Sie brennt darauf, wieder spielen zu können
09.03.2021 SportBadminton-Profi Ronja Stern (23) aus Remetschwil war lange verletzt. Als die Nationalspielerin wieder fit war, wurde sie von Corona gebremst
Für Ronja Stern waren die zwei letzten Jahre verschenkte Jahre. Erst war sie verletzt, wurde am Knöchel operiert. Als sie wieder fit war, ...
Badminton-Profi Ronja Stern (23) aus Remetschwil war lange verletzt. Als die Nationalspielerin wieder fit war, wurde sie von Corona gebremst
Für Ronja Stern waren die zwei letzten Jahre verschenkte Jahre. Erst war sie verletzt, wurde am Knöchel operiert. Als sie wieder fit war, wurde sie von den Corona-Massnahmen gestoppt. «Es ist schon hart», sagt sie. «Jetzt, wo ich so gut drauf bin, kann ich nicht zeigen, was ich kann.»
Ronja Stern nahm sich letzten Samstag Zeit, um am Telefon wieder mal mit dem «Reussbote» zu plaudern. Es ist viel Wasser die Reuss hinuntergeflossen, seit sie für die letzten sportlichen Schlagzeilen gesorgt hatte. Sie kam eben von einem dreistündigen Training. Vor zwei Jahren vermeldete der «Reussbote», Ronja Stern wechsle vom Team Argovia in die Bundesliga, zum BC Beuel nach Bonn. Doch das Gastspiel der damals 21-jährigen Nationalspielerin, die in ihren besten Zeiten die Nummer 120 der Weltrangliste war, stand unter einem ungünstigen Stern. Eine hartnäckige Entzündung am Sprungelenk, verhinderte einen Einsatz. Als auch nach Monaten keine Besserung eintreten wollte, unterzog sich die Schweizer Badminton-Hoffnung 2019 einem chirurgischen Eingriff am Knöchel. Mit Erfolg, wie sie selbst sagt. Zwar verlangte ihr der Heilungsverlauf einiges an Geduld ab. Schliesslich war sie wieder fit genug, um in die Bundesliga einzusteigen. Es war im letzten März. Ronja Stern sass bereits im Zug nach Bonn, als sie die Nachricht erreichte, das nächste Spiel sei wegen der Pandemie-Massnahmen abgesagt. Was anfänglich nach einem temporären Unterbruch aussah, entwickelte sich zum Dauerzustand. Auch der Badmintonsport wurde in Deutschland wegen Corona gegroundet.
In der Schweiz war es für die Spitzenspieler, die als Profisportler gelten, noch möglich, zu trainieren. Ronja Stern lebt und studiert schon seit Jahren in Bern. Mittlerweile steht sie im 6. Semester ihres Informatikstudiums, das für sie wegen dem Spitzensport länger dauert als für andere. Sie lebt in einer Wohngemeinschaft in der mit Tobias Künzi auch ein Teamkollege vom Team Argovia dabei ist.
An der Team-EM in Belgien
Als Mitglieder der Schweizer Nationalmannschaft, trainieren sie beide am Leistungsstützpunkt in Bern. Neben ihrem Studium absolviert Ronja Stern pro Woche neun nahrhafte Trainingseinheiten. Zuletzt konnte die Remetschwilerin, die das Badmintonspiel von klein auf beim BC Fislisbach erlernte, im letzten Oktober das eine und andere internationale Turnier spielen. Höhepunkt war die Team-Europameisterschafts-Qualifikation in Belgien, bei der die Schweiz in den Gruppenspielen auf die Teams aus Polen, Dänemark, Russland und den Gastgeber Belgien traf. Dabei wurde die Schweiz dritte in ihrer Gruppe und verpasste damit den Einzug in die Endrunde. Dennoch zog Ronja Stern ein positives Fazit. Sie gewann ihr Spiel gegen Polen und vermochte der russischen Gegenspielerin, die immerhin zu den Top 20 der Weltrangliste zählt, über weite Strecken Paroli zu bieten.
Top 100 vor Augen
Ronja Stern freut sich auf die Wiederaufnahme der Meisterschaft. Dort liegt sie mit dem Team Argovia nach vier Spielen unangefochten auf Rang eins. Die Team-Meisterschaft wird nach der Vorrunde beendet. Bis dahin müssen nur noch drei Partien gespielt werden. Auf die Rückrunde wird verzichtet. Stattdessen geht es gleich in die Playoffs, die für die Argovianer Formsache sein sollten. Vorgesehen sind die ersten Meisterschaftsspiele auf Ende April, denn nicht in allen Kantonen durfte weitertrainiert werden, weshalb der Fitnessstand unterschiedlich ist. Ronja Stern ist bereit. Ihr Ziel ist es, wieder mal ein Jahr beschwerdefrei durchspielen zu können, damit sie ihr Ziel, im Weltranking die Top 100 zu knacken, wieder ins Auge fassen kann. Das geht aber nur, wenn sie wieder regelmässig an internationalen Turnieren punkten kann.
Beat Gomes
Argovia-Russe wegen Wettmanipulationen fünf Jahre gesperrt
Seit 2016 verstärkte der russische Doppelspieler Nikita Khakimov (32) das Team Argovia in der Meisterschaft. Er galt als sicherer Wert und holte den Argovianern so manchen wertvollen Punkt. Seit der 3. Runde der vorzeitig unterbrochenen NLA-Meisterschaft figuriert Khakimov nicht mehr im Aufgebot der Aargauer nachdem er in den ersten beiden Spielen noch zu vier Siegen im Herren-Doppel mit Tobias Künzli und im Mixed-Doppel mit Maryna Illanskaya beigetragen hatte. Grund: Khakimov wurde von der Badminton World Federation (BWF) für fünf Jahre wegen Spielmanipulationen und Wettverstössen gesperrt.
Der Badminton-Weltverband wurde von einem Whistleblower auf Vorwürfe gegen Khakimov aufmerksam gemacht, der behauptete, der Russe habe ihn auf Facebook angeschrieben und ihn gebeten, ein Ergebnis bei der Europameisterschaft 2018 in Kasan zu manipulieren. Khakimov bestritt die Vorwürfe und behauptete, ein Teamkollege habe sein Telefon genommen, um die Nachrichten zu senden.Trotzdem stellte ein unabhängiges Gremium fest, dass der 32-Jährige gegen die Integritätsbestimmungen des BWF verstösst. Bis die Angelegenheit vor dem Schiedsgericht (CAS) in Lausanne geklärt ist, läuft Khakimov nicht mehr für das Team Argovia auf. (bg)


