spezielle Situation. Denn auch wir waren von der Pandemie betroffen, hatten einige infizierte Spieler in unseren Reihen. Es war, als würde uns der Boden unter den Füssen weggezogen.Wir haben den Trainingsbetrieb sofort komplett eingestellt. Wenn man selbst betroffen ist, sieht die Sache wesentlich anders aus, als wenn man vom Virus nur gehört hat.»
Das Tägliger Trainer-Duo setzte sich nach dem Meisterschaftsunterbruch zusammen und analysierte die zehn gespielten Partien. Vor Weihnachten gab es noch eine Sitzung mit der Mannschaft via Zoom, um sich wenigstens auf diesem Weg vor den Festtagen noch einmal zu sehen.

Der Trainingsplan steht
Aegerter sagt: «Wir waren insgesamt sehr zufrieden, wie sich das Team entwickelt und was es erreicht hatte. In Absprache mit dem Vereinsvorstand wollten wir schon früh im Januar das Training wieder aufnehmen. Leider war das nicht möglich. Deshalb haben wir an alle Spieler appelliert unbedingt einzeln etwas für die Fitness zu unternehmen. Natürlich wissen wir nicht, wie jeder Einzelne sich an die Empfehlungen hält. Sollte es Anfang März wieder losgehen, wollen Aegerter/Oppenländer das Team dreimal in der Woche trainieren lassen, um möglichst schnell ein guten Rhythmus zu bekommen.» Denn das Ziel steht: Der FC Tägerig will auf dem neuen Sportplatz, mit dem ebenfalls neuen Clubhaus, zurück in die 3. Liga.

Beat Gomes


Die Tägeriger Trainer

Philipp Oppenländer und Thomas Aegerter haben die 1. Mannschaft des FC Tägerig in der Saison 2019/20 übernommen.
Philipp (Tangi) Oppenländer war als Spieler ein Goalgetter, der mit Brugg 2. Liga Interregio spielte. Als Trainer war der 40-Jährige zuletzt bei Lenzburg und Birr tätig. Begonnen hat er seine Trainerlaufbahn 2013 beim FC Mellingen. Thomas Aegerter (37) spielte als Verteidiger beim FC Olten in der 1. Liga. Als Trainer ist er ebenfalls seit 2013 unterwegs mit Stationen in Lenzburg und Küttigen.

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