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«Wir werden das sicher nicht akzeptieren!»

Fr, 02. Apr. 2021

Fussball 4. Liga: Der FC Tägerig rutscht in der Tabelle unverschuldet zurück. Das könnte den Aufstieg kosten. Präsident Roger Frei

FC Tägerig-Präsident Roger Frei liegt zurzeit mit dem AFV über Kreuz. Seine Mannschaft wurde mit einem Federstrich in der Tabelle nach hinten verrutscht. Das will Frei auf keinen Fall akzeptieren.

Der unbefangene Betrachter wundert sich, weshalb sich die Tabellensituation für den FC Tägerig plötzlich verschlechtert hat, obschon doch gar nicht gespielt worden ist. Nun, das hat mit Covid-19 und den Einschränkungen durch den Bundesrat zu tun. Die Meisterschaft wurde im Oktober letzten Jahres wegen der Pandemie abrupt abgebrochen. Das Team von Philipp Oppenländer und Thomas Aegerter stand in der Qualifikationsgruppe 3 zu jenem Zeitpunkt mit zehn Spielen und 23 Punkten auf dem 3. Tabellenrang. Einige Wochen später aber hat sich die Tabelle verändert. Der FC Tägerig steht zwar noch immer mit 23 Punkten auf dem 3. Rang, hat nun aber drei Spiele mehr absolviert. Was ist geschehen? Der Verband hat die ausstehenden Spiele der Vorrunde mit 0:0 bewertet und dafür keine Punkte vergeben. So weit, so unbedeutend, wenn in diesen schwierigen Zeiten nicht laufend die Regeln angepasst würden.
In der Tat wäre das Nullsummenspiel zuungunsten des FC Tägerig unerheblich, wenn die laufende Meisterschaft mit der Aufstiegsrunde noch gespielt werden könnte. Doch das steht vorderhand noch in den Sternen. Sollte die Qualifikationsrunde nicht mehr gespielt werden, könnte nämlich folgendes Szenario in Kraft treten: Die beiden Erstklassierten aller vier Qualifikationsgruppen steigen auf. Damit bliebe der FC Tägerig auf der Strecke. Der ist bekanntlich nur 3. in der Gruppe 3. Nach Verlustpunkten aber lag er auf dem 2. Rang. «Wir hatten nach zehn Spielen einen Punktekoeffizienten von 2,3», rechnet Roger Frei vor. Nach den drei 0:0-Partien sank unser Koeffizient auf 1,76 Punkte, ohne dass wir etwas hätten dagegen tun können. Hätten wir unsere ausstehenden Spiele noch spielen können, hätten wir, angesichts unserer guten Form, unseren Punkteschnitt kaum verschlechtert, wären also auf Rang zwei gelandet. Das hiesse: Wird die Qualifikation für den Aufstieg nicht gespielt, würde der FC Tägerig zu jenen Clubs gehören, die in die 3. Liga aufsteigen.

Absage an «Null-null-Formel»
Zugegeben, das ist etwas viel Arithmetik. Vor allem aber trifft es die einen härter als die anderen. Und man kann sie drehen und wenden wie man will: Eine gerechte Lösung gibt es nicht. Deshalb hat Roger Frei damals dem Verband eine klare Absage an die «Null-null-Formel» gegeben. «Der AFV hat damals die Vereine angefragt, ob sie einer solchen Regeln zustimmen würden. Wir vom FC Tägerig haben das aber klar abgelehnt. Denn man kann nicht mitten im Rennen die Pferde wechseln», stellt der Tägeriger Vereinsvorsteher klar.
Letzten Dienstag hat Roger Frei ein Mail an den Aarg. Fussballverband gesandt, in dem er die Position des FC Tägerig klarlegt. «Wir verlangen ganz klar, dass die Tabelle auf den Stand zurückgesetzt wird, wie sie bei Abbruch der Qualifikationsrunde ausgesehen hat. Und sollte die Meisterschaft abgebrochen werden, stehen wir mit unserem Punkte-Koeffizienten auf einem Aufstiegsplatz. Allenfalls kann man auch noch die wenigen Nachtragsspiele nachholen, damit wenigstens die Tabellen einheitlich viele Spiele aufweisen.»

Der Aufstieg ist Programm
Der FC Tägerig, der noch vorletztes Jahr seinen 60. Geburtstag feierte, hat sich vor drei Jahren, nach dem Abstieg in die 4. Liga, einen Dreijahresplan zurechtgelegt, an dessen Ende der Wiederaufstieg stehen sollte. Mit dem Bau des neuen Sportplatzes und einem neuen Clubhaus, sind die Voraussetzungen für einen Aufstieg vonseiten der Infrastruktur gegeben. Aber auch sportlich befindet sich der Verein im Aufschwung. Die Tägliger verfügen über eine starke Nachwuchsbewegung. Die A-Junioren wissen sich sogar in der 1. Stärkeklasse zu behaupten. Umso ärgerlicher, wenn der FC Tägerig am Ende der Saison auf Feld eins zurückgestellt wird – und das erst noch ohne eigenes Zutun.

Beat Gomes

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