Heiss auf 1. Training: Da gingen die Lichter aus
05.03.2021 Sport, FussballFussball 2. Liga: Der FC Fislisbach hat am letzten Montag unter Corona-Bedingungen wieder aufgenommen. Doch da kam etwas dazwischen
Sie waren so richtig heiss auf das erste gemeinsame Training. Doch nach 55 Minuten standen die Spieler des FC Fislisbach auf dem Kunstrasen in ...
Fussball 2. Liga: Der FC Fislisbach hat am letzten Montag unter Corona-Bedingungen wieder aufgenommen. Doch da kam etwas dazwischen
Sie waren so richtig heiss auf das erste gemeinsame Training. Doch nach 55 Minuten standen die Spieler des FC Fislisbach auf dem Kunstrasen in Zürich-Brunau plötzlich im Dunkeln. Ein Stromausfall spielte den Fislisbachern einen Streich. Dennoch: Das erste Training nach der langen Lockdown-Sperre kam einer riesigen Befreiung gleich.
Sportchef Christian Umbricht übernahm für den «Reussbote» die Rolle des Fotoreporters. Mit seinem Smartphone schoss er zu Beginn der Trainingseinheit das nebenstehende Foto. Zu diesem Zeitpunkt war der Kunstrasenplatz auf der «Brunau» in Zürich noch hell erleuchtet. Aber «ohalätz». Als die Truppe um Cheftrainer Christian Jäggi gerade dabei war so richtig heiss zu laufen, war das Training auch schon wieder vorbei. Auf einen Schlag war Lichterlöschen auf der «Brunau». Auch nach einer Weile des Wartens wollten die Lichter nicht wieder anspringen. Ein gröberer Stromausfall im Quartier konnte nicht auf die Schnelle behoben werden. Also packten die Fislisbacher ihre Trainingsutensilien im Dunkeln wieder zusammen und fuhren nach Hause.
Dennoch zog Christian Jäggi aus dem ersten kurzen Zusammenzug nach langer Zeit ein durchaus positives Fazit. Der dreiköpfige Trainerstaff teilte die Spieler coronagerecht in drei Gruppen, die für die verschiedenen Übungen rotierten. Auf dem Programm stand etwas Jonglieren, Passübungen und Torschusstraining. Allerdings braucht es einiges, bis die Spieler wieder auf der Höhe ihres Leistungsvermögens sind. Auch wenn eine Einschätzung nach dem kurzen Training schwierig ist, schätzt Jäggi, dass es zwei bis drei Monate dauert, bis alle wieder jenes Level aus der Vorrunde erreicht haben werden. So lange aber haben die Fislisbacher nicht Zeit. Denn wenn es nach den Planungen des Aargauischen Fussballverbandes geht, findet für die Fislisbacher der Kick-off zur Rückrunde bereits am Samstag, 17. April statt. Vorgesehen ist die erste Partie zu Hause gegen den FC Oftringen. Dabei handelt es sich um eine Nachtragspartie aus dem Herbst, nachdem die Meisterschaftsrunde Ende Oktober coronabedingt vorzeitig abgebrochen werden musste.
Schwierige Trainingsverhältnisse
Bis dahin, das ist Jäggi bewusst, werden die Trainingsverhältnisse eher prekär sein. Zwar steht jede Woche ein Training auf dem Kunstrasen in Zürich auf dem Programm. Die Trainingsmöglichkeiten auf dem Esp sind vorderhand allerdings noch beschränkt. Die Rasenplätze stehen bis auf Weiteres noch nicht zur Verfügung. Ihr Zustand lässt ein Training nicht zu. So bleibt nur der Sandplatz, den sich alle Mannschaften des FC Fislisbach teilen müssen. «Auch wenn die Spieler nicht gerne auf Sand trainieren, bleibt uns keine andere Wahl», sagt Jäggi. «Wir müssen uns halt durchbeissen und das Beste daraus machen. Gross lamentieren bringt uns jedenfalls nicht weiter.»
Hoffen auf schönes Wetter
Jäggi hofft wenigstens zwei bis drei Wochen vor dem Rückrundenstart auf Rasen trainieren zu können. «Wichtig ist, dass wir uns deswegen die gute Laune nicht vermiesen lassen.» Er hofft auf gutes Wetter. Denn wenn es regnet und der Sandplatz mit Pfützen übersät ist, kann an ein geregeltes Training nicht gedacht werden.
Beim ersten Training nicht dabei waren Mittelfeldregisseur Tiziano Sartor (siehe Text nebenan) und Stürmer Christian Maier (drei Tore in der Vorrunde). Maier muss sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen und fällt bis auf Weiteres aus. Ob es Sportchef Christian Umbricht gelingt, Ersatz zu finden, ist fraglich. Die Fühler hat er aber auf alle Seiten ausgestreckt.
Beat Gomes
Tiziano Sartor hat sich vom Esp verabschiedet
Tiziano Sartor ist nicht mehr Teil der 1. Mannschaft des FC Fislisbach. Der Mittelfeldspieler ist nach nur einer halben Saison nach Holland ausgewandert. Die Liebe war stärker als der Fussball.
Für die Fislisbacher ist das ein herber Verlust. Denn Tiziano Sartor hat nach kurzer Eingewöhnungszeit seinen Platz im Mittelfeld der Fislisbacher gefunden. Er gab dem Spiel des FCF eine besondere Note. Sartor ist einer, der auf dem Spielfeld die eher feine Klinge führt. Es schien jeweils, als könne er den einfachen Pass nicht. Vielmehr bevorzugte er die «gefinkelten Schnippelpässe». Aussenrist statt Innenrist. Sartor streichelte den Ball mehr, als dass er ihn führte. Seine Schnippelpässe waren für den Gegner kaum zu lesen. Nachdem sich seine Mitspieler an das filigrane Spiel des Blondschopfs angepasst hatten, übernahm Sartor zunehmend eine tragende Rolle im Spiel der Fislisbacher. Sie liessen ihn nur schweren Herzens gehen. Für die Zukunft viel Glück, «Tizi»!



