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Als Jäggi Maulkorb erhielt, war der Ofen aus

Di, 13. Apr. 2021

Fussball Junioren A / 1. Stärkeklasse: Ein rabenschwarzer Sonntagnachmittag für die besten Junioren des FC Fislisbach

Christian Jäggi ist Trainer der 1. Mannschaft beim FC Fislisbach. Als solcher wollte er am letzten Sonntag seine besten Junioren beobachten. Als er die Jungs von der Seitenlinie aus zu sehr coachte, schritt Schiedsrichter Emanuele Prati ein und verpasste Jäggi einen Maulkorb. Es war der Anfang vom Ende für die Fislisbacher

Es war ein Grottenkick, den die Fislisbacher in den ersten 20 Minuten auf den Platz legten. Sie fanden gegen die agileren, schnelleren und mit viel Spielwitz angetretenen Zofinger keinen Zugriff aufs Spiel. Schon in der 4. Minute schlug es erstmals im Fislisbacher Kasten ein. Pablo Giannini hatte im Zweikampf um den Ball an der Grundlinie den Kürzeren gezogen. Schiedsrichter Emanuele Prati aus Mellingen, der das Spiel umsichtig und praktisch fehlerfrei leitete, sah kein Foul und liess laufen. Der Zofinger Stürmer bedankte sich, lief allein auf den Fislisbacher Hüter Joel Wyss zu und verwandelte gekonnt. Christian Jäggi, der als Betreuer auf dem Mannschaftsblatt stand, gab auf der gegenüberliegenden Seite der Trainerbank den Linienrichter. Als solcher konnte er es sich nicht verkneifen, seinen besten Nachwuchs laufend mit Tipps zu füttern. Mit gutem Erfolg. Die Ordnung im Spiel der Fislisbacher wurde allmählich etwas besser. Und sie kamen in der 24. Minute beinahe aus heiterem Himmel zum Ausgleichstor. Timothy Kiss verwandelte ganz kühl einen Elfmeter, nachdem Esaya Bindzi, der mit einem feinen Zuspiel von Meo Till Mazzei allein aufs Tor zulief, im Strafraum gelegt worden war. Schiedsrichter Prati gab nur die Gelbe Karte. Die Zofinger hätten sich nicht beklagen können, wenn er Rot gezogen hätte. «Ich wollte das Spiel mit meinem Entscheid nicht kaputt machen», begründete Prati hinterher seinen eher milden Entscheid. Kein Erbarmen kannte Prati hingegen mit seinem Linienrichter Christian Jäggi. Nach einer Reklamation von der Zofinger Bank, eilte Prati zu Jäggi und verpasste diesem neben der Gesichtsmaske gleich auch noch einen Maulkorb.

Regelfester Emanuele Prati
Jäggi hätte durchaus coachen können, aber nur in seiner Coachingzone. Jäggi wunderte sich und fragte: «Gibt es dafür eine Regel?» – «Ja, gibt es», sagte Prati, der seit 37 Jahren als Schiedsrichter im Aargau unterwegs ist. Ohne Jäggis Coaching kam es wie es kommen musste. Die Fislisbacher liessen den Gegenspielern zu viel Raum. Typisch das 1:2 kurz vor der Pause, als der gegnerische Stürmer den Ball hoch annehmen konnte, ohne wirklich gestört zu werden.
Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt. Die Zofinger machten was sie wollten, weil den Fislisbachern offenbar die Puste ausgegangen war. Das ist irgendwie auch verständlich. Sie konnten letzte Woche nicht trainieren. Nach dem Spiel gegen den FC Baden, der einen Coronafall in seinen Reihen meldete, verzichteten die Fislisbacher auf das Training, mussten aber nicht in Quarantäne. Und wenn man dann wie die Fislisbacher ständig zu kurz und zu spät dran ist, wird es schwierig. Vor allem, wenn man die eigenen Chancen versiebt und der Gegener praktisch aus jedem Schuss einen Treffer macht.

Beat Gomes

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