banner

Michelle Heimberg trainiert jetzt im «Fit54»

Fr, 19. Feb. 2021

Wasserspringen: Der Aufruf im «Reussbote» für eine Gelegenheit zum Krafttraining für die beste Wasserspringerin der Schweiz war erfolgreich

Michelle Heimberg wurde auf den Aufruf hin im «Reussbote» vor zwei Wochen mit Angeboten nur so überhäuft. Sie hatte die Qual der Wahl – und entschied sich für das Angebot von Rolf und Antoinette Wettstein, den Inhabern von «Fit54». Sie haben der Fislisbacherin einen Schlüssel überlassen. Michelle Heimberg hat jetzt sozusagen ein eigenes Fitnesscenter.

Schauen Sie sich dieses Bild rechts an. So sieht Glück aus. Michelle Heimberg ist überwältigt von den zahlreichen Angeboten, die ihr per Mail und Telefon ins Haus flatterten. Der Aufruf im «Reussbote» hat seine Wirkung nicht verfehlt. Die 20-Jährige sah ihre Chancen auf Olympia bereits arg dezimiert, weil sie wegen der Pandemievorschriften kein geregeltes Krafttraining mehr machen konnte. Die Fitnesscenter sind seit Monaten zu. Deshalb wandte sich ihre Mutter Yvonne an den «Reussbote», mit der Frage, ob wir Kontakte zu Fitnesscenter-Inhabern hätten, die Michelle die Möglichkeit geben würden, Kraft zu trainieren. Eines der Angebote kam von Rolf und Antoinette Wettstein, die seit über fünf Jahren in Mellingen (hinter der Migros) das «Fit54» betreiben. Ein topmodernes, helles Studio in dem es an nichts mangelt, was es für alle möglichen Trainingsformen braucht. Hinter der Entstehung von «Fit54» steckt eine ausserordentliche Geschichte. Es ist die Geschichte von Rolf Wettstein, der zu seinem 60. Geburtstag seine Stelle verlor, nachdem er 20 Jahre in der Firma gearbeitet hatte. Der Stellenverlust, war die Folge einer dramatischen Erkrankung. Eine Netzhautablösung führte 2013 zu einer vorübergehenden Erblindung. Rolf Wettstein musste sich in der Augenklinik in Bern einer Operation unterziehen, die ihm das Augenlicht wieder zurückbrachte.

Neuanfang mit über 60
Die lange Rekonvaleszenz und die damit verbundene Arbeitsunfähigkeit hatte letztlich den Verlust der Arbeitsstelle zur Folge. Was tun mit über 60? Rolf Wettstein schrieb Bewerbungen bis zum Abwinken. Eine Stelle fand er nicht. Da reifte in ihm der Gedanke, ein eigenes Fitnesscenter aufzubauen. Krafttraining faszinierte ihn, seit er damit angefangen hatte, nachdem ihm ein Kniespezialist prophezeit hatte, er werde als Folge eines schweren Unfalls ein Kandidat für eine Knie- und Hüftprothese. Damals war Wettstein gerade mal 46 Jahre alt. Er trainierte über Jahre wöchentlich mindestens dreimal. «Das Krafttraining faszinierte mich so sehr, dass ich berufsbegleitend das Diplom zum Fitness-Instruktor erarbeitete. Ich konnte damals nicht ahnen, dass mir dieses Diplom irgend einmal hilfreich sein würde», schreibt Wettstein auf der Firmenwebseite.
Unterstützt von seiner Frau Antoinette machte Wettstein Nägel mit Köpfen. Die beiden riskierten so ziemlich alles was sie hatten. Das angesparte Alterskapital und das gemeinsam Ersparte steckten die Wettsteins grösstenteils in ihr Projekt, das anfänglich beinahe gescheitert wäre. Vom ersten Vermieter geeigneter Räumlichkeiten musste sich Wettstein in extremis trennen. Dabei gingen Zeit, Geld und viel Energie verloren. Schliesslich fand er die Räumlichkeiten hinter der Migros in Mellingen. Der Ausbau der nackten Räume und die Beschaffung der modernsten Trainingsgeräte in den USA verschlangen immense Summen. Aber die Wettsteins hielten durch, liessen sie auch durch negative Stimmen nicht an ihrem grossen Plan zweifeln. Am 1. September 2015 war es schliesslich soweit: Rolf Wettstein eröffnete mit seiner Frau Antoinette das «Fit54». Die Zahl 54 steht für Rolf Wettsteins Jahrgang.

Eine Vision wurde Wirklichkeit
Mittlerweile ist das «Fit54» längst eine angesagte Adresse für fitnessbewusste Citoyens. Viele ältere Menschen fühlen sich hier wohl. Ihnen gefällt das Konzept, das Wettstein von Anfang an vorschwebte: nämlich ein Fitnesscenter ohne grossen Schnickschnack zu eröffnen, keine Mucki-Bude sondern ein Center mit Fitness-, Kraftund Ausdauertraining (ohne Wellness, Zumba, Sauna etc.) Ein neues Center, mit moderaten Preisen, für Mellingen und Umgebung.

Und dann kam das verflixte Virus
Die Vision geht mittlerweile ins sechste Jahr seit der Gründung. Das «Fit54» hat sich längst etabliert. Doch dann kam Corona. Und mit dem Virus die wiederholte behördlich verordnete Schliessung. Bis Ende Februar 2021 werden es 18 Wochen sein, in denen das «Fit54», wie andere auch, geschlossen ist. 18 Wochen mit hundert Prozent Umsatzeinbusse, wie Rolf Wettstein beklagt. «Das, trotz Schutzkonzept, welches von uns umgesetzt und von unseren Mitgliedern perfekt eingehalten wurde.» Dabei sei es eine Tatsache, dass in keinem Fitnesscenter ein Virus nachgewiesen wurde. «Wir sind der Meinung, die Gefahren lauern anderswo, beispielsweise in Einkaufszentren, Schulen oder im öffentlichen Verkehr». Die Wettsteins bedanken sich denn auch bei ihren Mitgliedern, die ihnen bis heute, auch während der Pandemie, die Treue gehalten haben. «Ihnen allen schicken wir ein grosses Merci zu.»
Rolf Wettstein erinnert die Obrigkeit in dieser Situation: «Sport hebt die Stimmung und stärkt das Immunsystem. Der Nutzen von Krafttraining ist wissenschaftlich längst bewiesen. Körperkraft und Gesundheit stehen in direktem Zusammenhang.» Bei aller Unbill, den Mut haben die Wettsteins nicht aufgegeben. «Wir sind guten Mutes Ende Februar in einen normalen Alltag zurückzukehren, und freuen uns sehr auf unsere Aktiven und natürlich auch auf allfällige Neumitglieder.»

Michelle allein im «Fit54»
Bis dahin hat Michelle Heimberg das «Fit54» noch für sich ganz allein. Sie bedankt sich an dieser Stelle nicht nur bei den Wettsteins sondern auch bei allen, die ihr ebenfalls eine Trainingsmöglichkeit angeboten haben.

Beat Gomes

Ganzer Artikel ist nur für Abonnenten verfügbar.
Kategorie: 

Stellenangebote

Immobilienangebote

Kommende Events

Weitere Angebote

Trending

1

Oberrohrdorf: Ein frischer Wind ist eingezogen

Einen Korb voller Ideen, viel Mut und noch viel mehr Drive bringen Rolf Müller und Elian Busiello mit. Die beiden Pächter des «Roten Löwen» haben am 1. Mai das Steuer übernommen. Gemeinsam wollen sie den «Löwen» wieder zum beliebten Treffpunkt für Jung und Alt machen.